Vorteil LWL im Saison-Endspurt

Heggen..  Dort oben hat alles angefangen. Dort, am Daspel in Heggen, sammelte Jörg Rokitte vor fast einem Vierteljahrhundert erste Erfahrungen als Spielertrainer, ehe er mit dem Wechsel zum Verbandsligisten Rot-Weiß Lennestadt seine Glanzjahre als Trainer einläutete.

Am Sonntag kehrt Rokitte zurück. Nicht zum ersten Mal. Aber diesmal kann er seinen sportlichen Lebenslauf um ein weiteres Erfolgs-Kapitel bereichern: Den Aufstieg mit dem SC LWL 05 in die Fußball-Bezirksliga.

Bei einem Sieg in Heggen ist der Tabellenführer vom Dauer-Konkurrenten VfR Rüblinghausen nicht mehr abzufangen.

Dort hat man natürlich noch nicht aufgegeben. Aber: „Wenn man es zwei Spieltage vor Schluss nicht mehr selbst in der Hand hat, dann sagt das im Prinzip schon alles,“ sagt Joachim Schlüter, 1. Vorsitzender des VfR.

Die Mannschaft von Trainer Avdi Qaka werde versuchen, „aus der schlechten Ausgangslage des Beste zu machen“, verspricht Schlüter. Das heißt: Auch im Schlussspurt jedes Spiel ernst zu nehmen. Wie die ganze Saison über.

Vorteil LWL. Keine Frage. Doch mit Heggen stellt sich dem Titel-Aspiranten ein richtig dicker Brocken in den Weg. „Sie werden uns alles abverlangen,“ ist sich Rokitte sicher, „dem Spiel dürfte das allerdings gut tun.“ Gerade der letzte Satz zeigt, wie Rokitte an die Geschichte herangeht: Mit Vorfreude.

Die will er auch seiner Mannschaft vermitteln. Schon unter der Woche hatte Jörg Rokitte eine positive Stimmung festgestellt. „Wir haben richtig gut trainiert.“

Das besondere Kribbeln

Training, okay. Dort kann man sicher viele Situationen durchspielen und simulieren. Nicht aber das besondere Kribbeln, wenn ein solches Spiel dann angepfiffen ist. Und das wird sicherlich da sein. Jörg Rokitte: „Wir haben eine junge Truppe. Sie spielt erst zwei Jahre zusammen.“ Da gibt es Schwankungen. Wie in Elspe. Dort unterlag LWL erst vor 12 Tagen mit 0:2. „Da konnten wir nicht an die normale Leistung anknüpfen,“ blickt der Trainer zurück.

Wobei LWL gegen einen neuerlichen Elsper Sieg am Sonntag sicher nichts einzuwenden hätte - denn in Elspe spielt der Verfolger VfR Rüblinghausen. Doch darüber hinaus soll sich aus LWL-Sicht möglichst nichts von jenem 17. Mai wiederholen.

Darauf fixiert

Interessant ist die Ausgangslage. Wenn man so will, ist der SC LWL, sollte er 2015 aufsteigen, „ein Jahr zu früh“ dran. „Ja, es gab mal einen imaginären Drei-Jahres-Plan,“ antwortete Jörg Rokitte, „das war auch eine Aktion des Vorstandes, um keinen Druck auszuüben.“

Doch jetzt ist die Situation eine andere. Frei von Druck ist sie jedenfalls nicht mehr. Da mochte Jörg Rokitte auch nichts schönreden oder gar eine künstliche Lockerheit erzeugen: „Wenn man so kurz vor dem Ziel steht, dann will man es auch packen.“ Klappt es nicht mit dem Aufstieg, dann wäre „schon eine Enttäuschung da“, gibt Jörg Rokitte zu.

Ohnehin sei er und die Mannschaft sich immer einig gewesen, dass, wenn sich die Möglichkeit bietet, diese auch beim Schopfe gepackt wird. „Wir waren schon drauf fixiert.“

Versuch, Rennen offen zu halten

Zugute kam dem SC LWL 05 dabei, dass der VfR Rüblinghausen zwar den größten Teil der Saison vorne gestanden habe. „Aber der Abstand war nie riesengroß,“ weiß Jörg Rokitte, „wir hatten immer eine Chance, an ihnen noch vorbeizuziehen.“

Dreht Rüblinghausen auf den letzten Metern den Spieß noch um? Joachim Schlüter: „Wir versuchen, das Rennen offen zu halten.“ Doch fügt er hinzu: „Wenn LWL es schafft, gehören wir sicher zu den Ersten, die ihnen gratulieren.“