Licht und Schatten beim Fairplay
03.08.2010 | 16:12 Uhr 2010-08-03T16:12:00+0200Lünen.„Es hat bereits ein Stühlerücken begonnen.“ Mit diesen Worten warnte Franz Zakrzewski, Vorstandsmitglied des Fußballkreises Lüdinghausen, am Montagabend Vereinsvertreter vor einer Auflösung des Kreises.
Angesichts des Vorhabens des übergeordneten Fußball- und Leichtathletik-Verbandes FLVW, die Zahl der Kreise langfristig um elf zu reduzieren, drohe den Vereinen die Neuzuordnungen in benachbarte Fußballkreise.
Qualität der Schiris ein großer Kritikpunkt
Anlass der Warnung war der Staffeltag des Fußballkreises 21 in Nordkirchen. Dort unterstrich der Vorsitzende Werner Kretschmer, dass auch die einzelnen Vereine jede Möglichkeit nutzen sollten, sich frühzeitig gegen ein Aus ihres Kreises zu wehren.
Ansonsten stand auf dem der Staffeltag der Rückblick auf die vergangenen Spielzeiten der Kreisligen A, B und C im Vordergrund. Vor allem beim Thema Fairness hatte der Vorstand den Vereinsmitgliedern eine schlechte und eine gute Nachricht zu vermelden.
Die schlechte: Nach wie vor lasse das Verhalten von Spielern und Trainern gegenüber den Referees zu oft zu wünschen übrig, bemängelte Kretschmer. So oft, dass er sich jetzt zu Konsequenzen entschlossen habe: „Diese Spielberichte werde ich in Zukunft direkt an die Kreisspruchkammer weiterleiten“, sagte der Fußballkreis-Vorsitzende in Bezug auf Beschwerden über Schiedsrichterbeleidigungen.
Die gute Nachricht: Mit Jens Lassak und Björn Christ (beide Herbern) sowie Simon Lange (PSV Bork) bekamen in den vergangenen Monaten drei Spieler aus dem Kreis den neuen Fairplay-Preis des FLVW.
Auch die Zahl der 36 Gelb-Roten Karten und 34 direkten Platzverweise, die während der vergangenen Saison in der Kreisliga A ausgesprochen wurden, sah Kretschmer positiv. In den vorangegangenen Jahren sei die Zahl der Karten höher gewesen. Fairste Mannschaft in der höchsten Kreisliga war die Reserve von Union Lüdinghausen. Sie kassierte nur zwei Gelb-Rote Karten und keinen Feldverweis.
Für Diskussionen sorgte das Thema Schiedsrichter. Referee-Lehrer Heinz Hürfeld, der in Vertretung des verhinderten Schiedsrichter-Obmanns Karl-Heinz Schulze Bilanz zog, forderte die Vereine auf, bei der Auswahl des Unparteiischen-Nachwuchs mehr darauf zu achten, ob dieser jeweils auch wirklich geeignet sei. „Es geht zunächst gar nicht um die Quantität, sondern um die Qualität“, warnte Hürfeld davor, angesichts der Nachwuchsprobleme die Ansprüche an künftige Schwarzkittel zurückzuschrauben.
Kritik erntete der Vorstand beim Thema Schiedsrichter-Ansetzungen. Mehrere Clubvertreter machten ihrem Unmut darüber Luft, dass die Fußballkreis-Verantwortlichen für Spiele zu oft Schiedsrichter von weit außerhalb des Kreises ansetzten. Der Hintergrund: Die Fahrtkosten der Referees müssen vom Gastgeber getragen werden.
Kretschmer ließ die Kritik mit Verweis auf das vom FLVW gewünschte Austauschverfahren mit Referees anderer Kreise jedoch nicht gelten: „Da können wir uns nicht gegen sträuben.“
Geehrt wurde das langjährige und nun scheidende Vorstandsmitglied Georg Henke (Westfalia Wethmar), der bis zur vergangenen Saison die Hallenturniere im Fußballkreis leitete. Kretschmer überreichte Henke die DFB-Verdienstnadel. Manfred Reckel vom TuS Ascheberg nahm Pokal und Urkunde für die Kreisligameisterschaft der verflossenen Serie entgegen.
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