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Mit Gewalt keine Probleme lösen

09.11.2011 | 21:06 Uhr
Mit Gewalt keine Probleme lösen
So beginnt oft die Gewalt auf dem Sportplatz: Rudelbildung, Verbalattacken und Handgreiflichkeiten.

Der Fröndenberger Gerd Schürmann ist Problemlotse im Fußballkreis Unna/Hamm. Wenn auf dem Sportplatz geprügelt wird, es zu Ausschreitungen kommt, dann schaut er genauer hin.

Dresdner Ultras randalieren im Dortmunder Signal-Iduna-Park, in Frankfurter Stadion tobt der Mob. Zwei der jüngsten Fußball-Krawalle, die für Aufsehen sorgen. Gerd Schürmann schaut da genau hin, aber noch genauer, wenn sich Schlägereien, Spielabbrüche oder Jagdszenen, eben Gewalt auf den Fußballplätzen, im heimischen Fußballkreis Unna/Hamm abspielen. Muss er wohl auch, denn der Fröndenberger ist nämlich Problemlotse im Kreis 32.

Seit einem Jahr verdingt sich der langjährige Funktionär in diesem Ehrenamt. Durch Kommunikation und Integration Konflikte vermeiden, Präsenz gegenüber Vereinen zeigen, Gewalt auf den Sportplätzen präventiv entgegenwirken. Das gehört zum Tätigkeitsprofil des Problemlotsen. Nichts Neues für Gerd Schürmann, war er doch vorher bei den Schiedsrichtern auch schon so eine Art Streitschlichter, wurde auf Lehrgängen in Kaiserau und Duisburg mit taktischen Verhaltensweisen dafür geschult.

„Der Gerd kann das, der Gerd macht das“, so wurde er vom Kreisvorstand dann auch für das Amt des Problemlotsen „bestimmt“ – und der Gerd macht das.

Dass der Fröndenberger gegen jegliche Form von Gewalt ist, das muss er nicht besonders herauskehren. Seit eh her eine seiner Lebensmaxime. „Mit Gewalt kann man keine Probleme lösen, genau so wenig gehört Gewalt auf den Sportplatz oder in das Stadion“, sagt er, weiß aber genau, dass das nicht gänzlich zu verhindern ist. Die Palette der Emotionen während des 90-minütigen Fußballspiels ist groß: Unkultivierter und grober Umgangston unter Spielern, Trainern und Zuschauern; beleidigende Zurufe, aggressive Wortgefechte und obszöne Bemerkungen; über arte Spielweise; Anhäufung von Fouls und Tätlichkeiten; Unmutsäußerungen über Entscheidungen des Schiedsrichters - oft mit Gewaltanwendungen; Einschüchterungen, Anfeindungen, Drohungen; unbeherrschte Rangeleien, die mitunter zu Schlägereien ausufern; Spielabbrüche und eskalierende Fortsetzungen der Streitereien auch nach dem Spiel.

In erster Linie ahndet die Sportgerichtsbarkeit solche Auswüchse. Aber auch der Kreisvorstand, in dem Falle Vorsitzender Horst Weischenberg, kann auf den Plan treten. „Er ist mein Auftraggeber“, klärt Gerd Schürmann auf, „er kann mir einen Fall zuweisen.“ Zuletzt war das im September die Schlägerei zwischen den beiden neu gegründeten Clubs Maroc und Emre Hamm. Beim Ligaspiel der beiden C-Kreisligisten in Hamm-Heessen prügelten sich Spieler und inszenierten einen großen Polizeieinsatz. Schürmann setzte sich mit den Beteiligten hin, untersuchte den Fall. Sein Eindruck: „Die Geschehnisse sind öffentlich falsch und überzogen dargestellt worden.“ Drei Personen prügelten sich, der Zwist hatte offenkundig privaten Ursprung und fand gar nicht auf dem Platz statt. Schürmann sprach mit den Beteiligten, gab Tipps und ist guter Hoffnung, dass diese umgesetzt werden.

Dass es vermehrt zu Ausschreitungen auf den Fußballplätzen kommt, ist auch nach Ansicht von Gerd Schürmann eindeutig ein gesellschaftliches Problem. Viele würden Fußball als Ventil benutzen, um Perspektivlosigkeit oder Alltagsstress auszuleben. „Die Hemmschwelle ist klar gesunken und bei ausländischen Mitbürgern besonders niedrig“, weiß das Gerd Schürmann aus langjähriger Fußball-Erfahrung. Sein Appell: „Wir brauchen eine neue Einstellung, mehr Respekt im Umgang miteinander, die Vereine müssen sich deutlicher zur Gewaltfreiheit bekennen, bei Verstößén konsequent bestrafen.“ Auch die Justiz müsste bei Ausschreitungen zügiger reagieren, nach Anzeigen zu schnelleren Urteilen und härteren Urteilen kommen. „Das hätte schon eine gewisse Wirkung.“

Die Problemlotsen aus den FLVW-Kreisen tagen zwei Mal im Jahr, am kommenden Wochenende trifft man sich wieder in Kaiserau. Gerd Schürmann ist dabei

ecki

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