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"Sportlich und wirtschaftlich zulegen"

01.04.2008 | 22:53 Uhr

(ecki) Ilona Pollmer, Vorsitzende des Frauen-Eishockey-Bundesligisten EC Bergkamen, war zu Gast in unserer Sportredaktion, hielt Rückschau auf die vergangene und gab gleichzeitg einen Ausblick auf die neue Saison.

Eigentlich wollte der EC Bergkamen ein drittes Mal Deutscher Pokalsieger werden. Heraus kam ein vierter Platz im Cup und auch in der Bundesliga. In beiden Wettbewerben waren man jedoch fairstes Team, was hier die ECB-Vorsitzende Ilona Pollmer mit dem Fairnesspokal dokumentiert. (Bild: Wäsche)

Die zweite eingleisige Bundesliga-Saison im Frauen-Eishockey ist passee. Sportlich wurde der ECB Vierter, ebenso im Deutschen Pokal. Ist das zufriedenstellend ?

Wir hätten gerne unseren Titel als Deutscher Pokalsieger verteidigt, zumindest das Endspiel erreichen wollen. So wurde es Rang vier, was angesichts einiger angeschlagener Spielerinnen noch vertretbar ist. Der vierte Platz in der Bundesliga ist okay. Es hätte noch besser kommen können, wenn da nicht unsere Heimschwäche gewesen wäre.

Gibt es für diese Heimschwäche Erklärungen ?

Wir haben auch gerätselt, warum wir uns Zuhause so schwer tun. Eine Erklärung haben wir nicht gefunden. Vielleicht haben wir uns diese Heimschwäche auch nur eingeredet. Moral und Teamgeist sind absolut intakt. Es gibt keinen Zickenalarm.

Sportlich ist man also weitgehend zufrieden mit dem Saisonverlauf. Wie sieht es wirtschaftlich aus ?

Sagen wir es mal so, wirtschaftlich haben wir uns gegenüber den Vorjahren nicht verschlechtert. Dank großzügiger Sponsoren, da ist vor allem die Firma Busemann zu erwähnen, entstand trotz der Auswärtsfahren nach Bayern, Hamburg und Berlin beispielsweise kein Minus in der Kasse. Dennoch mussten die Spielerinnen bzw. deren Eltern finanziell zubuttern.

Wie ist das zu verstehen ? Die Spielerinnen müssen noch Geld mitbringen für den Spielbetrieb ?

Ich weiß, dass es in vielen anderen Sportarten anders ist, da zahlt der Verein (fast) alles. Bei uns muss beispielsweise für Auswärtsfahren jede Spielerin einen Fahrtkostenanteil selbst mittragen. Der summiert sich so auf 3000 bis 5000 Euro pro Saison. Wenn wir diesen Betrag auch noch anderweitig abdecken (weitere Sponsoren?) könnten, dann wäre uns und den Spielerinnen schon sehr geholfen.

Der EC Bergkamen war Deutscher Meister, zweimal Deutscher Pokalsieger, spielt in der Bundesliga und erfährt nicht die notwendige finanzielle Unterstützung. Was läuft da falsch ?

Wir haben gegenüber den Vorjahren schon mehr Anstrengungen unternommen, mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht, unseren Sponsorenpool erweitert. Alles ist äußerst schwierig. Das Geld sitzt nicht mehr so locker. Wie gesagt, wenn wir den Spielerinnen ihren Fahrtkostenanteil abnehmen könnten, wäre uns schon sehr geholfen. Von den Zuschauereinnahmen allein könnten wir den Spielbetrieb nicht aufrechterhalten.

Wie sehen die Planungen für die neue Saison aus, vor allem sportlich ?

Allem Anschein nach bleibt die Mannschaft weitgehend zusammen. Die Leistungsträgerinnen, wie Lanzl, Ziegenhals, Schröder, Weltermann, um nur einige zu nennen, haben signalisiert weiterzumachen. Trainer Robert Bruns hat hinter sein weiteres Engagement allerdings noch ein Fragezeichen gesetzt. Es ist aber wichtig, dass er an Bord bleibt. Davon machen wohl auch einige Spielerinnen ihr Verbleiben abhhängig. Wir sind aber guter Dinge, dass Robert Bruns in seine fünfte Saison bei uns geht.

Kann die Mannschaft stärker werden und noch mehr als Rang vier in der Bundesliga belegen ?

Ein ganz klares Ja. Die Mannschaft ist ingesamt noch sehr jung, hat Potenzial, kann sich noch weiter steigern. Ob es dann schon gegen die beiden Topteams der Bundesliga, Planegg und Berlin, reicht, wird sich zeigen. Wir sind jedenfalls auf einem guten Weg.

Noch eine persönliche Frage zum Schluss, wie bewerten Sie ihr erstes Jahr als Vorsitzende des EC Bergkamen ?

Ich bin ja schon mehr als 20 Jahre ECB- und Vorstandsmitglied, spiele auch noch selbst. Der Verein liegt mir am Herzen. Wir funktionieren im Vorstand, es läuft gut und ich sehe mein Amt nicht als Belastung an. Im Gegenteil, die Freude überwiegt.

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