35. Ruhrtallauf musste doch abesagt werden
14.02.2010 | 14:21 Uhr 2010-02-14T14:21:00+0100Fröndenberg. „Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, letztlich überwogen die haftungsrechtlichen Aspekte“, kommentierte der 1. Vorsitzende des VfL Fröndenberg, Michael Preuß, den ausgefallenen 35. Ruhrtallauf.
Seit Montag war die Streckenführung unter dauerhafter Beobachtung. Aktive des VfL nahmen den Streckenverlauf unter die eigenen Füße, um über die Möglichkeiten der Durchführung begründet entscheiden zu können. Letztmalig erfolgte die beim Training am Freitagnachmittag. Anschließend wurde auf Grund der Eindrücke grünes Licht gegeben. Die Stadtwerke hatten zugesagt, am Samstagmorgen Straßen und Wirtschaftswege noch einmal mit Räumfahrzeugen zu befahren. Zwei kritische Stellen sollten von Hand entschärft werden und schließlich gab es die Option, den 10-km-Lauf durch zwei Runden auf der 5km-Strecke zu absolvieren, um auf das Wetter reagieren zu können. Am Samstag morgen zeigten sich auf der Graf-Adolf-Straße jedoch rutschige Stellen, die dadurch entstanden waren, dass der nächtlich gefallene Neuschnee festgefahren worden war. „Diese Gefahr wäre vollständig nur zu beseitigen gewesen, wenn der Streckenverlauf im Straßenbereich durch Streusalzeinsatz behandelt worden wäre. Dies stand aber nicht mehr in ausreichendem Maß zur Verfügung“, führte Preuß aus. Entsprechende Hinweise des Kreisstraßenverkehrsamtes, dessen Vertreter die Verkehrssicherheit angesichts dieser Situation nicht gewährleistet sahen, erforderten dann eine Entscheidung. „Als geschäftsführender Vorstand wären wir bei einem Unfall in dieser Situation mit großer Wahrscheinlichkeit wegen Fahrlässigkeit oder grober Fahrlässigkeit persönlich haftbar. Dem wollten wir uns nicht aussetzen. Auch wenn viel Aufwand für die Vorbereitungen betrieben worden ist, gilt es hier zwischen der Sicht als Athlet und verantwortlichem Vorstandsmitglied abzuwägen. Zudem hat uns die Verbandsaufsicht mitgeteilt, dass die Bedingungen als irregulär anzusehen seien, so dass die Ergebnisse für Vereinsläufer auch wertlos gewesen wären und auch nicht für die Kreismeisterschaft hätten gewertet werden können“, sagte Preuß.
Über den Rundfunk, per Email, per Telefon und das Internet wurden die vorangemeldeten Läufer in Kenntnis gesetzt. Diejenigen, die ohne Voranmeldung laufen wollten, und einige, die von der Benachrichtigung nicht mehr erreicht wurden, wurden mit Kaffee, Kuchen und Waffeln entschädigt. Einige ließen sich am Samstagnachmittag nicht nehmen, die Strecke trotzdem zu laufen. Ihr überwiegender Tenor nach der Rückkehr: „Die Verhältnisse sind besser als im Januar in Flierich, aber wir haben für eure Sichtweise Verständnis“. Ein Teil der Läufer verließ das Stadion mit dem Hinweis, jetzt einen Trainingslauf in heimischen Gefilden zu unternehmen.
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