Brockmann Schnellster über die Alpen
17.08.2010 | 17:58 Uhr 2010-08-17T17:58:00+0200
Nachrodt/Alpen.Nach dem sensationellen Sieg im letzten Jahr hat Jens Christian Brockmann beim Alpenbrevet nachgelegt. Der Radsportler aus Nachrodt setzte sich am Samstag auf der Platindistanz gegen 132 Konkurrenten durch. Die abgeänderte Strecke über fünf Pässe führte über 277 Kilometer mit 6920 Höhenmetern.
Der Alpenbrevet 2010 hatte es in sich. Wegen eines Erdrutsches am Grimsel waren der Grimsel- und Nufenenpass nicht im Programm, dafür aber der Gotthard sowie der Susten von beiden Seiten. Das Wetter war eine besondere Herausforderung: teilweise Regen, Nebel und Kälte bei 7-8°C auf den Pässen, am wärmsten im Tessin mit bis zu 20°C“, beschreibt Jens Christian Brockmann die Bedingungen.
Trotzdem wagten sich in Meiringen noch 1100 Teilnehmer über die Platin-, Gold- und Silberstrecke. Bereits ab Mittag zog kalter Regen auf. Vor allem am Gotthard erlebten die Fahrer ein Wechselbad der Temperaturgefühle: Sonne beim Aufstieg, kalter Regen auf dem Pass, dichter Nebel im Abstieg und Sonne in Airolo.
Den Rennverlauf schildert der Nachrodter Brockmann so: „Bereits in der Anfahrt zum Sustenpass bildete sich schnell eine größere Spitzengruppe. In der nass-kalten, gefährlichen Abfahrt nach Wassen zog sich die Gruppe weit auseinander. Viele Fahrer bogen in Andermatt auf die Silberstrecke ab, die auf Grund der Streckenänderung dort wendete.
Auch ich war in der Abfahrt etwas zurückgefallen. Es folgte der Anstieg auf den 2106 Meter hohen Gotthard, den ich als Erster erreichte. In der Abfahrt ins Tessin traf ich auf den späteren Drittplatzierten, so dass wir uns die Führungsarbeit teilen konnten.
Im Anstieg zum Lukmanier stellte sich schnell heraus, dass ich der deutlich stärkere Bergfahrer war, so dass ich doch alleine weiterfuhr. Im Anstieg tauchte vor mir plötzlich der spätere Zweitplatzierte auf. Er wurde aus dem Auto verpflegt. Ich kann nicht sicher sagen, ob er während der Verpflegung an mir vorbeifuhr oder ob er anstatt der Tremola weiter die Hauptstraße gefahren ist.
Mit ihm fuhr ich bis zum Oberalppass. An diesem Tag war ich der bessere Kletterer und er der bessere Abfahrer. In der Abfahrt vom Oberalppass musste ich zunächst abreißen lassen. Im Anstieg zum 2224 Meter hohen Sustenpass schloss ich schnell wieder zu ihm auf. Ich erarbeitete mir einen Vorsprung von etwa vier Minuten, den ich dann ins Ziel retten konnte.“
Schon die Vorbereitung auf den Alpenbrevet hatte es in sich. Auf dem Trainingsplan des Titelverteidigers standen in den letzten Monaten an den Wochenenden meist lange Trainingseinheiten von sechs bis elf Stunden über 180 bis 330 Kilometer. In die Alpen war Jens Christian Brockmann einige Tage vor dem Rennen gereist, um noch einige Pässe fahren zu können.
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