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Derby wird für den VfB zum Selbstläufer

15.11.2009 | 20:11 Uhr

Kreisliga A Dortmund: BV Lünen - VfB Lünen 0:6 (0:4).

Auf allen Lüner Plätzen. Gedenkminute für Nationaltorwart Robert Enke. Hier in Niederaden. Foto: Günter Blaszczyk

 „Nach der Schweigeminute für Robert Enke ist mein Team in einen kollektiven Tiefschlaf verfallen”, zeigte sich Geister-Coach Thomas Voigt nach dem Derby-Debakel tief enttäuscht.

So wurde der VfB seiner klaren Favoritenrolle dann auch von Beginn an gerecht. Zum einen weil die Gäste einen guten Tag erwischten und sehr gefällig kombinierten, zum anderen weil der BV Lünen vor allem in Durchgang eins eine desolate Leistung ablieferte.

VfB-Keeper Ruscher

wurde nur von oben nass

Bevor Steinhofer zur Süder Führung traf, hatte die Roch-Elf bereits zwei 100-prozentige Chancen vergeben, die jedoch nicht mehr weiter ins Gewicht fallen sollten, denn erneut Steinhofer, Schlein und ein Eigentor von Jablonski sorgten schon zum Pausentee für glasklare Verhältnisse, da der BV sich nur zwei Halbchancen durch Gehrmann erspielen konnte.

„Das 0:4 war das Sahnehäubchen auf eine verkorkste erste Hälfte, Jablonksi hat den Ball völlig unbedrängt ins eigene Tor gehauen”, konnte Voigt nur noch den Kopf schütteln. Deutlich zufriedener zeigte sich da schon sein Pendant Andreas Roch: „Wir haben gut gespielt und sind als Mannschaft aufgetreten und irgendwann wurde die Partie für uns dann zum Selbstläufer.”

Daran sollte sich auch in den zweiten 45 Minuten wenig ändern. Zwar hatte Thomas Voigt versucht seine Elf in der Kabine mit deutlichen Worten wach zu rütteln und die Gastgeber gingen nun auch etwas couragierter zu Werke, aber Studnicka, früh für den verletzten Torjäger Prates eingewechselt, vergab freihstehend vor dem Gehäuse. „VfB-Keeper Alexander Ruscher wurde bei dem schlechten Wetter nur von oben nass, musste sich nicht einmal schmeißen”, beschrieb Voigt die Abschlussschwäche der 05er treffend.

Ein wenig unkonzentriert beim Torschuss zeigte sich nach den Treffern fünf und sechs durch Zulfic und Gö. Kurt dann sogar noch der VfB und scheiterte einige Male am starken Schlussmann Wieling. „Spielen wir zum Schluss noch ein Stückchen cleverer, kann es sogar noch höher werden”, konnte sich VfB-Trainer Andreas Roch mit dem 6:0-Sieg im Gepäck über diesen Umstand aber nicht wirklich ärgern.

SV Preußen II - VfL Kemminghausen 2:4 (1:2). Die Preußen-Reserve zeigte gegen die Spitzenmannschaft aus Dortmund vor allem in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel. Kevin Fischer brachte seine Mannschaft nach 21 Minuten nach feiner Einzelleistung sogar in Führung. Aber nur kurze Zeit später nutzten die Dortmunder einen Stellungsfehler der Preußen-Abwehr zum 1:1.

In der 38. Minute gingen die cleveren Gäste nach einer erneut falschen Zuordnung der Lüner in Führung. Aber die Preußen gaben sich noch lange nicht geschlagen. Kevin Fischer, in diesem auf Samstag vorgezogenen Spiel Preußens Bester, schaffte nach 50 Minuten den Ausgleich.

„Das sah insgesamt ganz gut aus, wir haben mindestens auf einen Punkt gehofft”, sagte Preußens sportlicher Leiter Rolf Nehling.

Zwei Tore von

Kevin Fischer

Dann aber zeigte der VfL Kemminghausen, warum die Mannschaft auf Platz zwei als aussichtsreichster Verfolger hinter Ay Yildiz Derne steht. Nach 60 Minuten gelang dem Gast die erneute Führung, „da hat wieder unsere Abwehr geschlafen”, sagte Nehling. Vier Minuten später machte Kemminghausen den Sack dann mit dem 4:2 zu und war abgeklärt genug, diese Zwei-Tore-Führung auch nach Hause zu spielen.

„Insgesamt ist unsere Mannschaft zu schlecht aufgerückt, so herrschte vor allem nach der Pause ein riesiges Loch im Mittelfeld. So kamen dann meistens nur lange Bälle auf Kevin Fischer, das reichte gegen Kemminghausen eben nicht aus”, so Rolf Nehling.

Die Zuschauer sahen aber eine interessante Partie, „und der VfL Kemminghausen hat verdient gewonnen”, so Nehling.

SG Gahmen - Westfalia Wickede II 2:3 (1:3). Die schlechteste Saisonleistung bescheinigte Trainer Karsten Franke seiner Elf bei der Niederlage gegen Wickede. Mit lascher Einstellung und verweigerndem Zweikampfverhalten machten es die Gastgeber Wickede vor allem in der ersten Hälfte einfach. Bereits nach 25. Minuten war die Partie eigentlich entschieden. Die konzentriert und fokussierter auftretenden Westfalia-Kicker hatte sich zu diesem Zeitpunkt eine 3:0-Führung erspielt.

Foto: Günter Blaszczyk BV Brambauer vs. ATC Lünen

„Wir haben den Kampf nicht angenommen und keine Bereitschaft gezeigt”, war Franke sichtlich enttäucht, zumal die Serie von fünf ungeschlagenen Spielen ein jähes Ende fand. Zwar hatten Sari (42.) und Akcaoglu (54.) mit ihren Treffern zum 2:3 noch einmal Hoffnung bei der SG Gahmen geweckt, diese blieb allerdings unerfüllt, weil die Gastgeber in letzter Konsequenz einfach nicht zwingend genug waren. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, so etwas kann immer mal passieren. Aber wir werden uns bis zur Winterpause nicht mehr so präsentieren”, kündigte der Coach an. Nachdem spielfreien, kommenden Wochenende, hat Gahmen beim FC Lünene die Chance zur Wiedergutmachung.

BV Brambauer II - ATC Brambauer 2:1 (1:0). Der ATC hatte im ersten Spiel nach der Club-Sperre den früheren Spieler Hakan Akpinar als Spielertrainer reaktiviert und zog sich sehr gut aus der Affäre.

Man konnte aber damit auch nicht verhindern, dass Platzherr BV Brambauer den vierten Sieg in Serie einfuhr - und der war auch hoch verdient, weil der ATC zwar 70 Minuten gut dagegen hielt, dann aber mangels Praxis konditionell stark nachließ.

Schon nach zwei Minuten hatte Bischof nach Flanke von Riepert zum 1:0 getroffen. „Unser Fehler war, dass wir nicht schnell nachgelegt haben”, kritisierte Trainer Wolfgang Sadlowski. Gute Gelegenheiten dazu gab es jedenfalls reichlich, „im gesamten Spiel hatte jeder unserer Offensivspieler mindestens eine gute Möglichkeit”, so Sadlowski.

Das Tor des Tages blieb dem ATC-Spieler Osman Vuran vorbehalten, der mit seinem Volleyschuss genau in den Winkel traf. Patrick Hankes Kopfball nach Bischof-Flanke war nach 70 Minuten das Siegtor. „Ich bin vor allem mit der Disziplin der Mannschaft zufrieden”, freute sich Spielertrainer Akpinar. Sadlowski: „Nach vier Siegen und 11:4 Toren können wir uns jetzt etwas entspannen.”

 TuRa Asseln - FC Lünen 2:3 (1:3). „Totgesagte leben länger”; strahlte FCL-Trainer Erik Sobol nach einem verdienten Sieg in einem kampfbetonten Spiel. Die Gäste gingen bereits in der 7. Minute durch einen Schuss von Pauer in Führung. „Der Ball war wohl nur knapp hinter der Linie, aber der Schiedsrichter hat das Tor gegeben”, so Sobol, der sich in 88. Minute selbst das Trikot überziehen musste, nachdem der zuvor eingewechselte Cetin mit Verdacht auf Bänderriss verletzt ausschied.

Nach der frühen Führung gestaltete sich das Spiel zunehmend ausgeglichener. Folglich konnte Asseln den Rückstand in der 27. Minute egalisieren. Aber die kämpferisch hervorragend eingestellten Lünener steckten nicht auf und drehten die Partie zur Halbzeit scheinbar vorentscheidend auf 3:1 durch Treffer von Hann (33.) und Küchler (38.). Glück hatten die Gäste als Asseln zwei Minuten später einen Freistoß an den Pfosten setzte.

Obwohl Asseln zehn Minuten nach Wiederanpfiff auf 2:3 verkürzen konnte, hielt sich Lünen mit einer disziplinierten Leistung schadlos.

Carsten Rüßel Markus Wilczek Tobias Nordmann

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