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Eine Alibiveranstaltung für die Basis

03.02.2009 | 21:25 Uhr

Der geplante Fußball-Boykott einiger Kreise des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen als Antwort auf die beschlossenen Sonntagspiele in der 1. Bundesliga zur Regel-Anstoßzeit der Amateure ist vom Tisch.

Franz-Josef Bomnüter fuhr nicht zur "Alibiveranstaltung". (WR-Foto: Großmann)

In der Sportschule Kaiserau traf sich die Spitze des FLVW um den Präsidenten Hermann Korfmacher zu einem Meinungsaustausch mit den rebellierenden Kreisen, die vor allem aus dem Ruhrgebiet kommen. Keine Rolle spielte dabei der Fußballkreis Lüdenscheid. Vorsitzender Peter Wolf hatte schon im Vorfeld verkündet, von einem Spielboykott nichts zu halten.

Am Ende verfasste die Versammlungsrunde eine Absichtserklärung, räumte darin aber auch deutlich ein, dass die Entscheidungshoheit für die Bundesliga-Sonntagspiele eindeutig bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) liegt. Deutlich wurde auch, dass ein durchgeführter Boykott sportrechtlich verfolgt werden müsse. Damit es gar nicht so weit kommt, appellieren die Teilnehmer das Gesprächsangebot anzunehmen. Korfmacher ist sich sicher, "dass der Amateurfußball stark genug ist, um auch mit dieser Situation fertig zu werden".

Zwei der acht eingeladenen Fußballkreise des FLVW Westfalen wurden bei dem Meinungsaustauch in der Sportschule Kaiserau nicht durch die Kreisvorsitzenden vertreten. Neben dem Kreis Hagen war das der Kreis Iserlohn. Nach der offiziellen Verlautbarung wurde der bei der Gesprächrunde zwar durch Benno Ittermann vertreten, doch der hat keine Funktion im Kreis Iserlohn, wohnt allerdings in Letmathe. Kreisvorsitzender Franz-Josef Bomnüter hatte für den Abend der WR-Sportlerehrung in Lüdenscheid den Vorzug gegeben: "Als ich die Einladung nach Kaiserau erhielt, hatte ich bei der Rundschau schon zugesagt. Außerdem hat sich rückblickend auch das bestätigt, was mir schon vorher klar war. Letztlich war es eine reine Alibiveranstaltung, mit der die Basis stillgestellt werden sollte."

Kleine Vereine sind die Gelackmeierten

Und der langgediente Funktionär, der heute seinen 71. Geburtstag feiert, legt nach: "Die kleinen Vereine sind am Ende die Gelackmeierten, der angedachte Boykott nicht mehr als ein Sturm im Wasserglas. Am Ende setzt sich die Macht des Geldes durch. Natürlich erhoffen wir eine Rücksicht auf die Amateure, doch die Wirklichkeit sieht doch so aus, dass das Fernsehen nicht die großen Summen zahlt, wenn die Termine von den kleinen Amateurclubs diktiert werden." Faszinierend ist für Bomnüter auch die Rolle, die FLVW-Päsident Hermann Korfmacher spielt: "Eigentlich müsste er bei seiner Ämterhäufung über drei verschiedene Jackets verfügen, je eines für den westfälischen Verband, den westdeutschen Verband und für seine Rolle als DFB-Vizepräsident."

Der Einladung des FLVW-Präsidenten folgten Volker Rabiega (Kreiskassierer Hagen), Jürgen Grondziewski (Kreisvorsitzender Dortmund), Ulrich Jeromin (KV Bochum), Hans-Otto Matthey (KV Recklinghausen), Reinhold Spohn (KV Herne), Horst Weischenberg (KV Unna/Hamm) und Manfred Wichmann (KV Gelsenkirchen). Seitens des Verbandes komplettierten der Vizepräsident Fußball des FLVW Siegfried Hirche und Direktor Carsten Jaksch-Nink sowie Schatzmeister Benno Ittermann, als Vertreter des Kreises Iserlohn, die Runde.

Von Klaus Jürgen Dei

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Kommentare
05.02.2009
14:03
Eine Alibiveranstaltung für die Basis
von Nils | #1

In meinen Augen sind die Gelackmeierten nicht die kleinen Vereine, hierunter verstehe ich die Kreis- und Bezirksligisten, zu denen wöchentlich eh die gleichen 20-100 Zuschauer kommen, sondern eher die Vereine an der Schwelle zum Profisport.
Mannschaften wie die Sportfreunde Siegen, Oestrich-Iserlohn und auch einige Teams aus den Regionalligen werden es merken, wenn statt 1000 Zuschauer, nur noch 700 kommen.

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