„So etwas hat es in 37 Jahren noch nicht gegeben“

Finnentrop..  Es war ein trauriger Sonntag für die Westfalenliga-Fußballerinnen des FC Finnentrop: Wegen Spielerinnen-Mangels musste die Mannschaft ihr Auswärtsspiel beim SV Berghofen absagen. Wir sprachen mit dem FCF-Vorsitzenden Engelbert Schulte.


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Haben Sie den Schock vom Sonntag überwunden, Herr Schulte?

Engelbert Schulte: Das war der worst case. So etwas hat es in 37 Jahren Frauenfußball in Finnentrop noch nicht gegeben und das ist auch nicht unser Anspruch.


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War es also eine Ausnahme und nicht etwa eine Tendenz?

Eine Tendenz? Nein. Um Gottes Willen, das würde mich sehr beunruhigen. Es war ein Tiefpunkt, deshalb kann es nur nach oben gehen. Es kam alles zusammen. Unser Optimismus, die Saison noch positiv zu regeln, ist ungebrochen.


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Wie ist das Ganze am Sonntag abgelaufen?

Um 11 Uhr haben wir den SV Berghofen informiert. Wir hätten zu dem Zeitpunkt zehn Spielerinnen zusammen gehabt, eine davon war noch angeschlagen. Wenn wir so zu einem Titelfavoriten gefahren wären, hätten uns die mit hoher Wahrscheinlichkeit sowas von abgeschossen, so schnell hätten wir gar nicht gucken können. Da haben wir als Verein gegenüber unseren Spielerinnen auch eine gewisse Fürsorgepflicht.


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Die Punkte sind weg...

Ja, klar. Das ist ärgerlich. Aber um das mal aufzuweichen: Selbst in Bestbesetzung wären wir in Berghofen kein Favorit gewesen. Wir hatten ja schon vor dem Sonntag mit Personalproblemen zu kämpfen. So haben wir die Punkte am Grünen Tisch verloren.


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Ist die Personallage gegen
Bökendorf am kommenden Sonntag besser?

Davon gehe ich aus. Aber es ist der Tabellen-Vierte, eine unbequeme Mannschaft. Zuhause haben wir in den beiden Vorjahren gegen die 0:0 gespielt und 2:0 gewonnen. Die Statistik macht uns ein bisschen Mut.


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Wie haben die Spielerinnen auf den Spielausfall reagiert?

Ich habe mittlerweile mit einigen Spielerinnen Kontakt gehabt, und natürlich auch mit dem Trainer. Ich würde es als Trotzreaktion bezeichnen. Unisono heißt es: Klar, es ist blöd gelaufen, aber gegen Bökendorf zeigen wir, dass wir noch da sind. Oder wie es eine Spielerin so schön formulierte: Die Liga soll nicht den Eindruck haben, dass das aufsässige Bergvolk aus dem Sauerland aufgegeben hat.