Warum nicht später und in Olpe?

Leere Blicke: Der Olper Oliver Ziegler nach der 0:10-Niederlage.
Leere Blicke: Der Olper Oliver Ziegler nach der 0:10-Niederlage.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für Fußball-Landesligist Spielvereinigung Olpe erwies sich das Viertelfinale im Westfalenpokal beim Regionalligisten SC Verl als eine Erlebnisreise mit großem Lerneffekt.

Rheda-Wiedenbrück/Olpe..  Zu allem Überfluss fiel der letzte Treffer in der letzten Sekunde, denn als die Kugel über die Torlinie trudelte, pfiff Schiedsrichter Waldemar Stor aus Aerzen die Partie ab. Ende. Aus. Der ganze Schlamassel endete deshalb zweistellig. Genauer: 0:10. Bitter. Unangenehm.

Wie ein hell erleuchteter Prachtbau erstrahlt die Tönnies-Arena auf dem Werksgelände des gleichnamigen Fleischwerkes in Rheda, als der Olper Konvoi um 17.29 Uhr auf dem angrenzenden Parkplatz vorfährt und ihn kurz von 22 Uhr wieder verlässt.

Einmaliges Erlebnis

Viereinhalb Stunden hält sich die kickende Reisegesellschaft in dem Schmuckkästchen, in dem 34 Betriebsmannschaften der Tönnies-Werke zu Hause sind, auf.

Für viele Olper ist es ein einmaliges Ergebnis. Sitzschalen für 3562 Zuschauer, Sprecherkabine, Ehrenlogen, Fitnessräume, Sauna – Luxus pur. Die 119 Augenzeugen an diesem Abend, von denen etwa 30 aus dem Kreis Olpe gekommen sind, verlaufen sich jedoch im weiten Rund.In dieser schönen Atmosphäre und auf dem beheizbaren Kunstrasen hält die Elf vom Biggesee bis zur 25. Minute (0:2) gut mit und bricht anschließend ein.

,,Man hat den Drei-Klassen-Unterschied gesehen und muss akzeptieren, dass es für uns eine Lernerfahrung war“, resümierte der Olper Trainer Ottmar Griffel. Aber zweistellig? Griffel: ,,Ob 0:8 oder 0:10 – wir haben gute Ansätze gezeigt und uns ordentlich verkauft.“

Die Ursache für die hohe Niederlage lässt sich an drei Faktoren festmachen: Erstens: Die Leistungsdifferenz zwischen Regional- und Landesligist.

Zweitens: Das Heimrecht des Klassenhöheren. Drittens: Der SC Verl steckt mitten in der Meisterschaft, die Spielvereinigung Olpe mitten in der Pause. ,,Heute lagen fünf Wochen Vorbereitung zwischen den beiden Mannschaften. Schönen Dank an die spielleitende Stelle“, bemerkte David Ohm zu Recht. Warum die Partie nicht in Olpe und fünf Wochen später stattfinden konnte, bleibt also das große Geheimnis der Funktionäre.

Hätten sich die Kreisstädter dann etwa besser aus der Affäre gezogen? Wäre der haushohe Favorit am Biggesee sogar ins Schwimmen geraten? Diese Fragen bleiben unbeantwortet, weil der Konjunktiv keine Tore schießt.

Deshalb müssen sich die Olper mit dem tatsächlichen 0:10 befassen. ,,Wir haben heute gesehen, wie es richtig geht“, kommentierte Vorstandsmitglied Jörg Hennecke und stellte fest: ,,Die Verler waren fit, schneller und haben präzise gespielt.“ Das 0:10 bezeichnete er als ,,etwas zu hoch“: ,,Ein 2:5 wäre in Ordnung gewesen.“

Sonntag Test in Langscheid

Abgehakt. Die Olper, die sich mit dem Sprung unter die besten acht Pokal-Mannschaften in Westfalen glänzend verkauft haben, blicken nach vorn und wissen, dass bis zur Fortsetzung der Meisterschaft am 15. März (Heimspiel gegen den FSV Werdohl) noch viel Arbeit bleibt. ,,Wir müssen das Umschalten von Offensive auf Defensive verbessern. Das ist unsere Hauptaufgabe“, sagte Kapitän Denis Huckestein.

Die erste Gelegenheit bietet sich am kommenden Sonntag. Es geht zum Testspiel in den Sportpark Langscheid. Gegner ist Verbandsligist SuS Langscheid/Enkhausen. Spätestens dann kehrt die Spielvereinigung Olpe zur Normalität zurück.