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Die Vorbereitung der...

„Chaotisch, Katastrophe und besch...”

16.02.2010 | 18:00 Uhr

Lünen. Nach 77 Tagen Spielpause sollte am Wochenende die Kreisliga A in die Rückrunde starten. Zuumindest im Kreis Dortmund wird daraus nichts. Alle Partien auf Kreisebene wurden bereits am Dienstag abgesagt und viele Trainer dürften darüber nicht mal enttäuscht sein.

Von einem Derby auf trockener Asche, hier der SV Preußen (in rot) und VfB Lünen, können die heimischen Teams derzeit nur träumen. Daher hat der Kreis Dortmund auch bereits reagiert und den A-Liga-Start abgesagt.

Denn - und dabei sind sich alles Coaches einig - das Wort „Vorbereitung” hat diese spielfreie Zeit nicht verdient. Dabei kämpften viele Vereine - neben dem Wetter - mit weiteren Problemen und Sorgen.

„Uns hat es mit der Platzsanierung besonders erwischt”, blickt Thomas Voigt, Trainer beim BV Lünen, zurück. Selbst bei milden Temperaturen im Dezember konnte nicht draußen gekickt werden. „Wir hatten zwar ein abwechslungsreiches Programm mit Soccer Hall, Fitness-Studio und Laufeinheiten, aber fußballtechnisch war das eine Katastrophe.” Höchstens zwölf Mann standen Voigt dabei zur Verfügung, lange Zeit fehlten die Verletzten Bayraktar und Rickert. Neu dabei ist Offensivkraft Marcel Schmale (zuvor BW Alstedde), ab Anfang März kann er eingesetzt werden.

Das Wort Katastrophe benutzte auch Erik Sobol, Trainer des FC Lünen, beim Rückblick auf die Vorbereitung. Gesperrte Plätze und die drei umgeknickten Spieler Malaschewski, Car. Strauß und Akay bereiteten dem FC Sorgen. „Ich bin nicht traurig, das der Saisonstart erst später ist”, begrüßt Sobol den Ausfall des Spieltages. Trotzdem gibt der FC Gas und will diese Woche noch vier Mal trainieren. Fariss Triqui verließ die Elf vom Triftenteich, „nach seinem Versprechen, in der Rückrunde für uns zu spielen, erreichte uns die Abmeldung ohne Begründung. Seitdem herrscht Funkstille, keiner kann ihn erreichen. Menschlich war das nicht in Ordnung”, sagt Sobol im Hinblick auf den einzigen Abgang.

„Bescheiden, logisch”, lautet die entschärfte Form des Fazits von SV Preußen II-Coach Markus Klönne. „Mucki-Bude, Straßenläufe - alles nur damit die Jungs nicht einrosten. Von Fitness kann da aber nicht die Rede sein”, so Klönne, der außerdem hofft, dass der von Niederaden gewechselte Rene Eichler auch zum Einsatz in der Reserve kommen wird. Zumal der Stürmer für sechs Wochen in Italien war und mit diesem Trainingsrückstand wahrscheinlich nicht sofort in der Bezirksliga zum Zuge kommen wird.

Karsten Franke, Trainer von Aufsteiger SG Gahmen, bleibt gelassen und hofft auf einen baldigen Rückrundenstart. „Wenn die Plätze in Ordnung sind, wollen wir sofort spielen”. In der spielfreien Zeit wechselte man zwischen Straßenläufen und Soccer Halle, dabei hatte Franke stets große Trainingsbeteiligung. Neu dabei sind Tahsin Oguz von GW Selm und Gökay Arslan von BW Alstedde. „Wir sind ein eingespieltes Team, auch die beiden Neuen kenne ich gut aus meiner Zeit bei Türkspor”, so Franke, der trotzdem sagt: „Für das erste Spiel bin ich nicht guter Dinge, aber die Stimmung im Team ist super, auch unser Tabellenplatz stimmt uns optimistisch.”

Auch Micheal Schlein, Kapitän und Co-Trainer beim VfB Lünen, kann sich nicht an eine so „besch...” Vorbereitung in seiner Karriere erinnern. „Wir haben alles gemacht, nur nicht draußen Fußball gespielt.” Schwimmen, Krafteinheiten bei den Ringern, Hallenfußball standen auf dem Programm. „Wir sind konditionell fit”, so Schlein. Mit den Neuzugängen Anatoli Weißbrodt, Rene Harder und Peter Malik will man oben angreifen. „Die ersten vier Spiele sind entscheidend”, so Schlein.

„Es war chaotisch - ein hin- und herplanen, alles musste kurzfistig geschehen”, so Wolfgang Sadlowski, Coach der Reserve des BV Brambauer. Die ersten 14 Tage der Vorbereitung liefen noch gut, Krafteinheiten und Ausdauer standen auf dem Programm. Dann blockierte der Schnee den eigenen Kunstrasen. Mittlerweile können Trainer und Spieler Halle oder Schnee nicht mehr sehen. Einziger „Neuzugang” bei der BVB-Zweiten ist Afghanistan-Rückkehrer Lukas Fittkau. „Eine Riesenverstärkung, weil er ein echter Allrounder ist”, freut sich Sadlowski über den Wiedereinstieg seines Schützlings. Nicht mehr dabei sind Jamal Hida und Sebastian Verbnik.

Nach diesem harten Winter dürfte eine Aufholjagd für Schlusslicht ATC Brambauer (13 Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz) eine mehr als schwierige Angelegenheit werden. Der Bezirksliga-Absteiger konnte bisher kein Testspiel bestreiten und an vernünftige Einheiten auf der Sportanlage am Karrenbusch war auch nicht zu denken. „Unsere Vorbereitung hat eigentlich noch gar nicht begonnen”, klagte Trainer Hasan Eryigit bereits.

Bolst wünscht sich Spielausfall

Ginge es nach Alsteddes Coach Andreas Bolst, wäre das erst Derby gegen Wethmar (hier das Hinspiel) am 7. März die erste Partie nach der Winterpause.

Kein anderes Bild in den Fußballkreisen Lüdinghausen und Unna/Hamm. Die Vorbereitungen der heimischen Mannschaften können als rekordverdächtig schlecht betitelt werden.

„Da gibt es nicht viel zu sagen. Wir waren in jeder Soccerhalle, sogar in der Tennishalle. Insgesamt war das sehr unbefriedigend”, bilanziert Andreas Bolst, Trainer von BW Alstedde. Ginge es nach ihm, könnten die ersten Spieltage ausfallen, dann könnte man noch genügend trainieren und mit dem Spiel gegen Westfalia Wethmar starten. Gegen seinen Ex-Club wäre Alsteddes Neuzugang Christian Brücker noch nicht dabei, ab dem 7. April ist er spielberechtigt. Mit Gökay Arslan, Marcel Rohde verlassen zwei Spieler den Club. Almir Halilovic und Philipp Grundmann wurden aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen.

Andreas Schneider, Chefcoach von Westfalia Wethmar nimmt das Wetter locker. „Im Februar ist ja immer Schlechte-Laune-Wetter. Deswegen bin ich einfach froh, dass die Stimmung im Team gut ist.” Dies erreichte der Coach durch Abwechslung im Programm: Fitness-Studio mit Saunagang oder lockere Läufe. „Wir sind jetzt ja auch nicht die Übermannschaft oben in der Tabelle, die sofort am ersten Spieltag topfit sein muss”, so Schneider. Christian Brücker zog es zum Rivalen Alstedde. Neu dabei ist Christian Baasner. „Insgesamt bauen wir auf eine junge Mannschaft”, so Schneider, der außerdem auf die Rückkehr der beiden Verletzten Youngster Philip Herburg und Daniel Kollakowski setzt.

Heinrich Wolff, Trainer von Aufsteiger TuS Niederaden, hat es - abgesehen vom Wetter - knüppeldick erwischt. Er konnte in der spielfreien Zeit nur mit vier bis fünf Spielern trainieren. Juri Buch fällt mit Bänderriss sechs Wochen aus, Lünal und Genter fehlten studien- und krankheitsbedingt. Außerdem sei der Abgang des Trainersohns Bartosz zum Lüner SV nicht zu kompensieren. Neumann und Eichler gingen ebenfalls. „In der Hinrunde haben wir gut gespielt, jetzt müssen wir sehen, dass die Mannschaft in der Liga bleibt”, sagt Wolff im Hinblick auf seinen 13-Mann Kader, bei dem sich bloß keiner mehr verletzen dürfe.

Frank Lewandowski, Trainer beim SuS Oberaden, nimmt die Vorbereitung ohne Fußballspielen mit Humor: „Wir sind mittlerweile eine Laufgemeinschaft geworden.” Neu dabei sind Bastian Sudhaus und André Schmidt. Akyildiz, Demiroglu, Mose und Celik werden nicht mehr für den SuS auflaufen. „Ansonsten gibt's über die Vorbereitung nichts zu sagen, alle Teams sind da gleich benachteiligt. Deshalb kann ich auch keine Prognose abgeben”, so Lewandowski.

Carsten Rüßel

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