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Frauenfußball

Peter Niklas macht das halbe Dutzend beim FC Finnentrop voll

16.02.2010 | 17:50 Uhr

Finnentrop. Peter Niklas jagt den Rekord von Helmut Rokitte. Sieben Jahre, von 1988 bis 1995, hatte Rokitte die Fußballfrauen des FC Finnentrop trainiert. Und jetzt steht fest: Niklas, 41 Jahre, wird eine sechste Saison beim Westfalenligisten in Angriff nehmen.

Ganz schön spät dran, die Finnentroper. Gemeinhin fallen derlei Entscheidungen um die Jahreswende herum. „Dass es später wurde, hatte keinen besonderen Grund. Zeitliche Vorgaben gab es nicht,” erklärte FCF-Vorsitzender Engelbert Schulte auf Nachfrage, „es gab übereinstimmende Absichtserklärungen schon Ende des letzten Jahres.”

Nur noch eine Formalität

Niklas ergänzt: „Das war jetzt nur noch eine Formalität. Das haben wir in einer halben Minute geklärt.” Durch die Organisation etlicher Hallenturniere sei eben die Zeit nicht da gewesen für diesen Abschluss. „Da war der Engelbert ja immer der Erste, der in die Halle kam und der Letzte, der 'rausging,” so Niklas.

Die Mannschaft habe die Vertrags-Verlängerung „erfreut” aufgenommen, berichtet Engelbert Schulte, „es gab im Vorfeld schon positive Signale.” Also keine Spur von den so oft zitierten Abnutzungserscheinungen nach fünf Jahren? Schulte: „Trifft hier nicht zu. Das kann man klar sagen.”

Liga-Erhalt noch nicht unter Dach und Fach

Hinzu kam er sportliche Erfolg. Als Neuling stehen die Finnentroperinnen auf Platz 5 der vierthöchsten deutschen Liga und sind zuhause noch unbesiegt. Dennoch warnt Niklas vor der Illusion, dass „alles unter Dach und Fach wäre. In der Rückrunde kommen die Wettbewerbs-Verzerrungen durch unsere schlechten Trainingsmöglichkeiten.”

Den Klassenerhalt schaffen und das „verflixte zweite Jahr” planen - das werden Niklas' Herausforderungen sein. Dabei baut er auf eine sehr junge und perspektivreiche Mannschaft mit einem Altersschnitt um die 20. „Zu diesem Weg gibt es keine Alternative,” sagt Peter Niklas klipp und klar.

Zweischneidiges Schwert

Das heißt: Hochkarätige Neuverpflichtungen sind praktisch ausgeschlossen. Wobei der Standort Finnentrop ein zweischneidiges Schwert ist. In der Dichte des Ruhrgebiets müssen Neuzugänge nur eine Straßenbahn-Station weiter fahren zu ihrem künftigen Verein. Niklas: „Andererseits werden uns unsere guten Spielerinnen auch nicht so leicht abgeworben.” Daher geht Niklas davon aus, dass die Mannschaft zusammenbleibt.

Dass dieses Niveau dauerhaft nicht zum Nulltarif zu halten ist, ist auch Peter Niklas klar. Im Gegenteil: Finanziell ist einiges zu stemmen für den FC Finnentrop. Die deutlich weiteren Fahrten in dieser Liga gehen ans Portemonnaie. „Und wenn mal ein Schiedsrichter aus Iserlohn angesetzt wird, dann gehen die Einahmen der wenigen Zuschauer bei Heimspielen direkt weiter an ihn,” weiß der FCF-Trainer.

Förderverein

Auch seien laut Niklas andere Westfalenligisten „strukturell ganz anders aufgestellt”. Daher strebe der Verein eine breitere Einnahmebasis an. „Wir versuchen, an einem Konzept zu stricken. Wir würden gern so etwas wie einen kleinen Förderverein für den Frauenfußball in Finnentrop etablieren,” verriet der Trainer. Ohne blauäugig zu sein: „In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen die Sponsoren nicht Schlange.”

Lothar Linke

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