Wiederholt sich Geschichte nach 31 Jahren?

Ottfimngens Vorsitzender Peter Hufnagel (links) und Trainer Mounir Saida.
Ottfimngens Vorsitzender Peter Hufnagel (links) und Trainer Mounir Saida.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Schon oft haben sich die Wege des SV Ottfingen und VSV Wenden schicksalhaft gekreuzt.

Wenden/Ottfingen..  Am Sonntag ist es wieder soweit: Dann treffen die beiden Verbandsligarivalen der 80er- und 90er-Jahre zum Bezirksliga-Showdown in Schönau „Auf’m Nocken“ aufeinander. Mit einem Sieg ausgerechnet beim Erzkonkurrenten VSV kann das Team vom Siepen den Wiederaufstieg in die Landesliga perfekt machen.

Unter den vielen Zuschauern in Schönau wird auch Michael „Eddi“ Bröcher sein, Chefstatistiker und wandelndes Archiv des SV Ottfingen. Der Ex-Torwart und langjährige Stadionsprecher trifft sich mit vielen SVO-Anhängern um 13 Uhr am Sportplatz in Ottfingen. Von dort geht es bei gutem Wetter „über den Berg“ zum Nachbarn VSV Wenden nach Schönau. Für uns hat „Eddi“ Bröcher, den Spitznamen hat der 52-Jährige von seinem Großvater Edmund, in der Vereinschronik geblättert.

Triumphaler Empfang

Und da hieß es vor über 30 Jahren unter der Überschrift „Triumphaler Empfang für den SV Ottfingen – Erster Landesliga-Meister im Kreis Olpe“: „Erschöpft und überglücklich lagen sich die Spieler in den Armen. Sekt floss in Strömen – Der SV Ottfingen war am Ziel seiner Träume. Durch den 4:1 Erfolg beim VSV Wenden sicherten sich die Fußballer aus dem 1650-Seelen-Örtchen einen Spieltag vor Saisonschluss den Landesliga-Meistertitel und feierten damit den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte.

Mit dem SV Ottfingen wurde erstmals eine Mannschaft aus dem Kreis Olpe Titelgewinner der Landesliga. Selbst die traditionsreiche Spielvereinigung Olpe konnte sich einen derartigen Triumph nicht ans Revers stecken.“ Zur Erklärung: Die SpVg Olpe hatte sechs Jahre zuvor den Aufstieg in die Verbandsliga „nur“ als Tabellendritter geschafft.

Fast 2000 Zuschauer in Wenden

Was war in der Saison 1983/84 passiert? Der SV Ottfingen hatte am vorletzten Spieltag auf dem Aschenplatz im Schulzentrum Wenden vor fast 2000 Zuschauern (!) einen 0:1-Rückstand durch Markus Klein noch in einen 4:1-Sieg umgedreht. Auch die Ottfinger Torschützen hat „Eddi“ Bröcher sofort parat: Dieter Slotowski, Matthias Rademacher und Andy Stock zum Ausgleich.

Weiter heißt es in der Chronik: „Nach dem Schlusspfiff spielten sich auf den Sportplatz im Wendener Schulzentrum unglaubliche Jubelszenen ab.

Für den Sekt hatte Trainer Fredi Orthmeier selbst gesorgt. Gut gekühlt hatte er sechs Flaschen im Kofferraum seines PKW gelagert und ließ erst, als Rudi Schneider das entscheidende 3:1 erzielt hatte, den Schaumwein von Auswechselspieler Dietmar Bröcher holen.“

Schon fast zehn Jahre zuvor spielte der aus der Fusion von SV Wenden, SV Schönau und FC Altenhof entstandene VSV Wenden Schicksal für den SV Ottfingen. Durch einen 3:0-Sieg in Altenhof (!) am letzten Spieltag der Saison 1974/75 stieg der SVO in die Bezirksliga auf. Für das Team vom Siepen trafen Georg Krüger (2) und Karl-Heinz Stahl.

Nach VSV gegen VfB

Auch auf dem Weg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte - dem Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 1988 mit dem unvergessenen Spiel vor fast 15 000 Zuschauern im Siegener Leimbachstadion gegen den VfB Stuttgart – legte der SV Ottfingen beim VSV Wenden eine Zwischenstation ein. Nur wenige Tage nach einem 0:5-Heimdebakel gegen den VSV in der Meisterschaft revanchierte sich Ottfingen und setzte sich im Westfalenpokal mit 2:1 in Schönau durch.

Und was erwartet Michael „Eddi“ Bröcher am Sonntag? „Wenden wird uns nichts schenken. Das wird das Spiel des Jahres, wie Schalke gegen Dortmund. Zwischen beiden Vereinen besteht aber eine vernünftige sportliche Rivalität. Ich tippe auf 2:1 für Ottfingen“. Und egal, was in Schönau passiert: Nach dem Schlusspfiff wird sich „Eddi“ Bröcher ein Bier gönnen und mit dem einen oder anderen Wendener Weggefährten aus guten, alten Zeiten anstoßen.