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Eishockey

Doppelspielrecht nicht leicht

13.12.2011 | 16:31 Uhr
Doppelspielrecht nicht leicht
Die Mannschaften des EC Bergkamen bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier. Mit dabei Rebecca Graeve (4.v.re.).

Eishockey spielen bei den Jungs oder bei den Frauen? Für Rebecca Graeve stellt sich diese Frage an fast jedem Wochenende aufs Neue. Die 18-Jährige aus Iserlohn besitzt ein Doppelspielrecht beim Frauen-Bundesligisten EC Bergkamen und auch bei den Young Roosters Iserlohn in der Jugend-Bundesliga

Eishockey spielen bei den Jungs oder bei den Frauen? Für Rebecca Graeve stellt sich diese Frage an fast jedem Wochenende aufs Neue. Die 18-Jährige aus Iserlohn besitzt ein Doppelspielrecht beim Frauen-Bundesligisten EC Bergkamen und auch bei den Young Roosters Iserlohn in der Jugend-Bundesliga. Am letzten Wochenende musste sie bei ihrem Stammverein ran, konnte die Bärinnen bei ihrer Bayern-Reise nach Planegg nicht begleiten.

Leicht fällt ihr die Entscheidung nicht, für die Roosters anzutreten und dann nicht bei den Bärinnen dabei zu sein. Doch es geht in erster Linie darum, was ihr sportlich weiter hilft. „Und da werde ich bei den Jungs halt mehr gefordert“, gibt Rebecca Graeve zu. „Da wird härter und schneller gespielt, auch im Training, fast jeden Tag.“ Also steht das Jungen-Eishockey derzeit noch in ihrer Gunst leicht vorne. Schließlich möchte sie so ihren Stammplatz in der deutschen Frauen-Nationalmannschaft festigen. Sie hat da Ziele: Die nächste Weltmeisterschaft und dann vor allem Olympia 2012 in Sotschi.

Ein Jahr lang kann Rebecca Graeve ihr Doppelspielrecht noch ausüben. „Ein Jahr lang kann ich bei den Jungs noch mitspielen, dann geht es nicht mehr, dann werde ich nur noch für den EC Bergkamen spielen“, klärt sie auf. In Bergkamen werden sie es gerne hören. Dort fühlt sie sich sehr wohl, hat Spaß, ist vom Zusammenhalt in der Mannschaft angetan und auch von der guten Stimmung, kommt immer wieder gerne in die Bergkamener Eishalle. „Im Training arbeitet Trainer Robert Bruns sehr individuell mit mir, achtet sehr auf meine Schwächen und wir versuchen sie abzustellen.“ Hartes Training bei den Jungs, individuelles Training bei den Frauen. Verteidiger bei den Jungs, Stürmerin bei den Frauen. Damit kommt sie klar, das bringt sie ihrer Meinung nach weiter.

So wird es auch in ihrem Elternhaus gesehen, sie erfährt dort volle Unterstützung – auch finanziell. Denn: Bekanntlich kann man mit Jugend- oder Frauen-Eishockey kein Geld verdienen. „Auch wenn man in der Bundesliga spielt“, ergänzt sie, „man muss sogar noch Geld mitbringen.“ Geld verdienen, das will sie später einmal im Beruf. Nach ihrem Fachabitur möchte sie am liebsten Sportwissenschaften studieren, sucht noch einen Studienplatz und macht derzeit ein Praktikum in einem Fitnesscenter. Seit ihrem fünften Lebensjahr steht Rebecca Graeve auf dem Eis. Während ihre beiden älteren Schwestern sich als Eiskunstläuferinnen Pirouetten drehten, wollte sie lieber mit dem Schläger in der Hand dem Puck hinter her laufen. Das tut sie eben heute noch, spielte in diversen Auswahlmannschaft, schaffte den Sprung vom deutschen U18-Nationalteam in die DEB-Frauen-Auswahl.

Dass es derzeit trotz guter Spielerinnen beim EC Bergkamen nicht wie gewünscht in der Bundesliga läuft, passt ihr ganz und gar nicht. „Wir müssen jetzt eine Erfolgsserie starten, wieder selbstbewusster werden, dann treffen wir sicher auch wieder häufiger in das gegnerische Tor.“ Dabei will Rebecca Graeve auf jeden Fall in den nächsten wichtigen Spielen mithelfen und das Pendel des Doppelspielrechts mehr zum ECB ausschlagen lassen.

ecki

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