Retten "Gerlinger Jungs" den VSV ?
13.05.2008 | 18:25 Uhr 2008-05-13T18:25:20+0200Olpe/Wenden. In der Fußball-Landesliga 2 bleibt es spannend. Die Spielvereinigung Olpe musste die Meisterfeier vertagen. Der VSV Wenden nutzte am Pfingstmontag die letzte Chance.
Von Martin Droste "Ich gönne Olpe die Meisterschaft. Aber die müssen sie nicht im Huckenohl feiern", genoss Mendens Andi Bücker die starke und vor allem clevere Vorstellung seiner Mannschaft beim 4:2-Erfolg gegen den designierten Verbandsliga-Aufsteiger. Statt des eingeplantes Triumphzuges mussten die rund 200 mitgereisten Fans aus der Kreisstadt, darunter Bürgermeister Horst Müller, enttäuscht und ohne die Meisterschaft wieder nach Hause fahren.
Spvg-Schatzmeister Dieter Hochstein hatte schon in der ersten Halbzeit kein gutes Gefühl. Da vergab seine Mannschaft gleich reihenweise allerbeste Möglichkeiten. Was sich nach dem Wechsel rächen sollte.
Obwohl die Gastgeber nach dem "Doppelpack" innerhalb weniger Tage - Nachholspiel am Mittwoch gegen Haspe, Kreispokal-Halbfinale am Freitag gegen den VfB Westhofen mit zwei roten Karten - fast auf dem Zahnfleisch gingen, gelang es dem Team von BSV-Trainer Rainer Mattukat, die Gäste mit einfachen spielerischen Mitteln aus dem Konzept zu bringen.
Während sich der Tabellenführer immer wieder nach planlosen Einzelaktion an der gut stehenden Mendener Abwehr festlief, spielten die Platzherren von hinten lang auf die Flügel. Und von dort aus ging die Post ab.
"Man hat dem BSV angemerkt, dass sie überhaupt keinen Druck haben. Sie haben sehr clever gespielt", erläuterte Gästetrainer Rolf Middeke nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichterin Silvia Kuhn aus Bochum.
Die Unparteiische hat im Fußballkreis Olpe nicht unbedingt den besten Namen. Immerhin war es Kuhn, die am Ottfinger "Siepen" für eine siebenminütige Nachspielzeit gesorgt hatte. Das nutzte Niederschelden zum schmeichelhaften 4:4. "Wegen mangelnden Schutzes des Schiedsrichtergespanns" wurde der SV Ottfingen inzwischen von der Verbands-Spruchkammer zu einer Geldstrafe von 250 Euro verurteilt (wir berichteten).
Silvia Kuhn war es auch, die seinerzeit den Naturrasenplatz im "Huckenohl-Stadion" für unbespielbar erklärt hatte und Olpe das Nachholspiel bescherte. Am Pfingstmontag präsentierte sich der Rasen in einem holprigen und stumpfen Zustand.
An Schiedsrichterin Kuhn lag es aber nicht, dass Olpe den ersten Matchball vergab. Die junge Frau zeigte eine souveräne Leistung und behielt auch die Ruhe, als sich Mendens Schlussmann Jörg Benik nach einem Zusammenprall mit Christopher Thomassen eine Risswunde am Ohr zuzog und minutenlang behandelt werden musste. Der lange Keeper konnte aber mit einem Kopfverband zu Ende spielen.
Während Olpe den ersten Matchball verpasste, nutzte der Landesliga-Nachbar aus Wenden seine allerletzte Chance. Zusammen mit 450 Zuschauern erlebte Wolfram Wienand den klaren 4:1-Heimsieg des VSV über den SV Rothemühle. Der Trainer von RW Lennestadt war am Pfingsmontag mit seiner Familie von Grevenbrück nach Schönau geradelt.
Offiziell hielt sich Wienand mit einer Bewertung der Rothemühler Vorstellung zurück. Aber viele RWL-Fans sind angesichts der "Schützenhilfe" für Wenden ausgesprochen sauer. Und bei dieser Ausgangsposition kommt es am Sonntag an der "Habuche" zum Landesliga-Kracher zwischen RW Lennestadt und der Spvg Olpe.
Am Montag hatte Uwe Neuser alles richtig gemacht. Der VSV-Trainer ließ "am Nocken" fast die halbe Landesliga-A-Jugend spielen, darunter die Offensivkräfte Dennis Zeppenfeld und Tim Weber. Und Dennis, der Sohn des Gerlinger 1. Vorsitzenden "Kalli" Zeppenfeld, traf gegen RW Lennestadt gleich zweimal. Tim, Filius des 2. Gerlinger Vorsitzenden Thomas Weber, gehört schon seit Wochen zu den stärksten Seniorenspielern des VSV Wenden.
Sascha Rokitte, sein Vater Jörg war lange Jahre Trainer beim VSV und ist noch bis zum Saisonende für den Abstiegskonkurrenten SC Plettenberg verantwortlich, musste mit Kreislaufproblemen in der Halbzeitpause ausgewechselt werden. Im Tor hinterließ Marco Grisse, der für Andreas Klein zwischen den Pfosten stand, einen sicheren Eindruck.
Pikant: Als Werner Schumacher vor Monaten vehement den Einsatz der Junioren aus der gemeinsamen A-Jugend mit dem FSV Gerlingen einforderte, stieß er noch auf "taube Ohren".
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