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Per Schicksalswink zu ALBA Berlin

21.01.2011 | 17:03 Uhr
Per Schicksalswink zu ALBA Berlin
Jan Buchholz (r.) und sein Vorgesetzter Justus Strauven (2. v.l.) feiern den Gewinn der Meisterschaft 2008.

Lünen/Berlin.Nur wenige Menschen finden in ihrem Leben den wirklichen Traumjob: Jan Buchholz, ehemaliger Basketballer der BG Lünen, hat es aber geschafft.

Der 31-Jährige ist seit 2007 mitverantwortlich für Medien und Kommunikation beim renommiertesten deutschen Basketballverein ALBA Berlin. „Meine Stadt, mein Beruf und mein Sport“, fasst Buchholz die Wunschkomponenten zusammen, die er alle in seinem Job gefunden hat.

Jan Buchholz einmal selbst am Ball nach einem Fotoshooting eines neuen ALBA-Spielers in der o2 World.

Dass er bei ALBA landete, hat er seinen beruflichen Fähigkeiten, seinem Basketball-Fachwissen, aber auch ein bisschen dem Schicksal zu verdanken.

Doch von vorne: Nach dem Abitur 1999 und der Ausbildung zum Mediengestalter bei der Lüner Druckerei Holtkamp zog es Buchholz nach Berlin. Seine damalige Freundin wohnte dort, dazu war die Hauptstadt einer der drei Standorte, an dem er Medientechnik studieren konnte. Alles passte, zumal ihm Berlin schon immer gefallen habe.

Henning Harnisch
holte ihn zu ALBA

Und seinem Lieblingssport konnte er natürlich auch an der Spree nachgehen: „Direkt als erstes habe ich mich nach einem Basketballverein umgesehen“, berichtet Buchholz. Beim TuS Neukölln fühlte er sich wohl und spielte in der Landesliga. Ehrenamtlich arbeitete er an der Vereinszeitschrift mit. In dieser gab es unter anderem Interviews mit den Nationalspielern Mithat Demirel und Jan Jagla, die bei Neukölln gespielt hatten. Auch der Ex-Nationalspieler Henning Harnisch, der das ALBA-Jugendprogramm leitete, wurde interviewt.

„Das ist der Job, der mich glücklich macht“

Mehrere Wochen später kam das schon erwähnte Schicksal ins Spiel. Als ein Praktikant am Tag vor seinem Arbeitsantritt in der Kommunikationsabteilung bei ALBA absagte, erinnerte sich der jetzige Vizepräsident Henning Harnisch und rief Buchholz an, um ihm das sechsmonatige Praktikum anzubieten. „Nach dem Telefonat brauchte ich keine Viertelstunde, um zuzusagen. Es passte damals perfekt“, erinnert sich Buchholz, der ein Diplomarbeit-Thema suchte. „Es war ein Schicksalswink. Mit der Diplomarbeit legt man sich ja fest, in welche Richtung es geht. Und ich suchte ein Betätigungsfeld, das mir richtig Spaß macht.“

HINTERGRUND
Die Erfolgsgeschichte ALBA Berlin

ALBA Berlin geht aus der 1989 gegründeten BG Charlottenburg hervor, nachdem das Entsorgungsunternehmen Alba AG Hauptsponsor wurde.

1993 wurde Svetislav Pešić Trainer. Mit ihm gewann man auch den Korac-Cup (1995), der einzige internationale Titel eines deutschen Vereins.

Pešić hörte 2000 auf. Emir Mutapčić (bis 2005), Henrik Rödl (bis 2007) und Luka Pavićević folgten.

ALBA wurde insgesamt acht Mal Deutscher Meister und fünf Mal Pokalsieger. Der letzte große Erfolg war der Vizetitel im Top4-Finalturnier des ULEB EuroCups 2010.

Und so ging es schon am nächsten Tag bei ALBA los. Nach dem Praktikum bot ihm der Verein eine Vollzeitstelle an, zuvor hatte Buchholz mit seiner Diplomarbeit „Onlinemedien“ sein Studium erfolgreich abgeschlossen. Seit vier Jahren hat er folgende Aufgabenfelder beim Hauptstadtverein: Pressearbeit, PR, Werbung, Online-Auftritt, Spielberichte, Interviews und Fototermine mit Spielern koordinieren sowie Onlinevideos und Kommunikation mit den verschiedensten Kooperationspartnern und Funktionären. Mit dem Umzug von der Max-Schmeling-Halle in die O2 World mit 15 000 Plätzen kommen weitere Marketingaufgaben dazu. „Diese Arena in unserer Monokultur Fußball zu füllen, ist eine besondere Herausforderung für uns“, so Buchholz. Die Zahlen belegen den Erfolg der Bemühungen: ALBA hat den höchsten Zuschauerschnitt in Europa.

Die ganz große Aufregung, die Buchholz zu Beginn noch beim Kontakt mit Spielerberühmtheiten hatte, habe sich relativ schnell „normalisiert“.

Meisterschaft 2008 mit den Spielern gefeiert

Trotzdem sei der berufliche Kontakt mit den Profis immer noch spannend. Und zu manchen Spielern hat Buchholz auch neben dem Job ein gutes Verhältnis. Zum Beispiel mit den Nationalspielern Patrick Femerling und Steffen Hamann (jetzt Bayern München). Und mit seinem ALBA-Medienchef Justus Strauven und dem Rest des Teams der Geschäftsstelle hat Buchholz zudem „sehr nette Arbeitskollegen gefunden. Denn der beste Job der Welt bringt nichts, wenn man sich mit den Kollegen nicht versteht“, betont der Lüner.

Das größte Highlight in seinem Beruf war die Meisterschaft 2008. „In Bonn war das vierte Playoffspiel, was wir nach Verlängerung gewonnen haben. Danach haben wir in der Stadt mit Fans und Spielern gefeiert. Das war extrem berührend“, erinnert sich Buchholz, der sich vollends mit dem Verein identifiziert. „Man fühlt sich wirklich selbst als Deutscher Meister.“

„MVP“ der Medien-Mannschaft

Jan Buchholz im Einsatz in der O2 World.

Übrigens: mit seinen sportlichen Fähigkeiten hat Buchholz auch schon einen kleinen Titel geholt. Beim BBL Tipoff Meeting (Treffen aller Bundesligaclubs zum Saisonstart), gibt es ein Spiel „Medien vs Manager“. Dort wurde der Ex-BGer zum „MVP“ – wertvollsten Spieler – gewählt und bekam einen Pokal von BBL-Chef Jan Pommer überreicht, dazu gewann er den Dreiercontest. „Natürlich war das mehr eine Spaßveranstaltung“, so Buchholz. Viel bedeutsamer für ihn waren da die Silver und Gold Devotion Marketing Awards der Euroleague, die er und Strauven 2009 und 2010 entgegen nehmen konnten.

Alles in allem hat Buchholz seinen Schritt, zu ALBA zu gehen, nie bereut. „Das ist der Job, der mich glücklich macht und den ich mein Leben lang machen möchte“.

Holger Schmälzger

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