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Fußball

Ausstiegsklausel unterschiedlich interpretiert

12.02.2010 | 20:00 Uhr

Bergkamen. Der VfK Weddinghofen spricht von einem nicht mehr gegebenen Vertrauensverhältnis. Volker Rieske sieht es anders. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sein Statement gegenüber unserer Sportredaktion.

Der VfK Weddinghofen spricht von einem nicht mehr gegebenen Vertrauensverhältnis. Volker Rieske sieht es anders. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sein Statement gegenüber unserer Sportredaktion. Unterschiedliche Standpunkte, aber eine Konsequenz: Der Fußball-Landesligist und der langjährige Coach haben sich getrennt (wir berichteten).

Zündschnur war die ursprünglich im Dezember letzten Jahres vereinbarte weitere Zusammenarbeit, die Volker Rieske einseitig aufkündigte und ein Engagement beim Dortmunder Landesligisten FC Brünninghausen für die neue Saison einging. „Es gab eine Ausstiegsklausel nur für einen höherklassigen Verein", stellte Karl-Heinz Hüchtmann, Sportlicher Leiter des VfK, dazu noch einmal klar.

»Stimmung war

gut wie lange

nicht mehr«

Rieske interpretiert das anders, er räumt seinem neuen Club „höherklassige Ambitionen" ein. Egal, der VfK stellte seinen langjährigen Fußballlehrer mit sofortiger Wirkung von allen Traineraufgaben frei und installierte Thorsten "Toto" Grützner mit Sascha Drücker als Nachfolger.

Beim Donnerstag-Meeting verabschiedete sich Rieske von der Mannschaft, die nach seinem Bekunden überrascht und enttäuscht von dieser Entwicklung gewesen sei. Hüchtmann stellt das anders dar: „Einige Spieler waren erleichtert ob der Trennungsverkündung. Wir haben alle hinterher noch lange zusammen gesessen, die Stimmung war gut wie lange nicht mehr.” Rieske weiter: „Ich habe den Spielern viel Glück gewünscht für den weiteren Saisonverlauf." Auf keinen Fall wolle er dem VfK Spieler abspenstig machen und sie mit zu seinem neuen Verein locken. „Tempel war schon vorher mit dem FCB klar, Parossa geht nach Brünninghausen", verriet Rieske da keine Neuigkeiten mehr.

Überrascht von der Entwicklung war auch Thorsten Grützner, der nicht lange über das Angebot nachdenken musste, als ihm der VfK-Vorstand antrug, das Rieske-Erbe bis zum Saisonende zu übernehmen. „Ich hätte mich ohnehin in der zweiten Serie angesichts der Abgänge (Anm.: Tran, Hasic, Daldalian und Tempel) wieder als Aktiver zur Verfügung gestellt." Stand by-Spieler war sein bisheriger Status, er hätte jetzt wieder mehr eingegriffen, nachdem er berufsbedingt zunächst etwas kürzer treten musste. Dienstag und Donnerstag wird er fortan das Mannschaftstraining leiten, Freitag soll es in Absprache Sascha Drücker tun.

»Keine Viererkette,

eher klassisch

und mit Libero«

„Freitags kann ich beruflich nicht", merkt „Toto" dazu an. Ihm ist das Trainergeschäft nicht fremd, bei DJK Schwerte musste er auch schon mal einspringen und unter Volker Rieske war er ja anfänglich Co-Trainer.

Ganz nach oben schielt Thorsten Grützner in der Tabelle nicht mehr. Im Gegenteil, „wir müssen noch ein paar Pünktchen sammeln, um nicht nach unten abzurutschen." Er sieht dazu genügend Potenzial in der Mannschaft. Viele Gedanken konnte sich der neue Coach noch nicht über Aufstellung und Taktik machen. „Dazu ist alles noch zu frisch, das beginnt jetzt." Eines weiß er aber schon, „ich werde hinten nicht mit einer Viererkette spielen, eher klassisch und mit Libero." Und da spielt er sogar mit dem Gedanken, die Libero-Position selbst zu bekleiden. „Wir müssen erst einmal ans Spielen kommen", der geplante am Sonntag gegen Hohenlimburg fällt allerdings aus. „Jetzt müssen wir weiter sehen.” Thorsten Grützner geht's an.

Eckhard Albrecht

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