Wenden verbaut Ottfingen den Direkt-Aufstieg

Jubel beim VSV Wenden
Jubel beim VSV Wenden
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Geschichte wiederholt sich nicht, auch nicht im Fußball.

Schönau/Ottfingen..  Fast auf den Tag genau 31 Jahre nach dem Landesliga-Meisterstück im Schulzentrum Wenden verspielte der SV Ottfingen den direkten Aufstieg durch eine bittere 2:3 (0:0)-Niederlage vor über 1.200 Zuschauern in Schönau. Damit muss das Team vom Siepen in die Aufstiegsrelegation der Bezirksliga-Zweiten und trifft am Donnerstag in der ersten K.o.-Runde auf den SC Weitmar aus Bochum, den Vizemeister der Staffel 10.

Ottfinger fix und fertig

So brutal kann der Fußball sein. Während die Ottfinger Spieler völlig geschafft und enttäuscht auf dem Kunstrasen lagen und mit den Tränen kämpften, feierte wenige Meter daneben der VSV Wenden vor seinen Fans, als wenn die Mannschaft gerade Meister geworden wäre. VSV-Torhüter Andreas Klein ließ sich kurz nach dem Abpfiff von seinen Mitspielern auf den Schultern tragen, als hätte der 35-Jährige zum Abschluss seiner Karriere den Aufstieg in die Landesliga geschafft.

Ganz andere Bilder gab es auf der Ottfinger Seite. Yasin Colak saß wie ein Häufchen Elend nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Alessandro Cordi aus Hagen neben der SVO-Ersatzbank.

Auch Meik Finke war fix und fertig. „Das war nie und nimmer ein Elfmeter”, sprach der SVO-Kapitän die Schlussminute an, als der Unparteiische nach einem vermeintlichen Foulspiel von Finke an Hasan Demiray auf den Elfmeterpunkt zeigte und den Spielführer der Gäste zu allem Überfluss wegen einer Notbremse mit Knallrot vom Platz schickte. Weil Colak gemeckert haben soll, musste auch Ottfingens Nummer 6 runter. Damit fehlt das Duo am Donnerstag gegen Weitmar.

Kritik am Schiedsrichter

Ottfingens Ehrenvorsitzender Kunibert Kinkel und der Sportliche Berater Günter Arns waren sich nach dem Schlusspfiff einig. Der Schiedsrichter hatte ihre Mannschaft entschieden benachteiligt und so in den Aufstiegskampf eingegriffen. „Die Leistung des Unparteiischen war bedenklich”, kritisierte Arns. „Was der Schiedsrichter in den Schlussminuten veranstaltet hat, war nicht in Ordnung”, war Kinkel stocksauer und hätte sich „etwas mehr Fingerspitzengefühl” gewünscht. Es gab aber auch andere Stimmen im Ottfinger Lager. „Wir waren von Anfang an ziemlich nervös. Das war nicht die Leistung, die wir in den letzten zehn Wochen gezeigt haben”, lautete das nüchterne Fazit des ehemaligen SVO-Vorsitzenden Stephan Stracke.

Blick Richtung Relegation

Sein Trainer Mounir Saida war nach dem Schock über den geplatzten Direktaufstieg schon wenige Minuten später wieder im Angriffsmodus. „Das war ein ganz brutaler Aufschlag. Meine Mannschaft hat es nicht verdient, so aus der Saison rauszugehen. Der Schiedsrichter hat einen ganz schwachen Tag erwischt. Aber der SV Ottfingen steht immer auf und kommt wieder. Jetzt geht es am Donnerstag und Sonntag weiter, ” hatte Saida in Schönau schon die Aufstiegsrunde zur Landesliga im Blick

Aber auch die Gastgeber waren nicht gut auf den Referee aus Hagen und seine beiden Kollegen an den Seitenlinien zu sprechen. „Das waren zwei Meter Abseits”, vermisste VSV-Vorstandsmitglied Martin Arens einen Pfiff vor dem Ottfinger 1:0 durch Andreas Weber.

Mit seinen beiden Toren zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich und zum 3:2-Siegtreffer per Foulelfmeter war Hakan Demir der Matchwinner für Wenden. „Das ist natürlich bitter für Ottfingen. Solche Derbys werde ich vermissen”, sagte die Nummer 10, die im Sommer zum RSV Meinerzhagen von Nuri Sahin zurückkehrt und vor dem Anpfiff mit vielen anderen Spielern und Trainern verabschiedet wurde.

Glückwunsch an Altenhof

Peter Bäumgen ist zwar erst seit zwei Jahren Trainer in Wenden, aber er hat das VSV-Gen längst aufgenommen. „Ich bin überglücklich, dass wir die drei Punkte zum krönenden Abschluss der Saison geholt haben. Damit gibt es keine Meisterfeier des SV Ottfingen in Schönau.”

Das Schlusswort gehört Gästetrainer Mounir Saida: „Glückwünsch an den FC Altenhof und an Oliver Mack, der heute Geburtstag hat. Sie haben eine unglaubliche Saison gespielt.”