Karl-Heinz Flechsig fiebert besonders
18.02.2010 | 20:00 Uhr 2010-02-18T20:00:00+0100Wieder steht an diesem Wo-chenende ein Derby auf dem Spielplan der Handball-Landesliga. Es geht schon Freitag (20 Uhr) um die inoffizielle Kamener Stadtmeisterschaft zwischen dem VfL Kamen und dem HC Heeren. Ein Mann fiebert dieser Begegnung besonders entgegen - VfL-Betreuer Karl-Heinz Flechsig.
Der 67-jährige „Teilzeit-Rentner" feiert in diesem Jahr sein „Silberjubiläum" auf der Bank des Kamener Traditionsvereins. „Damals trat Lothar ‚Lollo' Strusinsky an mich heran, der zu der Zeit Betreuer war", erinnert sich Flechsig. „Das war zu der Zeit, als Rudi Rauer die Truppe für 14 Tage übernommen hatte." Nachdem Flechsig zugesagt hatte, „hatten sie den Blöden gefunden, den sie gesucht hatten", fügt er schmunzelnd hinzu. „Dann hat mich die Sache nicht mehr losgelassen." Zum VfL war er im Übrigen durch seine beiden Söhne Dirk und Mark gekommen, die beide bei den Blau-Weißen als Handballer aktiv waren.
Überhaupt die Familie. „Ich bin in unserem Betrieb inzwischen der ‚Vater für alles', beschreibt er seine Rolle im Familienbetrieb „Flechsig". Trotz des Rentenalters kann „man ja nicht einfach so Abschied nehmen." So heißt es dann immer: „Vater mach mal hier, Vater mach mal da." Hauptsächlich zuständig ist er jedoch für den Einkauf und Büroarbeiten.
Seine Aufgabe auf der Bank bei den VfL-Handballern fasst er kurz und knapp zusammen: „Mädchen für alles." Hier sorgt er zum Beispiel für die Getränke beim Spiel - und manchmal auch für die, die es in der bekannten „dritten Halbzeit" gibt. „Da hole ich schon mal eine Kiste Bier ran. Da fällt auch schon mal hier und da was ab", setzt er etwas nebulös hinzu.
»Als Graue
Emminenz auch im
Vorstand aktiv«
So einen hatten sie ja auch ge-sucht." Aus einem Bereich auf der Bank hält er sich jedoch völlig heraus. „Dem Trainer Tipps zu geben, da lasse ich die Finger von. Schließlich habe ich nie selber Handball gespielt", überlässt er den sportlichen Bereich Trainer Dirk Eggert und dessen Co-Trainer Uli Gosewinkel. Er schränkt jedoch ein wenig ein: „Man sieht zwar über die Jahre so einiges, trotzdem halte ich mich da raus, denn dafür ist der Uli da. Es können bekanntermaßen nicht viele Köche im Brei herum rühren."
Neben der „Banktätigkeit" bringt er inzwischen seine Erfahrungen auch im Handball-Vorstand des VfL aktiv ein. Da wehrt er sich auch nicht gegen die Bezeichnung „Graue" Eminenz". Trotzdem liebt er es doch, seine Rolle auf und neben der Bank ein wenig herunter zu spielen.
Natürlich kommt er nicht um einen Tipp für den heutigen Abend herum. Eine Aussage in Zahlen ist ihm nicht zu entlocken. Seine Prognose klingt jedoch nicht sehr optimistisch: „Wenn Daniel Pätzold weiter ausfällt, dann wird es ganz schwer für uns gegen die Heerener. Wir haben zwar ein Heimspiel und ich hoffe, dass es gut geht."
Zum Schluss zeigt er noch ein weiteres Talent. Aus langjähriger Erfahrung hat er einen guten Tipp für alle, die an Arthrosen leiden: „Apfelessig mit Honig, das hat erstaunliche Wirkung besonders an den Armen."
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