SG Attendorn/Ennest sichert sich die Vizemeisterschaft

Marcel Selter (rechts), überragender Torwart der SG Attendorn/Ennest, freut sich mit Denis Schröder, der seine Laufbahn nach dieser Saison beendet, über den 30:24-Sieg gegen Grün-Weiß Emst.
Marcel Selter (rechts), überragender Torwart der SG Attendorn/Ennest, freut sich mit Denis Schröder, der seine Laufbahn nach dieser Saison beendet, über den 30:24-Sieg gegen Grün-Weiß Emst.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Um 20.43 Uhr stand es fest: Handball-Bezirksligist SG Attendorn/Ennest reichte ein 30:24 (16:16)-Heimsieg nicht zur Meisterschaft, denn gleichzeitig siegte der Spitzenreiter SG DJK Bösperde beim TuS 03 Hagen mit 24:19.

Attendorn..  Als Vizemeister muss die Mannschaft von Klaus Kraß nun nachsitzen. Ab kommenden Samstag bestreiten sie mit zwei anderen Bezirksliga-Zweiten eine Relegationsrunde um den Landesliga-Aufstieg. Teilnehmer sind außer der SGA noch Teutonia Riemke II und der SC Hamm 2008.

Fünf Minuten vor Schluss gab es am Samstag in der Attendorner Rundturnhalle kein Halten mehr. Nach dem 30:24 gab es stehende Ovationen für die SG-Sieben. Es endeten 60 Minuten Dramatik pur. Danach ging es ausgelassen zu. „Nie mehr Bezirksliga,“ sangen die Spieler des Vizemeisters und das Bier schmeckte nach diesem grandiosen Sieg besonders gut.

Dennis Schröders Emotionen

„Unfassbar, was heute passiert ist“, schwärmte der Attendorn/Ennester Torhüter Marcel Selter. Der war an diesem Samstag „unkaputtbar“ und raubte den Gegenspielern förmlich den Nerv. Selter: „Wenn es so gut läuft wie an diesem Abend und man schwere Bälle hält, dann bekommt der Gegner Respekt.“

In einer hochdramatischen Begegnung gab es nach der Schlusssirene keine zwei Meinungen. Auch Klaus Kraß war voll des Lobes über seinen Torwart. „Heute war Marcel Selter der große Rückhalt und hat das Spiel entschieden“, freute sich der emotional hochgefahrene Trainer über seine Nummer eins, „achtzehn schwere Bälle und vier gehaltene Siebenmeter! Das spricht eine deutliche Sprache.“

Aber auf dem Weg zum Triumph war eine taktische Umstellung nach der erneuten Handverletzung von Lars Müller unvermeidbar. Tim Kopperberg fügte sich nahtlos ein. „Unter den personellen Voraussetzungen war es ein Sieg des Willens und alle, die heute auf der Platte standen, haben zu diesem Sieg beigetragen“, befand Jürgen Schulte der Männerspielwart der SG Attendorn/Ennest und sah „eine Werbung für den Handballsport.“

Für Dennis Schröder, der viele Erfolge in der Rundturnhalle gefeiert hatte, ist nun Schluss. „Ich habe unter einigen Trainern den großen Wurf - sprich Meisterschaft - nicht gepackt, deshalb ist es jetzt an der Zeit auf zu hören. Fünf Minuten vor Schluss, als es klar war das wir nicht mehr verlieren konnte habe ich einige Tränen verdrückt. Sie hat ja keiner gesehen.“

Helga Bölsing, die Mutter von Christian, der ja verletzt nicht mithelfen konnte war noch ganz unter dem Eindruck dieser tollen Begegnung: „Es war ein ganz starkes Spiel von Marcel Selter, der heute den Topf zugemacht hat. Ich bin total begeistert.“ Ein Sieg des Willens. Und der Motivation. Spielführer Christoph Springob: „Es ist ein Gänsehaut-Gefühl pur und natürlich haben wir unsere Chancen genutzt.“

Meister auf dem Mattenwagen?

Der Spielverlauf ist schnell erzählt. Im ersten Durchgang sahen die Zuschauer ein Spiel, in dem die Führung immer wieder wechselte. Christoph Springob (13.) brachte die Gastgeber mit 7:4 in Front, es war ihre höchste Führung vor dem Wechsel. Doch Emst kam immer besser ins Spiel und so war der 16:16-Gleichstand in einem temporeichen Spiel zur Pause in Ordnung.

Nach dem Seitenwechsel war das Abwehrverhalten der Attendorner deutlich besser, sie verschoben gut und packten energisch zu. Marcel Selter schwang sich zur Helden auf. Über ein 22:19 - erneut durch Christoph Springob mit einem sehenswerten Heber - war die Vorentscheidung gefallen. Tim Kopperberg (55.) und ein Doppelpack von Lukas Simon zum 30:23 machten alles klar.

Die Attendorn/Ennester hatten das Ihrige getan. Was nun kam, lag nicht mehr in ihrer Hand. Denn erst um 19 Uhr - also direkt nach Ende des Spiels in Attendorn - begann die Partie des Konkurrenten Bösperde. Die SGA-Akteure hatten vorgesorgt und fortan Kontakt zur Halle in Hagen. Und kurz vor neun war es amtlich: Nichts war es mit der „Meisterschaft auf dem Mattenwagen“. Die Relegation ruft.

SG Attendorn/Ennest: Selter, Braunschneider; Fernholz, Ohm, Schröder (3), Christoph Springob (7), Höffer, Simon (8/2), Menzel (1), Gatermann, Lars Müller (3), Sobbeck (4/3), Benninghaus (3), Kopperberg (1).