Wie geht’s denn noch so, Herr Berghoff?

30 Jahre lang, von 1968 bis 1998, war Gerhard Berghoff aus Meggen die personifizierte Fußball-Kreisliga A. Sprich: Der Staffelleiter. Am Sonntag wird der Träger der DFB-Verdienstnadel und der Goldenen WFV-Ehrennadel 80 Jahre.

1 Wie geht’s noch so, Herr Berghoff?

Gut. Wir sind in Vorbereitungen für eine kleine Feier mit Nachbarn, Bekannten und Freunden. Solange ich gesundheitlich noch auf dem Damm bin, will ich nicht klagen.

2 Verfolgen Sie das Fußballgeschehen noch?

Klar. Ich beziehe seit 1964 Ihre Zeitung. Was ich interessant finde, ist, dass alle Vereine, die heute Bezirksliga und Landesliga spielen, irgendwann Meister in der Kreisliga A geworden sind, während ich Staffelleiter war. Selbst so große Vereine wie der spätere Oberligist RW Lennestadt oder der FC Lennestadt. Bis auf die SpVg Olpe, die war immer oberhalb der Kreisliga.

3 Auf den Sportplätzen sind Sie noch anzutreffen?

Ab und zu gehe ich zum FC Lennestadt. Da, besser gesagt beim VfB Meggen, war ich seit 1947 Mitglied, dort habe ich von der Jugend an aktiv gespielt und war im Vorstand.

4 Sie sind Ur-Meggener...

Ja, ich bin hier geboren, war 42 Jahre im Bergbau tätig, unter anderem als Fahr-Steiger.

5 Ihre Nachfolger haben das Internet. Sie arbeiteten noch mit langen Listen auf Papier und bekamen Briefe. Beneiden Sie die heutige Generation darum?

Stimmt, damals war es noch Handarbeit. Ich musste die Spielerlisten durchgehen, ob dieser oder jener auch spielberechtigt war.

6 Was war das Schwierigste, das Sie je zu bewältigen hatten?

Es war ein Winter, in dem dermaßen viele Spiele ausfielen, dass ich dachte: Wir werden nicht fertig mit der Saison. Es wurde sogar ein Sonder-Staffeltag einberufen und ein neuer Spielplan erstellt. Vier Wochen lang ging es nur im Rhythmus Sonntag-Mittwoch-Sonntag. Aber es hat hingehauen.

7 Als Staffelleiter bekamen Sie auch unschöne Vorfälle rund um das Spiel auf den Tisch. Was waren die härtesten?

Ein besonders schwerer Fall fällt mir spontan nicht ein. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als der Stinkefinger aufkam. So nach der Weltmeisterschaft 1994. Da kamen Sonderberichte am laufenden Band. Vier Wochen gab’s dafür. Wie auch für einen Spieler, der dem Schiedsrichter beim Schlusspfiff zugerufen hatte: ,Das war der erste gescheite Pfiff, den du heute getan hast!“

8 Sie kennen auch die andere Seite; drei Jahre gehörten Sie der Kreisspruchkammer an.

Ja, unter Hans Eisenburger und mit Tonis Scherer, der später auch Staffelleiter der Kreisliga B war.

9 Sie erwähnten eingangs, dass Sie unseren Heimatsport noch verfolgen. Wie ist es mit der Bundesliga?

Ich bin ein Fan der Bundesliga, speziell von Schalke 04.