„Wir werden unsere Chance suchen“
10.02.2012 | 15:21 Uhr 2012-02-10T15:21:00+0100
Olpe.Jörg Hennecke ist Vorstandsmitglied des Fußball-Westfalenligisten SpVg Olpe. Der 41-jährige selbstständige Installateur- und Heizungsbaumeister war von 2002 bis 2006 stellvertretender Vorsitzende und von 2006 bis 2010 Präsident des Klubs.
Frage: Herr Hennecke, am Sonntag in einer Woche wird mit dem Auswärtsspiel ihres Vereins beim FSV Werdohl die Rückserie der Westfalenliga fortgesetzt. Wird Ihre Mannschaft überhaupt antreten?
Hennecke: Wieso?
Frage: Weil die Liga bis auf Olpe in der Winterpause alles verpflichtet hat, was laufen kann und die Spielvereinigung wieder als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt wird…
Hennecke: Natürlich treten wir an und werden wie in den letzten Jahren unsere Chancen mit unseren Mitteln suchen. Mit Teamgeist und leidenschaftlichem Kampf. Aber auch spielerisch haben wir gezeigt, dass wir nicht chancenlos sind. Es gilt, die 40-Punkte-Marke zu knacken.
Frage: Die Rolle des Außenseiters scheint Ihrem Klub zu liegen: 24 Punkte und Platz acht bis zur Winterpause. Da könnten Sie träumen. Etwa vom Aufstieg…
Hennecke: Das Träumen überlassen wir anderen. Wenn es die Mannschaft sportlich schaffen sollte und Sechster wird, müssen wir uns damit befassen. Das Wichtigste ist, dass die Mannschaft die Klasse hält.
Frage: Kommen wir zum Finanziellen. Zum 30. Juni 2011 beliefen sich die Verbindlichkeiten des Klubs auf 173 000 Euro. Was hat sich seitdem getan?
Hennecke: Wir haben Spendenaufrufe gemacht, wir haben Sponsoren akquiriert. Es sind einige Gelder geflossen. Am Ende des Jahres konnten wir endlich sagen, dass alle Außenstände bei Spielern, Trainern und so weiter beglichen sind. Das war ein gutes Gefühl. Jetzt sind wir dabei, den Sponsorenpool zu erweitern, den Förderkreis fest zu installieren.
Frage: Wie viele Schulden kann Ihr Klub in einem Jahr tilgen?
Hennecke: Realistisch sind 20 000 Euro, wenn man den sportlichen Erfolg nicht schmälern will. An den Spielern kann nicht weiter gespart werden. Wir müssen die Einnahmeseite verbessern, den guten Namen Spielvereinigung Olpe für die Firmen im Umkreis als Werbepartner nutzen.
Frage: Sie haben kürzlich drei neue Hauptsponsoren für den Verein gewonnen. Haben sich damit alle finanziellen Sorgen in Luft aufgelöst?
Hennecke: Wir hatten schon 2002 einen Förderkreis. Dann haben wir den Verein durch die Weltwirtschaftskrise 2007, 2008 und 2009 geführt, als die Spendenbereitschaft von über 150 000 auf 30 000 Euro abstürzte. Da ist die Einnahmeseite weggebrochen. Jetzt gilt es, da es auch den Firmen besser geht, das wieder aufzubauen.
Frage: Ist es heutzutage besonders schwer, neue Geldquellen zu erschließen?
Hennecke: Für den Amateursport ist es sehr schwer, Sponsoren zu finden. Alle wollen ganz nach oben und in der ganzen Welt berühmt werden. Sie denken global - wie Red Bull oder Krombacher. So weit fahren wir aber mit unseren Mannschaften nicht.
Frage: Bleiben für Ihren Klub nur der Bäcker und Metzger von nebenan?
Hennecke: Mittelständler auch, Industriefirmen. Wir würden gerne mit unseren tollen, fairen Mannschaften deren Namen durch Sauerland und Ruhrgebiet tragen.
Frage: Glauben Sie, dass die Spielvereinigung Olpe für die Mittelständler einen lukrativen Werbeträger darstellt?
Hennecke: Absolut, wenn ich sehe, wie sich Sportler in der Bundesliga teilweise verhalten. Ich denke da an den Schalker Jermaine Jones - so etwas habe ich von unseren Mannschaften noch nicht gesehen.
Frage: Um neue Geldquellen zu erschließen, haben Sie vor etwa eineinhalb Jahren Ihre Mitgliederwerbung intensiviert. Bei den Sportartikelherstellern Nike und Adidas sowie bei einigen Olper Firmen bekommen Vereinsmitglieder hohe Rabatte. Wie lautet Ihr erstes Fazit?
Hennecke: Das Angebot wird genutzt, allerdings macht es auch viel Arbeit.
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