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Segref: „Das war wie im Märchen“

17.11.2011 | 16:35 Uhr
Segref: „Das war wie im Märchen“
Michael Kurzeja gibt dem Torschützen Fabian Baumhoff in der Pause vor der Verlängerung letzte Anweisungen.Foto: Meckel

Lennestadt.Michael Kurzeja, Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC Lennestadt, musste dann am Mittag danach doch lachen: „Das ist eben der Preis für dieses tolle Fest. Da bleibt einem eben nichts erspart.“

Kurzeja wurde vom FCL-Vorstand zum Gläserspülen verdonnert. Das war der Preis für dieses tolle Fest, das Westfalenpokal-Achtelfinale seiner Mannschaft gegen Drittligist Preußen Münster (1:4 nach Verlängerung) vor der Riesen-Kulisse von rund 2500 Zuschauern in der „Kühlbox“ Hensel-Stadion.

Wahrscheinlich spürte Kurzeja noch Schmerzen im Schulter- und Armbereich, denn die Zahl Gratulanten und Schulterklopfer waren zahllos. Und das Fest ging noch mehrmals in die Verlängerung. „Es soll heute früh geworden sein. Hat man mir gesagt. Das haben sich die Jungs aber auch verdient nach so einem Spiel,“ sagte Kurzeja.

Vor allem imponierte Kurzeja, wie seine Mannschaft nach dem 0:1 kurz nach der Pause zurück ins Spiel fand: „Da wurde Münster nervös. Wir waren dem 2:1 in den folgenden Minuten näher,“ analysierte Kurzeja. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, stimmten ganz optimistische Lennestädter Fans in dieser Phase an. Und auch FCL-Torwart Steffen Dicke befiel ein Hauch von Übermut: „Wir müssen noch eins machen,“ rief er seinen Vorderleuten angesichts der nahenden Verlängerung zu, „mir wird’s zu kalt.“

Dass die Fahrt zum DFB-Pokalfinale in Berlin ein Traum bleibt, lag daran, dass den FCL-Spielern jenseits der 90. Minute dann doch der Saft ausging. Schon in der Pause zur Verlängerung mussten etlichen Akteuren die Krämpfe aus den Waden massiert werden. Michael Kurzeja: „Die Jungs sind bis an ihre Grenzen gegangen, wir mussten dem Kraftverschleiß Tribut zollen.“

Das sei aber ganz normal. Denn, so Kurzeja: „Die Münsteraner sind Profis und machen nichts anderes. Irgendwo müssen die fünf Klassen Unterschied ja auch mal spürbar werden.“

Der FCL-Vorstand war gestern wieder im Einsatz. Es galt, das Hensel-Stadion wieder in den Normalzustand zu versetzen. „Das war wie im Märchen,“ schwärmte Matthias Segref, 2. Geschäftsführer, „wenn man bedenkt, dass wir vor zehn Jahren noch in der Kreisliga gegen den Abstieg spielten.“

Auch Vorsitzender Matthias Knoche war beeindruckt von der Entwicklung seines Vereins und blickte hinauf zum wunderschönen Klubhaus: „Damals hatten wir noch keine Toiletten und haben uns in der Schule umgezogen.“

Jetzt sei man aber auch froh, dass es vorbei sei. Segref: „Da waren viele schlaflose Nächte. So etwas kann man nur einmal machen.“

Was besonders haften blieb, war die Zuschauer-Resonanz. Darunter waren auch viele Lennestädter, die schon lange woanders wohnen, die sich dieses Fußballfest aber nicht entgehen lassen wollten. „Da waren Leute auf dem Platz, von denen ich gar nicht wusste, dass es die noch gibt“, staunte Matthias Knoche.

Auch Matthias Segref freute sich: „Toll war, dass uns auch Zuschauer aus den Nachbarvereinen unterstützt haben. Das war sensationell.“

Eines wollte Matthias Knoche dann doch nicht vergessen. „Unser Dank geht an Trainer, Mannschaft, Zuschauer und vor allem an die vielen Helfer, die uns diesen unvergesslichen Abend bereitet haben“. Eingeschlossen sind Stadt, Ordnungskräfte und Polizei. Matthias Knoche: „Alles hat reibungslos funktioniert.“

Doch der FCL verteilte nicht nur Dank und Lob, er empfing auch beides reichlich. Wie vom FLVW-Kreisvorsitzenden Joachim Schlüter. „Das war Werbung für den Kreis Olpe. Vielen Dank für den schönen Fußballabend. Der FC Lennestadt hat den Kreis würdig vertreten. Spiel und Organisation waren hervorragend. Ich bin beeindruckt“, sagte Schlüter.

Man solle jetzt nicht traurig über die Niederlage sein. „Und ich hoffe,“ so Joachim Schlüter lachend, „dass jetzt keiner seine Berlin-Reise stornieren muss.“

Ein dickes Lob für den FC Lennestadt gab es auch von Münsters Trainer Marc Fascher. „Alles war hervorragend organisiert. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt.“

Das veranlasste FCL-Geschäftsführer Thorben Jäkel zu einem hoffnungsvollen Blick in die nähere Zukunft: „Vielleicht sehen wir uns ja schon im nächsten Jahr wieder. Wir sind ja bereits wieder im Kreis-Halbfinale. Noch einen Sieg, dann sind wir 2012 wieder im Westfalenpokal dabei.“

Michael Meckel

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