SV 04 Attendorn trotz Niederlage gerettet

Attendorns Mittelfeldspieler Ali Genc steigt in dieser Szene am höchsten.
Attendorns Mittelfeldspieler Ali Genc steigt in dieser Szene am höchsten.
Foto: WP
Es ist geschafft! Der SV 04 Attendorn hat sich trotz der verdienten 2:4 (0:1)-Niederlage bei der FSV Werdohl zum Klassenerhalt gezittert und darf auch in der nächsten Saison Landesligafußball spielen.

Attendorn..  Zu verdanken haben die Hansestädter den Nichtabstieg aber nicht der eigenen Leistung, sondern dem 4:3-Erfolg von Borussia Dröschede gegen den Abstiegskonkurrenten SV Hüsten 09. Damit geht der SV 04 mit einem Vier-Punkte-Polster in das letzte Saisonspiel gegen Dröschede und kann von Hüsten nicht mehr eingeholt werden. Die tolle Aufholjagd der Hochsauerländer in der Rückrunde wurde nicht belohnt.

Eigentlich wollte Attendorn den Klassenerhalt am vorletzten Spieltag in Werdohl aus eigener Kraft perfekt machen. Aber die Pleite auf dem Kunstrasenplatz am Riesei war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. Der SV 04 war in der Abwehr anfällig, im Spielaufbau ideenlos und im Angriff über weite Strecken ohne Torgefahr.

Trotzdem huschte Trainer Lars Mebus wenige Minuten vor dem Schlusspfiff ein Lächeln über die Lippen. Da hatte der Gästetrainer vom Endstand in Dröschede erfahren. Hüsten hatte trotz dreimaliger Führung (!) verloren und ist damit abgestiegen.

Das Spiel in Werdohl wurde in den letzten Minuten für die vielen mitgereisten Attendorner Anhänger fast zur Nebensache. Wie der verletzte Abwehrspieler Robin Entrup oder Betreuer Peter Brockmann hingen viele an ihren Handys und informierten sich über das Ergebnis in Dröschede.

Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Tim-Simon Heidefeld aus Bochum konnte im Lager des SV 04 niemand so richtig jubeln. „Natürlich freue ich mich, dass wir die Klasse gehalten haben. Aber ganze sechs Punkte in der Rückrunde sind doch sehr bescheiden”, herrschte auch bei Kapitän und Abwehrchef Eugen Litter keine Euphorie.

„Das hat schon Nerven gekostet. Vor allem, wenn man die Zwischenstände aus Dröschede gehört hat”, wischte sich SV 04-Vorsitzender Albert Hasenau nach dem Spiel erst einmal den Schweiß aus dem Gesicht.

„Angesichts unseres Spiels heute haben wir nicht wirklich viel zu feiern. Aber wir haben unser Minimalziel erreicht”, atmete Trainer Lars Mebus tief durch.

Nicht auszudenken, wenn der Aufsteiger in seiner derzeitigen fußballerischen Verfassung und dem dünnen Nervenkostüm am letzten Spieltag zu einem Abstiegsendspiel im Hansastadion gegen Borussia Dröschede hätte antreten müssen. Das bleibt dem SV 04 erspart. Erspart blieb den Hansestädtern in Werdohl aber nicht die fünfte gelbe Karte von „Kartenkönig” Eugen Litter und ein mutmaßlicher Muskelfaserriss bei Tim Allenstein. „Für mich ist die Saison beendet”, wusste der Abwehrspieler schon am Sonntag.