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Trainer Holger Kühn vom...

"Wir haben uns nicht gehen lassen"

12.01.2009 | 21:07 Uhr

Brün. „Das habe ich mir gedacht,” antwortete Holger Kühn spontan, als die WP ihn am Montag anrief. Der Trainer des Fußball-C-Kreisligisten SV Brün hatte damit gerechnet, dass er auf das Wendener Gemeindepokal-Turnier tags zuvor angesprochen werden würde.

Da war seine Mannschaft zwar in das inzwischen gewohnte Kostüm des Außenseiters hineingeschlüpft. Doch derart abgeschossen wie diesmal wurde sie noch nie. 2:43-Tore standen nach den vier Gruppenspielen zu Buche. Mit 1:19 gegen Rothemühle und 0:10 gegen Altenhof setzte es zwei zweistellige Niederlagen. Und das bei einer Spielzeit von zweimal zehn Minuten.

„Das hängt einem schon noch in den Gliedern,” gab Holger Kühn freimütig zu. Gemeindepokal sei nun mal immer ein „hartes Brot”, wie der Trainer es formulierte. Angesichts dieses hochkarätigen Teilnehmerfeldes eine treffende Umschreibung eines Weges, der sein zwangsläufiges Ende vor dem Halbfinale haben muss. Hier hakt Kühn ein: „Falsch. 1992 war Brün mal unter den letzten Vier. Da war ich noch als Spieler dabei.”

Davon waren die Brüner diesmal weiter entfernt denn je. „Ja, es war der unrühmliche Höhepunkt”, fasst Kühn das Geschehen zusammen. Doch den Vorwurf, dass sich seine Mannschaft habe gehen lassen, lässt er nicht gelten. „Das weise ich von mir. Wenn man das Spiel gegen Altenhof nimmt, da waren richtig Anfeuerungsrufe da. Die Jungs haben da schon noch dagegen gehalten.” 0:10 hieß es am Ende. Altenhof war weiter, Wenden der Leidtragende. Am Freitag und Samstag habe Kühn das Gewitter schon aufziehen sehen, wie er berichtete. „Wir hatten Absagen ohne Ende, vor allem von Leistungsträgern. Berufsbedingt oder wegen Krankheit.”

C-Ligist und dann noch mit einer Notelf - das muss eine Mischung geben, die mit voller Wucht nach hinten losgeht. So kam der SV Brün mit seinem dritten Torwart. Mit einem Spieler, der zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder im Seniorenbereich gespielt hatte, und dem man, so Kühn, „erklären musste, dass der Anstoß nach vorne ausgeführt wird.” Im normalen Ligabetrieb würde eine solche Mannschaft niemals auflaufen, ist sich Holger Kühn sicher.

Am Sonntag spürte Holger Kühn die Ohnmacht eines Trainers. Besonders schlimm war es im dritten Gruppenspiel, dem 1:19 gegen Rothemühle. „Da ist mir nur durch den Kopf gegangen: Wie kriegst du die Mannschaft zum vierten Spiel noch aufs Feld?” In der Kabine habe es Diskussionen gegeben nachher. Kühns Appell an die Spieler: „Leute, wir haben hier auch die Ehre des Vereins aufrecht zu erhalten.” Das sei sein Hauptgedanke gewesen. Leicht gesagt. Denn: „Dann nochmal da raus, nochmal vor die Riesenkulisse von 500 Leuten - das ist nicht einfach, die Spieler dafür zu begeistern,” weiß Kühn. Zudem kam dann noch die Meldung, dass der FC Altenhof einen 10:0-Sieg gegen Brün benötige, um weiterzukommen. Kühn: „Da waren die Spieler schon motiviert, dieses 0:10 zu verhindern,” versichert der Trainer, „im Grunde war es uns gleich, ob Wenden weiterkommt oder Altenhof. Aber es sollte uns keiner nachsagen, wir lassen uns nochmal abschlachten.” Zum Leidwesen Kühns fehlten vier Sekunden zu diesem Ziel. Vier Sekunden vor Schluss machte Altenhof genau dieses zehnte Tor.

Weh getan haben Kühn die Vorschläge einiger Kritiker, seine Mannschaft solle doch lieber freitags beim Turnier der Reserve-Teams starten, weil das eher ihre Schuhgröße sei. Statt Brün solle dann lieber eine zweite Mannschaft aus der A-Kreisliga aufgenommen werden ins Elite-Feld. Kühn: „Möglicherweise gehören wir vom sportlichen Niveau her nicht dorthin. Aber man muss auch sehen: Das Turnier gibt es seit dreißig Jahren und wird immer mit den ersten Mannschaften ausgetragen.” Er nimmt das Beispiel Hillmicke her. „Die haben auch mal B-Kreisliga gespielt. Aber deren Teilnahme ist nie infrage gestellt worden.” Es sei nunmal so, dass sich das Gesicht der Fußball-Gemeinde verändert. „Wir hatten mit Wenden, Ottfingen und Hillmicke mal drei Verbandsligisten. Da träumt man heute von.”

Dass auf dunkle Tage auch wieder Sonne folgt, können die Brüner schon bald am eigenen Leibe erfahren. Dafür brauchen sie noch nicht einmal bis zum Ligastart am 1. März warten. Vorher steht für sie ein Hallenturnier in Eckenhagen an.

Und dorthin fährt der SV Brün als Titelverteidiger...

Lothar Linke

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Kommentare
28.01.2009
10:41
Wir haben uns nicht gehen lassen
von D.S. | #1

Der SV Brün ist leider Geschichte!
Die Mannschaft wurde in der Winterpause vom Spielbetrieb zurückgezogen!

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