Schiedsrichter fehlt ein Schuh

Pfeift ein Schiedsrichter nicht im Einklang mit einer der
beiden Parteien, dann können ihm Unannehmlichkeiten entstehen.

Das kann im schlimmsten Fall körperliche oder verbale Gewalt sein. Beides blieb Schiedsrichter Hartmut Baßenhoff nach dem Spiel Inter Olpe gegen Listertal zum Glück erspart. Und doch zeigte man sich bei ihm erkenntlich für eine zuvor erlittene Strafe.

Baßenhoff fehlte ein Schuh.

Als der Unparteiische nach vollzogener Reinigung aus der Duschkabine trat und sich die Socken anlegte, erblickte er nur einen seiner zwei Straßenschuhe. Nämlich den rechten. Der linke war weg.

Alles Suchen blieb erfolglos. Da aber der Weg von Altenkleusheim nach Kirchhundem auf Socken lang werden kann - selbst im Auto - trat Baßenhoff mit einem Fußball- und einem Straßenschuh die Heimreise an. Ein Spieler sah ihn so zum Auto gehen und grinste.

Da mögen Baßenhoff zwei Dinge durch den Kopf gegangen sein: Erstens: Gut, dass es nur ein Schuh war und nicht die Hose. Und zweitens: Na, wartet ab!

Die Kammer verdonnerte den Gastgeber zu insgesamt 200 Euro Strafe. Unter anderem wegen Verletzung der Pflichten eines Heimvereins und dem daraus resultierenden Verlust eines Schuhs.

Dass die Strafe einen Gutschein über neue Fußkleider beinhaltete, wurde nicht bestätigt. Und auch nicht, dass Baßenhoff künftig seine Spiele vorsichtshalber in Straßenschuhen leitet. Lothar Linke