Schlüter ist zur erneuten Kandidatur bereit

Joachim Schlüter (links) und sein Stellvertreter Ulrich Keine
Joachim Schlüter (links) und sein Stellvertreter Ulrich Keine
Foto: WP
Der Kreisliga-Staffeltag in Kirchveischede war der Schlusspunkt einer langen und ereignisreichen Fußball-Saison im Kreis Olpe.

Kreis Olpe..  Auch für Joachim Schlüter, seit 2010 Vorsitzender des FLVW-Kreises Olpe. In einem Interview ließen wir Joachim Schlüter die Saison 2014/15 noch einmal Revue passieren und sprachen mit ihm auch über Probleme im Fußball im Kreis Olpe.


Herr Schlüter: Der Staffeltag ist ohne große Probleme über die Bühne gegangen. Sind Sie erleichtert?
Schlüter: Dank der guten Vorbereitung von Fußballobmann Hartmut Baßenhoff und Pokalspielleiter Uli Keine ist alles reibungslos gelaufen. Man konnte mit dem Ablauf und den Ergebnissen sehr zufrieden sein.


Was waren für Sie die Highlights der vergangenen Saison?
Dass es mit der SpVg Olpe, der SG Finnentrop-Bamenohl und dem FC Altenhof drei überkreisliche Aufsteiger gibt, ist spitze und so noch nicht da gewesen.


Und die Enttäuschungen?
Dass der SV Ottfingen in einem Herzschlagfinale nur Zweiter geworden sind, ist natürlich für sie schade und vielleicht auch in der Situation enttäuschend. Aber wenn man den Saisonverlauf betrachtet, zeigt der 2. Platz auch die Stärke einer solchen Mannschaft. Das gilt ähnlich auch für meinen Heimatverein, den VfR Rüblinghausen.


Auch wenn Ihr Verein das Nachsehen hatte: Ist es nicht auch eine tolle Sache, dass mit dem SC LWL mal ein ganz neuer Verein in die Bezirksliga aufgestiegen ist, der damit für seine jahrelange hervorragende Jugendarbeit belohnt wird?
Das ist sicher richtig. Beim SC LWL wird seit Jahren eine hervorragende Jugendarbeit betrieben und da ist es ganz normal und verdient, dass man mit dem Aufstieg in die Bezirksliga jetzt die Früchte der Arbeit einfährt.


Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das größte Problem ist das „Ausbluten“ der Kreisligen. Vor vier Jahren hatten wir noch 99, jetzt nur noch 86 Kreisligisten. Dabei wird es in der Zukunft bestimmt nicht bleiben. Da braucht man sich doch nur die „Namens-Ungetüme“ in den Jugendligen mit vier bis fünf Vereinen in einer SG anzuschauen, oder?
Spielgemeinschaften bedeuten in der Regel, dass weniger Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen. Aber sie sind Notgemeinschaften, um die personellen Probleme vor Ort in den Griff zu bekommen. Und sie sind vielerorts alternativlos.


Wie wollen Sie dem Trend der immer weniger werdenden Mannschaften entgegen wirken?
Auf die Mannschaftsmeldungen haben wir natürlich nur wenig Einfluss. Der Verband erwägt daher, den Spielbetrieb flexibler zu gestalten, etwa durch das sogenannte Norweger-Modell, welches Spiele 9 gegen 9 Spieler ermöglicht. Ich hoffe, dass solche bzw. gleichgeartete Ansätze schnell kommen werden, am besten noch zur neuen Saison.


Finden Sie es eigentlich richtig, dass in der Kreisliga B zwei Mannschaften aus einer SG spielen dürfen. Dürfte es da eigentlich nur in den Kreisligen D oder in Ausnahmefällen aus Zeit- und Kostengründen in der Kreisliga C geben?
Das hat uns im Kreisvorstand aus sportlichen Gründen natürlich einiges Kopfzerbrechen bereitet, aber die Bestimmungen sehen es so vor.

Müssen die Funktionäre beim Erstellen von Spielplänen nicht auch flexibler sein. Im Gegensatz von vor 20 oder 25 Jahren besteht heute eine Mannschaft doch fast zu 70 Prozent Studenten. Wochentagsspiele sind da ein logistisches Problem. Warum werden zum Beispiel in den D-Ligen im Sommer und zu Beginn der Rückrunde gefühlt fünf Sonntag verplempert und dann Dienstags-Spieltag angesetzt?
1-L heißt der Spielschlüssel, der seit 2003 in der Spielansetzungssoftware des DFBnet hinterlegt ist und dort für die Spielplanung bereit steht. Der Ansetzungsschlüssel ist so aufgebaut, dass alle Staffelgrößen harmonisch zueinander passen. Der Ansetzungsschlüssel berücksichtigt die Anforderung der Landesverbände, dass unterschiedliche Staffelgrößen den letzten Spieltag gemeinsam haben.

Jede Abweichung von dem Ansetzungsschlüssel hat sofort Auswirkungen auf die Heimstättenbelegung. Die Spielplanung ist sehr komplex und es müssen sehr viele örtliche Gegebenheiten und Besonderheiten berücksichtigt werden, z.B. wenn sich 2 Vereine eine Sportanlage teilen.

Das gleiche gilt auch bei drei und mehr Mannschaften eines Vereins. Es muss schon sehr genau hingeschaut werden, damit es hier nicht zu Überschneidungen bei den Anstoßzeiten kommt.

Allgemein kennen wir das Problem mit den Wochenspieltagen und nehmen es auch ernst. So werden für die kommende Spielzeit nur zwei Spieltage in die Woche geplant, damit Kreisschützenfest und Pfingsten in den Kreisligen spielfrei ist. Ich glaube, dass wir hiermit unseren Vereinen entgegenkommen.


Im nächsten Jahr soll die Rückrunde schon im Februar - wenn statistisch der meiste Schnee fällt – wieder starten, und am 29. Mai soll Schluss sein. Den Plan können Sie doch im Grunde jetzt schon in den Papierkorb werfen, oder?
Soweit müssen wir nicht gehen. Wir haben die Februarspieltage, die wir wegen des Wetters und der Zuschauerunfreundlichkeit auch kritisch sehen, in die Hinrunde verlegt. Die Zeit nach dem Saisonende am 29. Mai nutzen wir für Entscheidungsspiele und als Erholungszeit. Die Mannschaftsfahrten stehen ja auch noch an und die meisten fangen ja Anfang Juli schon wieder mit der Vorbereitungszeit an.


Nächstes Problem, das vielen unter den Nägeln brennt. In den letzten Wochen der Saison wurden viele Sonntagsspiele nicht mehr mit angesetzten Schiedsrichtern besetzt. Besonders bei B-Jugendspielen, in denen es in direkten Duellen um die Meisterschaft geht, darf das doch nicht sein. Wie soll das Schiedsrichter-Problem gelöst werden?
Natürlich brauchen wir mehr Schiedsrichter, die am Sonntag bei der B-Jugend und nachmittags bei den Herren- und Frauenspielen zur Verfügung stehen. Das ist in erster Linie ein Problem der Vereine, die zu wenig Schiedsrichter stellen.


Kann man nicht einen Tausch machen und die B-Junioren samstags spielen lassen und dafür jüngere Mannschaften die keinen angesetzten Schiedsrichter brauchen, am Sonntag spielen lassen?
Auf der Jugendleitertagung im August wird auch thematisiert, ob die Verlegung des B-Juniorenspieltages vom Sonntag weg weiterhilft.


Drittes großes Problem: Viele Kunstrasenplätze sind in die Jahre gekommen und müssen renoviert werden. Doch auf einigen Plätzen finden wegen SG-Gründungen oft nur noch ganz wenige Spiele statt. War man vor gut 12 Jahren nicht etwas zu „blauäugig“ so viele teure Kunstrasenplätze zu bauen?
Ich glaube nicht, dass man hier blauäugig gewesen ist, sondern sehr weitsichtig. Durch die Kunstrasenplätze bietet man, gerade den vielen jungen Sportlerinnen und Sportlern, hervorragende Sportbedingungen an, um die uns andere Regionen in NRW beneiden. In diesem Sinne sind die Kunstrasenplätze auch eine sinnvolle Strukturmaßnahme im ländlichen Raum.


Wie sollen die Kosten jetzt gestemmt werden?
Die Vereine wissen, dass sie da gefragt sind. Aber sie dürfen auch nicht allein gelassen werden. Ich glaube, dass Lösungen gefunden werden, die der Situation vor Ort angemessen Rechnung trägt.


Neben Ihren Vorsitz im FLVW sind Sie auch Vorsitzendes VfR Rüblinghausen und des Stadtsportverbandes Olpe und im Vorstand des KSB. Dazu gibt es ja auch noch einen zeitaufwendigen Job. Wie kriegen Sie das unter einen Hut?
Das geht nur, wenn man fähige Leute im Team hat, auf die man sich verlassen kann. Und ein vernünftiges Zeitmanagement für sich selbst.


Bei allen Vorteilen, die die Einführung des Kreisfußball-Ausschusses hat, müssten Sie nicht bei einigen Entscheidungen, als Vorsitzender das letzte Wort haben? Ich nenne das Beispiel kurzfristige Spielabsetzungen bei außergewöhnlichen Situationen.
Der Kreisfußball-Ausschuss handelt selbstständig, fällt die Entscheidungen verantwortungsvoll und in der Regel nach Absprache.


Wie viele Stunden investieren Sie so im Schnitt im Monat für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten?
Es kommen einige zusammen.


I hre Frau sieht Sie also mehr in der Zeitung als zuhause…?
Das ist nur „gefühlt“ so.


Aber jetzt ist erstmal der wohl verdiente Urlaub angesagt oder?
Ja, für ein paar Tage sind wir jetzt weg und erholen uns.


Und was steht als Nächstes an?
Der Stadtpokal in Olpe, die Ehrung der Pokalfinalisten in Krombach. Nach der Saison ist vor der Saison.


Im nächsten Jahr endet Ihre zweite Amtszeit als FLVW-Kreisvorsitzender. Haben Sie sich schon entschieden, ob Sie wieder kandidieren?
Ich habe den gesamten Kreisvorstand gebeten, sich mit mir zur Wiederwahl zu stellen. Das letzte Wort haben die Vereine.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE