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„Noch eine Schüppe drauflegen“

10.02.2012 | 16:46 Uhr
„Noch eine Schüppe drauflegen“
Kevin Kaczynski, Jannis Kahlke und Daniel Masur vor der Rod Laver-Arena in Melbourne.

Aus in Runde eins bei den Australian Open der Junioren. 0:6 der erste Satz, 8:10 im Tie break der zweite. Bitter für den Kamener Daniel Masur. Das erste Grand Slam-Turnier müsste man auf den ersten Blick als Flop werten. Sportlich wohlgemerkt. Und doch hat es dem 17-Jährigen weitaus mehr gebracht, als es die nackten Zahlen ausdrücken. „Ich habe wertvolle Erfahrungen sammeln können“, sein persönliches Fazit, „auch wenn ich sportlich hinter den Erwartungen geblieben bin.“.

Aus in Runde eins bei den Australian Open der Junioren. 0:6 der erste Satz, 8:10 im Tie break der zweite. Bitter für den Kamener Daniel Masur. Das erste Grand Slam-Turnier müsste man auf den ersten Blick als Flop werten. Sportlich wohlgemerkt. Und doch hat es dem 17-Jährigen weitaus mehr gebracht, als es die nackten Zahlen ausdrücken. „Ich habe wertvolle Erfahrungen sammeln können“, sein persönliches Fazit, „auch wenn ich sportlich hinter den Erwartungen geblieben bin.“.

Klar, die Erwartungen des Kamener Gymnasiasten, waren natürlich höher gesteckt. Eins, zwei Runden überstehen, Viertelfinale. Das Potenzial hat Daniel Masur allemal, ohne Überheblichkeit raushängen zu lassen. Sein Erstrundengegner, der Brite Luke Bambridge, war durchaus schlagbar und auch die übrige Konkurrenz, die er beobachten konnte, wenngleich wehmütig, hat ihm keine Minderwertigkeitskomplexe eingeflößt. Nein, es waren die vielen, neuen Eindrücke, die auf ihn, den Debütanten auf der großen Bühne, einwirkten, hemmten.

Die Hitze, die Atmosphäre, vieles war anders, alles war viel größer, professioneller als er es bisher kannte. „Darauf muss man sich erst einmal einstellen können.“ Bundestrainer Peter Pfannkoch, der seine drei deutschen Schützlinge - Kevin Kaczynski (er wohnt wie Masur ebenfalls im Kamener WTV-Gästehaus) und Jannis Kahlke (Marburg) – in Melbourne coachte, hatte gleich die richtige Erklärung für die Zwei-Satz-Niederlage: „Eine typische erste Runde.“

Viele Eindrücke ausMelbourne verarbeiten

„Im ersten Satz war ich gar nicht anwesend“, erinnert sich Daniel Masur an das Auftaktmatch in Melbourne, Höchststrafe 0:6. Im zweiten Durchgang lag er auch schon 3:5 hinten, kam dann besser ins Spiel, hatte zwei Satzbälle und verlor doch im Tie break. Fehler über Fehler. Die hat er genau realisiert, analysiert, schon beim Training anschließend sofort „bearbeitet“. „Technische Sachen muss ich verbessern“, professioneller arbeiten und vor allem aufopferungsvoller“, seine Erkenntnisse. Will heißen: Noch mehr lernen, noch mehr trainieren, noch eine Schüppe drauflegen.“ Wichtig auch im Hinblick auf die nächsten Grand Slam, French Open, Wimbledon und US Open. Auch dort will Daniel Masur am Ball sein. Auf jeden Fall hat er „Blut geleckt“. Australien soll erst der Anfang auf der internationalen Bühne gewesen sein.

Viele Eindrücke hat er auf seinem dreiwöchigen Aufenthalt auf dem fünften Kontinent mitnehmen können. „Die Australier sind tennisverrückt, man wird dort behandelt wie ein Profi. Im Supermarkt wird man angesprochen, ob man bei den Open mitspielt, wird um Autogramme gebeten und selbst von Fanclubs, auch deutsche, angefeuert.“ Daniel Masur hatte natürlich auch die Gelegenheit, die Großen seines Ballsports, Djokovic– sein Vorbild - Nadal oder Federer live zu sehen. Unvergessliche drei Wochen.

Das Erstrunden-Aus bei seinem ersten Grand Slam-Turnier ist abgehakt . Der Alltag hat Daniel Masur wieder. Das heißt: Kamener Gymnasium, wohnen im Gästehaus des Westfälischen Tennis-Verbandes und im Leistungszentrum trainieren. In der Schule musste er natürlich viel erzählen, bedankte sich bei der Schulleitung für seine Freistellung, „Das ist ja alles nicht selbstverständlich. Ich weiß das zu schätzen.“

ecki

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