Rot-Weiß Hünsborn sieht sich gut aufgestellt

Sportlicher Leiter Marius Schneider und Trainer Andreas Waffenschmidt mit den Neuzugängen von RW Hünsborn: Andreas Mayer, Jonathan Knott, Jan-Peter Stein und Eyal Eichenauer (alle von links).
Sportlicher Leiter Marius Schneider und Trainer Andreas Waffenschmidt mit den Neuzugängen von RW Hünsborn: Andreas Mayer, Jonathan Knott, Jan-Peter Stein und Eyal Eichenauer (alle von links).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Für Marius Schneider war es eine ungewohnte Situation: Zum ersten Mal seit 16 Jahren nahm er nicht als Aktiver an einem Auftakttraining von Rot-Weiß Hünsborn teil.

Hünsborn..  Stattdessen stand er an diesem schönen Juli-Abend in Zivil hinter der Umzäunung der WeberHaus-Arena und sah dem Treiben der 23 Landesliga-Fußballer und ihrem Trainer Andreas Waffenschmidt zu.

„Ich werde das ein Stück weit genießen, an den Sonntagen mal nicht auf dem Platz zu stehen, und zwischendurch auch mal an die Wurstbude zu gehen,“ sagte Marius Schneider zwar.

Lob an Peter Becher

Doch unterscheidet ihn ein wesentlicher Faktor von den meisten „Fußball-Ruheständlern“: Schneiders Distanz zum Fußball-Geschehen am Löffelberg wird sich keinesfalls vergrößern. Als Sportlicher Leiter von Rot-Weiß Hünsborn bleibt er in hoher Verantwortung mittendrin. „Ich freue mich auf diese Aufgabe,“ sagte er und vergisst nicht, nochmals seinem Vorgänger zu danken: „Peter Becher hat hervorragende Arbeit hier geleistet, er hat maßgeblich zu dieser tollen Mannschaft beigetragen.“

Im Dezember übernahm Marius Schneider, langjähriger Mannschafts-Kapitän, von Peter Becher das Amt des sportlichen Leiters. Jetzt bricht seine erste komplette Saison an.

Und zu dieser bevorstehenden Spielzeit hat die sportliche Führung der Rot-Weißen eine exzellente Vorarbeit geleistet: Sie konnten mit Jan-Peter Stein (1. FC Kaan-Marienborn) und Andreas Mayer (TuS Erndtebrück II) zwei hochkarätige Neuzugänge aus der Westfalenliga vermelden. Besser gesagt: Zwei Rückkehrer. Beide sind mit 27 Jahren im besten Fußballalter, beide waren am Landesliga-Aufstieg 2010 maßgeblich beteiligt. Und: „Beide wollten gern zurück,“ berichtete Trainer Andreas Waffenschmidt. Er sagt auch unumwunden, was er erwartet: „Von Andreas Mayer erhoffe ich mir, dass er eine Führungsperson in der Zentrale wird.“ Jan-Peter Stein komme mit seiner „Explosivität vor dem Tor“ dem Hünsborner Spiel entgegen.

Zu viele persönliche Fehler

Waffenschmidts Fazit zum 24-Mann-Kader mit einem Durchschnittsalter von 24,5 Jahren: „Wir sind gut aufgestellt.“ Schon der Vorjahres-Kader hat gezeigt, dass er in der Landesliga oben mitmischen kann. Zumindest in der Hinrunde erbrachten die Hünsborner diesen Beweis. In der Rückrunde fiel die Bilanz mächtig ab. Nur die Bilanz wohlgemerkt, nicht die Leistung. „Spielerisch war das absolut in Ordnung,“ verweist Andreas Waffenschmidt auf zumeist knapp und unverdient verlorene Spiele, „Wir müssen uns dahingehend weiterentwickeln, dass wir nicht mehr so viele persönliche Fehler machen, stabiler und kompakter werden.“

Die neue Saison plant Andreas Waffenschmidt in Ziel-Etappen: „Erst den Klassenerhalt sichern, dann einen einstelligen Tabellenplatz. An was anderes wage ich nicht zu denken.“

Waffenschmidt kann dabei auf ein eingespieltes Gerüst von erfahrenen Spielern bauen, verstärkt durch die vier Neuzugänge Andreas Mayer, Jan-Peter Stein, sowie den beiden A-Jugendlichen Eyal Eichenauer und Jonathan Knott. Mit seiner Formulierung „gut aufgestellt“ meint Andreas Waffenschmidt nicht nur die sportliche Qualität des Kaders, sondern auch dessen charakterliche: „Es sind keine Stinkstiefel dabei.“

14 Rückrundenspiele, 12 Punkte

Der Zusammenhalt ist gefestigt, das zeigte die Mannschaft in der Rückrunde. Da holte sie in 14 Spielen nur 12 Punkte, fiel von Platz 3 auf 9 ab. In einigen Vereinen hätte dies sicherlich das innerbetriebliche Klima getrübt - nicht bei Rot-Weiß Hünsborn. Das hat auch der Trainer, der ja zuoberst in der Verantwortung steht, gespürt: „Man kriegt hier Vertrauen geschenkt,“ weiß Andreas Waffenschmidt, „wenn es mal schief läuft, wird nicht gleich alles umgeschmissen. Ich bin sehr dankbar, dass ich in einem solchen Umfeld arbeiten kann.“

Reichlich Freude machte den Verantwortlichen von Rot-Weiß Hünsborn in der vergangenen Saison das, was man gemeinhin „Unterbau“ nennt. So schaffte die zweite Mannschaft, trainiert von Ansgar Arns, den Aufstieg in die Kreisliga B. Dort soll sie sich etablieren. „Wir wollen die Zweite qualitativ näher an die Erste heranbringen,“ sagte der Sportliche Leiter Marius Schneider und fügte schmunzelnd wie eilig hinzu: „Natürlich nicht durch den Abstieg der Ersten...“

Auch die A-Jugend legte eine Klasse-Saison hin. Bis zum Schluss kratzte die Mannschaft von Trainer Markus Wurm an der Tür zur Landesliga und verlor das Fernduell gegen den TuS Ennepetal erst am letzten Spieltag trotz eines 3:2-Sieges in Dröschede. „Das war so nicht zu erwarten,“ bilanzierte Schneider und bezog dies auch auf das Abschneiden der B-Junioren, trainiert von Peter Kilian: Sie wurde Vierte in der Kreisliga A, nur drei Punkte hinter dem Meister. Marius Schneider: „Wir sind gut aufgestellt.“