Trotz 0:1 Werbung in eigener Sache

Ottfingen/Menden..  Je näher der Schlusspfiff in Menden rückte, umso deutlicher war zu spüren, was Peter Hufnagel, 1. Vorsitzender des SV Ottfingen, nach dem Aufstiegsspiel gegen den SC Weitmar 45 (0:1, Tor in der 31. Minute) so ausdrückte: „Die Mannschaft pfeift aus dem letzten Loch.“ Das galt für die arg dünne Personaldecke, traf aber auch auf die Frische zu.

Die 59 Minuten lange, aber am Ende vergebliche Jagd nach dem Ausgleich hatte ebenso Kräfte gekostet wie das Derby am Sonntag beim VSV Wenden. Da musste der SVO nur vier Tage vor der Relegation nochmals bis an die äußerste Grenze gehen, während der Gegner Weitmar ein bedeutungsloses Abschlussspiel hatte und vergleichsweise ausgeruht daher kam.

Werbung betrieben

„Der Knall vom Sonntag“, wie SVO-Trainer Mounir Saida die 2:3-Niederlage in Schönau umschrieb, sei „nicht so ohne weiteres wegzustecken“ gewesen.

Das sprach er allerdings aus, ohne niedergeschlagen zu wirken. Klar. Wenn eine Mannschaft und ihr Trainer so kurz vor einem großen Ziel stehen, dann wollen sie auch zugreifen. Doch Kritik verbot sich an diesem Tag angesichts des großen Kampfgeistes, mit dem sich die Ottfinger gegen das Aus stemmten. „Davor muss man den Hut ziehen,“ lobte Peter Hufnagel. Er ist zuversichtlich, dass dieses Relegationsspiel - so unangenehm das Ergebnis war - der „Mannschaft Kraft gibt“ auch im Hinblick auf die neue Saison. Ohne Zweifel haben die Ottfinger vor großer Kulisse eine gute Werbung in eigener Sache betrieben.

Werbung, die nur einen Makel hatte: Die ersten 45 Minuten, in denen beim SVO wenig zusammen passte. „Ärgerlich. Hätten wir in der ersten Halbzeit so gespielt wie in der zweiten, wer weiß...“ blickte Peter Hufnagel zurück. „Da hat die Sicherheit und die Griffigkeit gefehlt,“ bedauerte Mounir Saida.

Der freut sich nun auf die Sommerpause. Und auf ein Neues im Juli. Der ganz große Wurf blieb aus. Der war auch nie das Saisonziel gewesen. Vielmehr galt es, nach dem Abstieg 2014 wieder eine positive Grundstimmung am Siepen zu erzeugen. Mounir Saida sollte mit seiner Begeisterung vorangehen.

Wenn es überhaupt eines Beweises bedurft hätte, dass diese Rechnung aufgegangen ist, dann lieferten diesen die großen Fan-Scharen, die die Elf zuletzt nach Schönau und Menden begleitet haben.