Der Kreispokal verkommt zur lästigen Pflichtaufgabe
03.06.2011 | 14:23 Uhr 2011-06-03T14:23:00+0200
Lünen.In äußerst überschaubaren Grenzen hält sich die Vorfreude bei drei Lüner Mannschaften, die eine Woche nach dem Abschluss der Meisterschaft noch einmal in der zweiten Runde des Dortmunder Kreispokals auf den Platz müssen.
Überhaupt kein Verständnis für diesen Termin hat Marcus Reis. Schließlich startet er mit seiner Vorbereitung bereits wieder am 1. Juli und muss morgen mit seinem BV Brambauer nun um 16 Uhr noch bei Bezirksligist SC Husen-Kurl kicken. „Wer sich diesen Termin ausgedacht hat, hat wohl nie selbst Fußball gespielt, eine Katastrophe“, schimpft Reis.
Aufgrund von Verletzungen und Urlauben kann Brambauer auch nur mit einer absoluten Rumpfelf antreten. „Ich habe neun Mann aus meinem Stammkader dabei, den Rest füllen wir mit A-Jugendlichen und Akteuren aus der Dritten auf“, sagt Reis, der dennoch das bestmögliche aus dieser misslichen Situation herausholen will und irgendwie auch muss: „Schließlich sind wir immer noch der Westfalenligist, da fragt hinterher keiner, wer in diesem Spiel aufgelaufen ist, deshalb sollten wir schon versuchen die nächste Runde zu erreichen.“
In der Geist kommt es Sonntag um 15 Uhr zu einem Derby in der zwei Runde zwischen dem BV Lünen und Lüner SV. Die Hausherren kommen direkt von ihrer dreitägigen Abschlussfahrt nach Köln auf den Platz. „Wir schauen dann einfach vor Ort, wer noch fit ist und machen dann die Aufstellung“, sagt Trainer Thomas Voigt.
Der Übungsleiter wehrt sich allerdings dagegen, dass es für die Geister nur um Schadensbegrenzung geht: „In der ersten Runde war Schwerte auch Favorit, am Ende aber als Bezirksligist ausgeschieden, wir wollen uns wieder gut verkaufen.“
Kayabasi wehrt sich
Als Pflichtaufgabe sieht auch LSV-Coach Christian Hampel den Termin: „Auf dieses Spiel freut man sich nicht, aber wenn wir da schon hin müssen, wollen wir auch weiterkommen, es zählt nur das nackte Ergebnis. Schließlich nehmen wir dieses Resultat dann auch mit in die Pause.“
Klaschik, Coers, Neumann, Bayrakli, Taskin, Bieber und Keeper Kascha fehlen. „Wir stocken aus der Jugend und Reserve auf, müssen irgendwie durchkommen“, erklärt Hampel.
Sein Technischer Leiter Hasan Kayabasi wehrt sich gegen den Vorwurf im Vorfeld der Partie egoistisch gehandelt zu haben und das Spiel wegen der BV-Fahrt nicht vorverlegt zu haben: „Wir haben vorher mit BV-Geschäftsführer Eppmann und Co-Trainer Tekin gesprochen, beide waren erst einverstanden am Donnerstag bei uns zu spielen, haben dann aber doch wieder einen Rückzieher gemacht.“
Endgültig perfekt ist jetzt die Vertragsverlängerung von Keeper Mike Piepenburg. Zudem kündigte Kayabasi für die nächsten Tage wohl noch weitere Zugänge an.
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