Rot-Weiß Hünsborn räumt alles ab

Gemeindepokalsieger 2015: RW Hünsborn.
Gemeindepokalsieger 2015: RW Hünsborn.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es war ein Wochenende in Rot und Weiß. Alles, was in den drei Tagen aus der Halle auf Wendens Höhen herauszuholen war, holte Rot-Weiß Hünsborn.

Wenden/Hünsborn..  Am Sonntag Abend gewann der Fußball-Landesligist den Gemeindepokal durch ein 5:2 im Finale gegen den SV Rothemühle, am Freitag gelang der zweiten Mannschaften Gleiches. Auch der Offensivcup, gestiftet vom Salon Stahl für die meisten gechossenen Turniertore, geht zum Hünsborner Löffelberg. Und der Vereinskasse dürfte die Ausrichtung der drei Turniertage auch nicht geschadet haben.

Ein schöneres Abschiedsgeschenk hätten die Fußballer ihrem 1. Vorsitzenden Sven Halbe nicht machen können. Halbe scheidet am 31. Januar aus dem Amt.

Welch eine Stimmung, welch ein Fest! Und welche Emotionen. „Ich bin total überwältigt,“ sagte Hünsborns Trainer Andreas Waffenschmidt, als die bestplatzierten Mannschaften sich auf dem Parkett zur Siegerehrung bereit machten. Noch immer fegte der Jubel aus der „Hünsborner Kurve“ durch die Halle, nachdem sich die Mannschaft unter den Klängen des Vereinsliedes hat feiern lassen.

Und das verdientermaßen. Dennoch musste der Champion in den zwei entscheidenden Sonntagsspielen hart arbeiten. Im Halbfinale setzte der Noch-Titelträger FSV Gerlingen dem späteren Sieger stark zu, führte 2:1, glich zum 3:3 aus und kam auf 4:5 heran.

Und im zweiten Zwischenrundenspiel dürfte den Hünsborner Fans kurzzeitig bange geworden sein: Da kam der spätere Finalgegner SV Rothemühle von 2:7 auf 6:7 heran, doch rettete die Löffelberg-Elf den Sieg über die Schlussirene und zog ins Halbfinale ein.

Sternsinger und Sternstunde

Seine Sternstunde hatte der spätere Vizemeister SV Rothemühle im Halbfinale. Nach dem Auftritt der Sternsinger trauten die Zuschauer in der brechend vollen Halle ihren Augen nicht, als die Mannschaft von Maik Wolf gegen den FC Altenhof nach fünf Minuten mit 3:0 führte und ihn schließlich mit einem unglaublichen 9:2 zerlegte.

Ausgerechnet den FC Altenhof. Der war bis dahin wie das Messer durch die Butter durchs Turnier geglitten. Schon am Samstag war Oliver Macks Mannschaft klarer Favorit auf die Endspielteilnahme - aber mindestens mal für Ecki Stahls Offensiv-Cup.

15 Tore in den zwei Vorundenspielen, nochmal 14 in beiden Zwischenrunden-Partien - wer sollte dieses Grüne Ballett stoppen?

Die Frage beantwortete der SV Rothemühle krachend. „Das habe ich der Mannschaft so auch nicht zugetraut,“ gab SVR-Trainer Maik Wolf zu, „sie hat sich in einen Rausch gespielt.“

Den Schwung nahm sie jedoch nicht mit ins Endspiel. Zwar führte sie da durch Daniel Morillo-Rigau mit 1:0, doch: „Vielleicht hätten wir da aufs 2:0 gehen sollen,“ sagte Maik Wolf. Ja, vielleicht. Denn Hünsborn drehte das Finale schnell, und als Thomas Alfes zum 4:1 traf, war die Geschichte unwiderruflich gelaufen und die rot-weiße Anhängerschaft bejubelte jeden Pass ihrer Mannschaft unter der herunter tickenden Uhr mit einem lauten „Hey Hey.“.

Ehrenvolles Gerlinger Aus

Dritter wurde der FC Altenhof. Der bezwang den FSV Gerlingen im Neunmeterschießen um Platz 3 mit 4:3.

Wer auf das Bruderduell zwischen Altenhofs Tobias Stevens und Gerlingens Torwart Sebastian Stevens gewartet hatte, wartete vegeblich. Wieso das? „Der traut sich nicht, gegen mich zu schießen,“ verriet der FSV-Torwart lachend.

Paul-Heinz Brüser, Trainer des FSV Gerlingen, war nicht unglücklich. „Wir haben uns gut verkauft und gegen Hünsborn nochmal richtig einen ‘rausgehauen.“ Einen ehrenvollen Abgang hatte der Titelträger allemal.

Zwei der sechs Mannschaften vom Sonntag mussten sich nach der Finalrunde verabschieden: Der SV Ottfingen und Blau-Weiß Hillmicke.

„Wir haben nicht die Leistung abgerufen, die wir bringen können,“ bilanzierte SVO-Trainer Mounir Saida. Das Spektakel in Wenden hat Mounir Saida, der ja erstmals dabei war, beeindruckt: „Das Turnier hat nicht zu viel versprochen,“ sagte er, sprach sich aber dringlich dafür aus, die Bande beizubehalten. Eine Meinung, mit der er alle Beteiligten und Zuschauer auf seiner Seite haben dürfte.

Ohnehin beschäftigte Saida in diesem Moment weniger das Abschneiden beim Turnier, als vielmehr die Verletzung von Meik Finke, der mit geschwollenem Fuß raus musste. Gebrochen war aber, wie sich herausstellte, nichts.

Mit Blau-Weiß Hillmicke hatte es ein A-Kreisligist unter die „letzten Sechs“ geschafft. „Und wir stehen vor Ottfingen,“ wies Trainer Georg Engel darauf hin, dass seine Elf zwar auch null Punkte geholt habe wie der SVO, aber das bessere Torverhältnis aufweise.

Bereits am Samstag mussten sich der VSV Wenden, die SG Kleusheim/Elben und der FC Sportfreunde Möllmicke verabschieden. Dabei war das Wendener Aus recht unglücklich: Zehn geschossene Tore in zwei Spielen - und trotzdem kein Punkt. Zwei Mal hieß es 5:6, darunter einmal gegen den späteren Pokalgewinner Rot-Weiß Hünsborn, gegen den der VSV sogar 2:0 und 3:1 geführt hatte.