„Stolz waren wir nicht, eher erleichtert“

Michael Hütte,  TuS Rhode
Michael Hütte, TuS Rhode
Foto: WP
Mit einem Doppelaufstieg beendete der TuS Rhode die Fußball-Saison 2014/15.

Rhode..  Die Erste spielt künftig in der Kreisliga B, die Zweite in der C. Wir sprachen mit Michael Hütte, dem langjährigen Geschäftsführer und aktuellem Jugendleiter, der zugleich seit zehn Jahren Jugendtrainer ist.

Beide Seniorenmannschaften sind aufgestiegen, war’s also eine rundum erfolgreiche Saison?

Michael Hütte: Ja. Ein Doppelaufstieg war nicht geplant.

Der Aufstieg der ersten Mannschaft aber schon, oder?

Der war sogar ein Muss. So wie bei anderen Vereinen auch. Deshalb war die Konkurrenz auch groß. Rönkhausen hatte Pech mit der Verletzung von Spielertrainer Julian Opitz, Albaum war ein starker Konkurrent. In der Rückserie haben wir nur zwei Punkte abgegeben. Insgesamt haben wir 157 Tore geschossen. Mehr kann man nicht machen.

Das Umfeld hononiert das. 150 Fans waren zum entscheidenden Spiel mit in Finnentrop/Bamenohl.

Wir hatten kein Heimspiel unter 100 Zuschauern, am letzten Spieltag waren es 300. Und das in der Kreisliga C. Das Schöne ist, dass der Erfolg mit vielen Rhoder Spielern wahrgenommen wird.

Konnte man vor nur zwei Jahren, beim Abstieg in die Kreisliga C, mit einer solchen Entwicklung rechnen?

Das war der Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Wir verloren 0:2 in Fretter, waren abgestiegen, hatten aber mit Thomas Hütte als Trainer schon alles klar gemacht.

Dann stand die Befürchtung im Raum, ob er tatsächlich kommt...

Ich bin sofort zu ihm hingefahren und habe ihm gesagt: Wenn Du nicht kommst, dann habe ich Verständnis dafür. Wir haben ein paar Minuten nicht gesprochen. Dann sagte er: Pass auf: ,Ich komme trotzdem’. Den Satz werde ich nie vergessen.

Ab da ging es bergauf?

Thomas hat uns nach seiner Zusage eine Liste präsentiert mit Dingen, die sich ändern müssen. Aber man muss es so sagen: Er hat den TuS Rhode reanimiert. Vor dem Abstieg haben wir alle Fehler gemacht, die wir machen konnten. Wir sind nicht in Fettnäpfchen getreten, sondern sind drin geschwommen.

Was im Umkehrschluss heißt: Jetzt wurde vieles richtig gemacht?

Wir dürfen nicht denken, dass alles in Ordnung ist. Über den Aufstieg haben wir uns gefreut. Aber wir waren nicht stolz, sondern eher erleichtert. Es gibt noch viel zu tun, auch im Jugendbereich.

Da ist der Verein doch ganz gut aufgestellt...

Wir haben 150 Jugendspieler, 35 Minikicker, da kommen jeden Tag neue. Wir arbeiten mit den Sportfreunden Biggetal zusammen, das funktioniert sehr gut. Dazu brauchts Trainer, die geschult werden müssen. Wir haben das Glück, mit Thomas Hütte und Jörn Dettmer zwei hochqualifizierte Stützpunkttrainer zu haben. Die helfen uns und betreiben Trainerausbildung im Verein.

Sind überhaupt genug Trainer da?

Es sind viele da, die da mithelfen, wie Guido Dömer oder Miki Frtunic. Und viele Väter. Aber wir suchen immer Leute.

Ist also, was den Unterbau angeht, für die Zukunft vorgesorgt?

Wenn wir den Jugendlichen aus sportlich eine Perspektive bieten. Schon jetzt spielen fünf A-Jugendliche in der Ersten. Deshalb war es so wichtig aufzusteigen. Spieler zu binden ist schwieriger, wenn du in der Kreisliga C spielst. Ich bin zwar BVB-Fan, aber trotzdem habe ich im Frühjahr gesagt: Für mich ist der Aufstieg des TuS Rhode wichtiger als dass Dortmund die Liga hält.

Jüngste Beispiele wie Rahrbachtal, Dahl/Friedrichsthal oder Saalhausen haben gezeigt, dass Neulinge in der Kreisliga B gut zurechtkommen. Ist kurzfristig die Kreisliga A geplant?

Wir wollen uns erstmal etablieren in der eingleisigen Kreisliga B. Rahrbachtal hat’s gut gemacht, dort herrschen vergleichbare Voraussetzungen wie bei uns. Ein Vorbild für uns sollte LWL sein. Die haben jahrelang eine gute Jugendarbeit gemacht. Deshalb spielen sie auch jetzt Bezirksliga statt B-Liga.

Zurück zum Anfang: Der Aufstieg der Ersten war ein Muss, der der Zweiten sicher nicht, oder?

Dass die Mannschaft von Bernd Burghaus noch das Entscheidungsspiel erreicht, war natürlich super. Schönes Wetter, 150 Zuschauer, das hätten wir uns nicht besser vorstellen können. Aber die Konstellation hat sich so ergeben. Bitter und unsportlich ist das für Möllmicke. Die hatten am letzten Spieltag frei. Das geht nicht. Grundsätzlich sollte jede Liga eine gerade Zahl von Mannschaften haben, damit so etwas nicht vorkommt.

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