Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Interview mit Dr....

„Anteil im fünfstelligen Bereich“

17.01.2011 | 17:44 Uhr

In einer Klausurtagung berieten die Fußballer des Lüner SV am vergangenen Wochenende ihre Pläne für 2011. Abseits des Sportlichen Geschehens wird der Neubau eines Kabinentraktes am Stadion Schwansbell das Jahr prägen. Wir sprachen mit dem Vorsitzenden Dr. Dieter Wiefelspütz.

Nach einer ersten Planung, die diese Zeitung Ende Oktober veröffentlicht hatte, sollte der Kabinen-Neubau 900.000 Euro kosten. 300.000 wird die Stadt aus der Sportpauschale beisteuern. Woher kommen die restlichen 600.000?

Dr. Dieter Wiefelspütz, Vorsitzender der LSV-Fußballer.

Dr. Wiefelspütz: Erst einmal betone ich, dass hier die Stadt Lünen der Bauherr ist und nicht der Lüner SV. Wir werden also in nächster Zeit die Frage zu beantworten haben, wie viel Geld wir als Verein in das Projekt stecken können. Und an dieser Frage arbeiten wir jetzt intensiv. Zur Summe: Unser Anteil kann höchstens irgendwo im fünfstelligen Bereich liegen.


Was bekommt man dann am Ende für ein Gebäude?

Das wird sich noch zeigen. Wir haben aber schon einiges an Sparmöglichkeiten in Planung. Zum Beispiel sollten im Kabinentrakt Toiletten für die Aktiven reichen. Für die Allgemeinheit könnte man die vorhandenen unter den Tribünen erweitern. Bei Großveranstaltungen - und davon gibt es in Schwansbell ja nicht so viele - könnte man mobile Toiletten anmieten. Das ist ein Beispiel.

Eine andere Frage ist, was der LSV an Eigenleistung beisteuern kann. Unser 2. Vorsitzender Imdat Acar ist beispielsweise Bau-Unternehmer, er engagiert sich jetzt schon sehr für den Verein.


Ist der LSV denn der LSV nach selbst eingeräumten schwierigen Jahren und dem Bau des Kunstrasens überhaupt in der Lage, noch einmal einen nennenswerten Betrag zu stemmen?

Die 50.000 Euro Eigenanteil, die wir für den Kunstrasen bezahlen mussten, sind bis auf eine kleine Summe von 2000 oder 3000 Euro erledigt. Nach Jahren der Konsolidierung stehen wir besser da, als noch vor einigen Jahren. Wenn wir als LSV heute den Schlüssel abgeben würden, stünde nach Gegenrechnung des Werts unserer Clubheim-Immobilie eine kleine schwarze Zahl vor dem Komma.

Fakt ist aber, dass das Kabinenprojekt mindestens zwei Nummern größer ausfallen wird als der Kunstrasenbau. So versuchen wir zum Beispiel, doch noch eine Hausmeisterwohnung zu realisieren. Die Stadt hat schon signalisiert, dass sie dazu gar nichts beitragen wird. Wir sind aber überzeugt, dass Präsenz vor Ort der einzig wirksame Schutz vor weiteren Bränden und Zerstörungen ist.


Das Mobiliar und Inventar, das beim Brand im September 2010 zerstört wurde, war größtenteils nicht versichert. Wie sieht es denn mit einer Erstattung aus?

Die wird es von der Versicherung für die Brandschäden geben. Wobei der Betrag erheblich höher ausfällt, wenn man neu baut, statt zu sanieren. Diese Rückerstattung zusammen mit dem LSV-Eigenanteil wird unser Beitrag zum Kabinen-Neubau sein. Für konkrete Zahlen ist es aber noch zu früh.


Wie steht es um die sportlichen Ziele? Mittlerweile ist der LSV ja nur noch Bezirksligist.

Wir haben Vertrauen in die sportliche Leitung und Trainer Christian Hampel, die Mannschaft ist auf einem guten Weg. In einem überschaubaren Zeitraum wollen wir wieder in der Landes- oder Westfalenliga spielen. Auch hier hängt alles vom finanziell Machbaren ab, es wird keine Abenteuer in dieser Richtung geben.

Ich sehe in sportlicher Hinsicht aber auch Fortschritte abseits der aktuellen Tabelle. So werden wir im August zeitnah zum Saisonbeginn ein Turnier veranstalten, das den Charakter einer offenen Stadtmeisterschaft haben wird.

Wird es im Jahr 2011 wieder ein großes Open Air-Konzert wie im vergangenen Jahr mit Mark Medlock geben?

Das Risiko dieser Veranstaltung war groß. Wir planen, vielleicht zum Abschluss des Turniers ein musikalisches Highlight anzubieten. Aber wahrscheinlich nicht mehr in der Größenordnung der vergangenen Veranstaltung..

Wo sehen Sie Ihren Platz in den nächsten Jahren?

Ich habe intern schon angekündigt, dass ich den Wirtschaftsrat des Lüner SV neu beleben und vergrößern möchte. In dem Gremium würde ich gern eine Rolle spielen und den Vorsitz nach gut 13 Jahren abgeben. Wenn nach dem Kunstrasenplatz auch der Kabinenbau realisiert wird, dann darf der LSV behaupten: Wir sind für die nächsten Jahrzehnte gut aufgestellt. Das wäre für mich ein idealer Zeitpunkt, eine andere Aufgabe zu übernehmen.

Carsten Rüßel

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4178216/create

Aktuelle Fotos und Videos
Sport am Wochenende
Bildgalerie
Fotostrecke
Derby in Oberaden
Bildgalerie
Fotostrecke
Aufstiegsjubel
Bildgalerie
Aufstiegsjubel beim LSV
Kreispokal Lüdinghausen
Bildgalerie
Finalspiel Wethmar gegen...
Aus dem Ressort
Aufgestiegen - abgeschossen
0:3 des Lüner SV
Im ersten Spiel nach dem Aufstieg lieferte der Lüner SV seinen zahlenden 140 Zuschauern eine Blamage. Mit 0:3 verlor der Meister gegen die abstiegsbedrohte ÖSG Viktoria - ein Ergebnis, das den Mitabstiegskonkurrenten der Dortmunder, Südkirchen und Bergkamen, wie eine Stinkbombe in der Nase liegen...
3:0 - Westfalia Wethmar bleibt an der Spitze
Fußball-Kreisliga
Knapp eine Stunde lang schien es, als würde sich Westfalia Wethmar im Meisterkampf die Zähne an Simon Willner ausbeißen. Der Keeper des SV Stockum hatte in einem äußerst einseitigen Spiel bis dahin bereits fünf hochkarätigste Chancen der Gäste vereitelt.
Text