"Alle haben sich wieder richtig lieb"
29.02.2008 | 23:05 Uhr 2008-02-29T23:05:47+0100(ecki) Der Verband befürchtete das Vertrauen in seinen Kooperationsvertrag beschädigt, der Kreisvorstand bestand auf Einhaltung von Spielregeln und die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Bergkamen hatte das Ziel, nur wieder Fußball zu spielen. ...
... Drei Standpunkte, drei Meinungen, die es galt "zu einem vernünftigen Ziel zu bringen", wie es FLVW-Vizepräsident Klaus Jahn, formulierte. Klaus Jahn hatte die streitenden Parteien, hier den Kreisvorstand des Fußballkreises Unna, vertreten durch die beiden Vorsitzenden Horst Weischenberg und Michael Allery, dort die BSG Bergkamen, vertreten durch Kassierer Thomas Leitmann, Dietmar Jezek und Jörg Lenge (Alt-Schering-Funktionäre), im SportCentrum Kaiserau an den Verhandlungstisch gebeten. Ausgangspunkt war der Beschluss des Kreisvorstandes, wonach Mannschaften des Kreises nicht mehr gegen Mannschaften der Betriebssportgemeinschaft spielen durften (wir berichteten).
Horst Weischenberg sah sich zu dieser Maßnahme veranlasst, weil die BSG Bergkamen seiner Meinung nach Regeln im Spielbetrieb (Falsche Spielberichte, Doppelspielrecht von Spielern und Nichterfüllen des Schiedsrichtersolls) verletzt hatte. Die BSG pochte dagegen auf den seit 1984 gültigen Kooperationsvertrag zwischen Verband und BSG, die den Spielbetrieb zwischen beiden Partnern regelt. "Die Dinge, die man uns vorgeworfen hat, haben sich überwiegend aus der Historienlage von selbst geregelt", sah Thomas Leitmann eigentlich überhaupt keinen Handlungsbedarf.
"Dass sich die Angelegenheit hochgeschaukelt hat und zu persönlichen Diffamierungen eskalierte, war außerordentlich bedauerlich, muss der BKV Emscher Lippe (Anm.: Dachverband der BSG) angelastet werden, nicht jedoch der BSG Bergkamen", stellte Thomas Leitmann weiter klar. Er akzeptierte die vom Kreisvorstand ins Feld geführten Forderungen. "Wir zahlen beispielsweise wie jeder andere Verein auch, der das Schiedsrichtersoll nicht erfüllt."
Für den BSG-Kassierer war die ganze Angelegenheit überzogen. "So weit hätte es gar nicht kommen müssen. Das hätte man alles viel eher regeln können. Wir freuen uns einfach nur wieder Fußball spielen zu können." Das hat die Ü50 der BSG auch trotz des Verbotes getan, "aber gegen andere Mannschaften und nicht aus dem Kreis", klärte Leitmann auf, "jetzt können wir auch wieder gegen Kreisteams spielen." Eine Ü35-Mannschaft tut sich auch wieder bei der BSG auf.
Dabei spielt das Doppelspielrecht auch nicht mehr eine entscheidende Rolle. "So etwas muss man nicht ständig reglementieren", die Meinung von Klaus Jahn dazu, "das können die Vereine untereinander tun. Man muss nur miteinander reden." Horst Weischenberg war mit dem Ergebnis im SportCentrum zufrieden. "Die BSG hat mir schon ein bisschen leid getan", gestand er, "da haben sich Dinge entwickelt, die mit Fußball nichts mehr zu tun hatten." Er hob den Vorstandsbeschluss auf und jetzt "haben sich offenbar doch alle wieder richtig lieb."
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