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Lippepokal der SG Lünen

Auf Bibbern folgt Sonnenbaden

17.06.2012 | 20:17 Uhr
Auf Bibbern folgt Sonnenbaden
Lippe-Pokal im Freibad am Cappenberger See.

Lünen. Wer drin war im 24 Grad warmen Wasser hatte am Samstag unbestrittene Vorteile im Freibad Cappenberger See. Wer draußen war, stand in Wind, Kälte und Regen am Beckenrand, wartete auf seinen nächsten Einsatz oder schlüpfte gleich in die langen Klamotten - Strickmütze inklusive.

Es war schade für die rund 300 Schwimmer, die sich in diesem Jahr zum 21. Lippe Pokal der SG Lünen eingefunden hatten. Aber Schwimmer sind auch hart im Wetter-nehmen, nach Hause fuhr keiner vorzeitig und es blieb wegen des Sauwetters am Samstag auch keiner gleich zu Hause. „Es sind wieder ungefähr so viele gekommen wie in den vergangenen Jahren“, sagte Meike Meyer. Sprecherin der SG Lünen. Und am Sonntag wurden alle mit Sonne und wärmeren Temperaturen entschädigt.

Siegreiche Staffel der SG Lünen I. Von links Benedikt Oehl, Lukas Rümmenapp, Daniel Pisalski, Christian Fahrenholz, Katharina Marx, Lena Wolf, Sarina Hartkopf, Christina Fahrenholz.

Die Startgemeinschaft begrüßte auch wieder gern gesehene Stammgäste aus der Lüner Partnerstart Swinton bei Manchester. „Alle zwei Jahre kommen wir her“, berichtete Carol, die seit Anfang an dabei ist. „In einem Jahr fahren wir mit unserer Gruppe nach Lünen, im anderen auf die Isle of Man. Das sind unsere jährlichen Sommer-Höhepunkte“, ergänzte Andrew, immer zu identifizieren an der Aufschritt auf seinem Polo-Shirt: „Team Manager“

In diesem Jahr hatten es die Briten leider nicht so bequem wie sonst: Die Jugendherberge am Cappenberger See war ausgebucht, die Schwimmer aus Swinton, immerhin 43 Schwimmer zwischen acht und 23 Jahren samt großem Begleiterteam, mussten zum Übernachten nach Dortmund ausweichen. „Es hat sich trotzdem gelohnt, wir haben viele Podestplätze eingefahren“, freute sich Andrew.

Besuch aus Nizza: Jerome mit Katrin (links) und Mira aus Düren, wo der französische Schüler in diesen Wochen wohnt.

Unter den ersten Dreien landete auch ein anderer Teilnehmer, der der Veranstaltung weiteres internationales Flair verlieh: Je´rome Chambeau aus Nizza. Der 14-Jährige ist in diesen Wochen als Austauschschüler in Düren, schwimmt auch in Nizza bei „Olympic Nice Natation“ und wurde natürlich zum Lüner Schwimmfest mitgenommen. „Mir gefällt’s“, sagte Jerome. Auf das Wetter angesprochen zuckte der Junge vom Mittelmeer dann aber doch ein wenig ratlos mit den Schultern. „Klar ist es bei uns zu Hause schön warm. Man kann’s eben nicht ändern“, meinte er.

Im Becken war der Südfranzose übrigens ziemlich erfolgreich, gewann die 50m Freistil seiner Klasse und die 200m Lagen und wurde über 200 Meter Brust Zweiter.

Info
Ohne sie ginge es nicht

Auch ein Schwimmfest wie der Lippepokal ist ohne Sponsoren nicht denkbar.

Daher dankt die SG Lünen besonders der Sparkasse Lünen sowie den Firmen „Time“ für die elektronische Zeitmessung und „Stage Entertainment“ für die zeitgemäße musikalische Beschallung am Rande.

Höhepunkt des Samstags war die 8x50 Meter Staffel am Abend: Offen für Teilnehmer jeden Alters und jeden Geschlechts. Es gewann mit Riesenvorsprung die SG Lünen I in der Besetzung Benedikt Oehl, Lukas Rümmenapp, Daniel Pisalski, Christian Fahrenholz, Katharina Marx, Lena Wolf, Sarina Hartkopf und Christina Fahrenholz. „Darauf hatten wir gehofft. Schön, dass es nun auch geklappt hat“, freute sich SG-Trainer Matthias Hövener.

Mit neuen Bestzeiten rechneten die Spitzenschwimmer der jeweiligen Vereine übrigens eher weniger. „Die sind angesichts des Regens und des ebenso störenden Windes kaum drin“, sagte Meike Meyer und nannte noch einen anderen Grund dafür: „Unsere Spitzenleute haben die Saisonhöhepunkte inklusive Deutscher Meisterschaft schon hinter sich. Darauf haben sie trainiert. Es würde schon wundern, wenn einer danach noch eine Bestzeit hinlegt“, so Meike Meyer.

Anders verhält es sich beim jüngeren Nachwuchs. „Die Kleinen können sich hier noch für die südwestfälischen Meisterschaften qualifizieren“, erläuterte Meike Meyer.

Trotz der unterschiedlichen Zielsetzungen fielen wieder diverse Lippepokal-Rekorde: Die Dortmunderin Hannah Freiwald (Jahrgang 1993) knackte gleich vier Rekorde ihrer Dortmunder Clubkameradinnen: Über 50, 100 und 200m Schmetterling sowie über 50m Freistil stehen am Cappenberger See nun neue Marken in der Bestenliste. Ein Einsatz, der sich für Hannah Freiwald durchaus auch finanziell lohnte: Mit Sieg- und Lippe-Pokal-Rekord kam sie auf 300 Euro in diesen vier Disziplinen.

Dass man mit Schwimmen nicht reich werden kann, bleibt trotzdem richtig...

Von Carsten Rüßel


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