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Nach dem Derby-Triumph

Darüber reden wir noch zehn Jahre

30.11.2009 | 18:44 Uhr

Halver/Schalksmühle. Die letzte Szene des Spiels, der verworfene Siebenmeter von Michael Lerscht nach Ablauf der Zeit, ging bereits im allgemeinen Jubel unter.

Kreisläufer Daniel Buff sprang Torjäger Julian Krieg zunächst auf den Rücken, kletteterte dann rauf auf dessen Schultern und reckte beide Arme in die Höhe – die 700 begeisterten Fans antworteten mit stehenden Ovationen. „Das ist ein Spiel für die Umkleidekabine, darüber reden wir die nächsten zehn Jahre noch”, bringt Mathias Grasediek, Trainer des Handball-Regionalligisten SG Schalksmühle-Halver, den 41:31-Triumph im Südwestfalen-Klassiker gegen den TuS Ferndorf auf den Punkt.

„Bei uns hat von vorne bis hinten alles gepasst, das war eine überzeugende Leistung”, lobt Grasediek. „Wir haben nur wenige Bälle weggeworfen, das Tempo über die gesamte Spielzeit hochgehalten und ein klasse Rücklaufverhalten gezeigt. Auch die Schiedsrichter haben mit ihrer guten Leistung dazu beigetragen, dass es ein tolles Spiel wurde.”

Dass Ferndorfs Taktik, sich in erster Linie auf Julian Krieg zu konzentrieren, seiner Mannschaft zugute kam, bewertet Grasediek in seiner Analyse nur am Rande. „Der Schlüssel zum Erfolg lag bei uns. Wir haben taktisch die entscheidenden Akzente gesetzt. Für mich steht mehr im Vordergrund, dass wir nach einer schlechten Leistung in Soest so zurückgekommen sind. Die Mannschaft hat gesehen, dass unsere Spielweise greift.”

Auch die Tatsache, dass es innerhalb seines Teams keinen großen Leistungsunterschied mehr gibt, freut den Trainer: „Alle haben einen Schritt nach vorne gemacht, unser Stamm ist wieder ein bisschen näher zusammengerückt.”

Auf Grasediek wartet schwierige Aufgabe

Grasediek weiß aber auch, dass in dieser Woche eine viel schwierigere Aufgabe auf ihn zukommt: „Vor einem Spiel gegen Ferndorf muss ich keinen motivieren, und diese tolle Leistung sollen die Jungs auch genießen. Aber ich habe schon kurz nach dem Schlusspfiff an die Aufgabe am Samstag in Dormagen gedacht. Wenn wir beim Schlusslicht die Punkte liegen lassen, sind wir ganz schnell wieder die Deppen.”

Während die SGSH mit dem Derbysieg den Abstand auf Platz zehn auf neun Punkte vergrößern konnte, muss Ferndorf künftig kleinere Brötchen backen. „Der Sieg geht in Ordnung, weil Schalksmühle gedanklich fitter war und den Sieg mehr gewollt hat als wir”, zeigt sich TuS-Trainer Caslav Dincic als fairer Verlierer. Ferndorfs Handball-Chef Harald Münker kündigt harte Zeiten an: „Ich habe vor dem gutem Schalksmühler Kreisläuferspiel gewarnt, doch unsere offensive Deckung hat Schalksmühle in die Karten gespielt. Das Spiel und die Fehler werden wir in Ruhe analysieren. So langsam müssen wir aber in die Spur kommen.”

Ein Mann im Hintergrund hatte großen Anteil am Derby-Sieg. „Was Arni letzte Woche geleistet hat, war klasse. Er hat unsere Jungs auf den Punkt fit bekommen”, bedankt sich Trainer Grasediek bei Physio Arnfried Koch.

Auch von der Stimmung war der Coach angetan: „Das war echte Handball-Atmosphäre.”

Thomas Dietrich

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