Ein langer Weg bis 100 Prozent
08.09.2010 | 18:22 Uhr 2010-09-08T18:22:00+0200
Schalksmühle/Halver.Für Mathias Grasediek wird die 3. Liga eine „spannende Geschichte, die uns im Saisonverlauf viel Zündstoff verspricht“. Der Trainer der SG Schalksmühle-Halver ist froh, dass es am Samstag endlich los geht. „Die Vorbereitung ist gut und wichtig, aber sie kann das Kribbeln bei Meisterschaftsspielen nicht ersetzen.“
Seit Juni hat sich Mathias Grasediek mit seinen Spielern auf die erste Saison in der neuen 3. Liga vorbereitet. „Rein vom Gefühl her eine Ewigkeit“, gibt der Diplom-Sportlehrer zu. Dies sei allerdings ein trügerisches Gefühl, weil es mitten in der heißen Phase zu einem personell nicht unerheblichen Wechsel gekommen sei.
Damit spricht Grasediek den Weggang von Rückraumspieler und Torjäger Julian Krieg zum Erstligisten Pfadi Winterthur in die Schweiz Anfang August an („Ein äußerst unglücklicher Zeitpunkt“), und die im Sog des Krieg-Wechsels unerwartete Rückkehr von Jan Wilhelm zu seinem Stammverein VfL Eintracht Hagen. Bis die Neuverpflichtung des lettischen Nationalspielers Valdis Gutmanis sowie die Rückkehr von Routinier und Publikumsliebling Oliver Bratzke unter Dach und Fach waren, sei entscheidende Zeit in der Vorbereitung verloren gegangen, so Grasediek. „Im Prinzip fehlen uns zwei Wochen mit dem kompletten Kader. Vier Wochen ist ein zu enger Zeitrahmen, um neue Spieler in ein bestehendes System zu integrieren, geschweige denn neue Konzepte einzuarbeiten.“
Deshalb sei es aus seiner Sicht nicht verwunderlich, „dass wir vom Leistungsstand noch ein ganzes Stück von den 100 Prozent entfernt sind, die ich als Trainer anstrebe. In der Vorbereitung konnten wir nicht so viel Zeit in die individuelle Weiterentwicklung jedes einzelnen Spielers stecken. Im athletischen Bereich sind wir im Soll, die Spieler sind alle konditionell fit. Deshalb müssen wir den Rückstand im Bereich Spieltaktik in den ersten Begegnungen kämpferisch wettmachen. Zu Beginn der Saison wird es für uns in erster Linie über den Kampf gehen“, kündigt der Trainer an.
Vom internen Leistungsstand sei die Mannschaft in der Vorbereitung „näher zusammen gerückt. Die Spieler, die in der letzten Saison weniger Spielanteile hatten, haben große Schritte nach vorne gemacht. Wichtig ist jetzt, dass sie diesen Trend auch in der Meisterschaft bestätigen“, nimmt der Trainer die Spieler in die Pflicht.
Neuzugang Valdis Gutmanis, seit vier Jahren in Deutschland und mit Zweitliga-Erfahrung ausgestattet, steht zwangsläufig im Mittelpunkt des Interesses. „Köpfe der Mannschaft“, macht Grasediek aber deutlich, „bleiben unsere Mittelmänner Christian Feldmann und Jan Stuhldreher. Sie ordnen auch weiterhin unser Spiel und leiten die Spielzüge ein.“ Gutmanis bringe seine Erfahrung mit ein, „und das ist auch gut so und erwünscht“, so Grasediek. Aber in erster Linie sei der Lette für Tore zuständig. Schließlich muss er bei der SGSH den höchst erfolgreichen Julian Krieg ersetzen, der in den letzten Jahren regelmäßig um 200 Tore pro Saison erzielt hat.
Neben dem bewährten 3-2-1-System in der Abwehr hat Grasediek mit seinen Schützlingen verstärkt die defensivere 6-0-Variante einstudiert. „Das 3-2-1 wird sicherlich unser bevorzugtes Deckungssystem bleiben“, erklärte der Trainer. „Es ist aber wichtig, dass man mehrere Systeme spielen kann. Auch, um auf den jeweiligen Gegner reagieren zu können.“
0mitdiskutieren