Umgeknickt, trotzdem Platz 13

Benjamin Selter und Melina Schöttes.
Benjamin Selter und Melina Schöttes.
Foto: WP
Eigentlich sollte es nach Partenkirchen gehen. Föhneinbruch und schlechte Schneeverhältnisse jedoch ließen eine Deutsche Meisterschaft im Skilanglauf nicht mehr zu.

Oberhundem/Bodenmais..  So wurden die Titelkämpfe über die Langdistanz kurzerhand in den Bayerischen Wald verlegt. Welchen Wert die Rennen für die Athleten am Saisonende darstellen, ließ sich unverkennbar an den Meldelisten festmachen. Ob Olympiamedaillengewinner Tim Tscharnke, Denis Herrmann oder Nicole Fessel – sie alle gingen unter der Federführung der Skiclubs aus Zwiesel und Bodenmais in die bestens präparierte Loipe.

Massenstart hat eigene Gesetze

Mit Melina Schöttes vom SC Oberhundem und Benjamin Selter vom TV Attendorn standen zwei heimische Akteure am Start, die ihre letzten Starts des Winters so in einem ganz besonderen Ambiente angehen konnten.

20 Kilometer in der klassischen Technik lautete die Vorgabe zunächst für Melina Schöttes. Eigentlich ist die Strecke wie gemacht für die Oberhundemer Jugendläuferin, hätten nicht Massenstartrennen ihre eigenen Gesetze.

Bereits wenige hundert Meter nach dem Start wurde die ambitionierte 16-Jährige in einem engen Anstieg in einen Sturz verwickelt, knickte unglücklich um und musste das gesamte Feld erst einmal ziehen lassen.

Mit einer tollen Energieleistung kämpfte sich Melina Schöttes trotz schmerzendem Sprunggelenk Meter für Meter wieder heran und konnte schließlich mit einem 13. Gesamtrang in die Zielschleife unterhalb des Arbers einlaufen. Ihre Zeit von 1:05,13 bedeuteten gleichzeitig mit Rang 7 wiederum eine sehr gute Top-Ten-Platzierung in ihrem Jahrgang.

Direkt nach ihrem letzten Rennen dieser langen Wintersaison, gab es für Melina Schöttes noch eine Premiere. Erstmals in ihrer Karriere musste die junge Sportlerin zur Dopingprobe.

Lange gezögert mit seinem Start hatte Benjamin Selter. Nur sechs Tage zuvor war der Juniorenläufer des TV Attendorn Sieger in seiner Altersklasse bei den über 74 Kilometer gelaufenen Skimarathon-Europameisterschaften gewesen.

Am Ende einer langen Saison wollte er aber gemeinsam mit der WSV-Mannschaft einen schönen Abschluss feiern und die 30 Kilometer mitnehmen. „Dass einfach nichts mehr ging habe ich schon am ersten Anstieg gemerkt. Der Akku war leer aber es hat trotzdem Spaß gemacht,“ war der erste Kommentar im Ziel. Auch wenn er sich dieses Mal hinten einreihen musste: Die 1:31,20 Stunden auf schweren 30 Kilometern konnten sich sehen lassen.