Neue Regelung tut weh und erhöht den Druck

Kreisliga-Staffeltag 2015
Kreisliga-Staffeltag 2015
Foto: WP
Ab dem 1. Juli gehört der Zweistufenplan der Vergangenheit an. Ab diesem Datum treten die neuen Verbandsrichtlinien zum Schiedsrichtersoll (SR-Soll) in Kraft. 

Kreis Olpe..  Wesentliche Änderungen sind der Wegfall des Verbots zur Durchführung von Turnieren bei Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls und die Erhöhung der Vergütung auf 100 Euro bei überzähligen Schiedsrichtern im Verein (wir berichteten).

Die Aufhebung des Verbots zur Durchführung von Turnieren hat zur Folge, dass ein Verein, der das SR-Soll nicht mindestens zu 60 Prozent erfüllt, ein um 50 Prozent erhöhtes Ordnungsgeld für jeden fehlenden Schiedsrichter bis zur 100-prozentigen Sollerfüllung zahlen muss.

Zum Thema „Schiedsrichter-Soll“ hat der Kreisvorsitzende, Joachim Schlüter, auf dem Kreisliga-Staffeltag wie folgt Stellung genommen: „Die alte, bis zum 30. Juni geltende Fassung hatte sich auch im Kreis Olpe nicht nur Freunde gemacht. Wir haben daher frühzeitig, das heißt schon 2013, die Initiative ergriffen, Änderungen vorzunehmen.

Ohne Druck kein Bemühen

Folgende Grundgedanken waren für die neue Fassung entscheidend: 1. Ohne finanziellen Druck erlahmt das Bemühen der Vereine, Schiedsrichter zu stellen. 2. Die Bemühungen, die aktiven Schiedsrichter in der SR-Vereinigung zu behalten, sollten verstärkt werden.

Gegenüber der bis zum 30. Juni 2015 geltenden Fassung ergeben sich folgende Änderungen: Die Zahl der zu stellenden Schiedsrichter wurde genauer gefasst und u.a. auf die Futsalligen ausgeweitet. Stichtag ist der 1. August.Das Ordnungsgeld für fehlende Schiedsrichter wurde für Mannschaften ab der Westfalenliga erhöht. (In den Klassen darunter bleibt es gleich, d.Red.).

Mindestens 15 Spiele im Jahr pfeifen

Wer das Schiedsrichter-Soll nicht zu 60 Prozent erfüllt, zahlt einen 50-prozentigen Aufschlag. Das ist neu, tut weh und erhöht den Druck.

Schiedsrichter sollten mindestens 15 Spiele pro Jahr pfeifen. Ein Verstoß wird nicht mehr direkt sanktioniert, wohl aber über den Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss (KSA).

Es gibt kein Turnierverbot für Vereine, die das SR-Soll nicht erreichen.

Ein neu ausgebildeter Schiedsrichter zählt für die laufende Saison und zwei weitere Spielzeiten zum anmeldenden Verein. Danach kann der Schiedsrichter den Verein wechseln, ohne weitere Konsequenzen für den aufnehmenden Verein.

Bei Übererfüllung gibt es 100 Euro

Vereine, die das Schiedsrichter-Soll übererfüllen, erhalten 100 Euro pro überzähligem Schiedsrichter, vorher 50 Euro. Das heißt nach der ab dem 1. Juli in Kraft tretenden neuen Verbands-Spielordnung im Klartext: Die Westfalenliga-Aufsteiger SpVg Olpe und SG Finnentrop/Bamenohl müssen für jeden fehlenden Schiedsrichter pro Saison jetzt 400 Euro Ordnungsstrafe in die Verbandsklasse bezahlen. Landes- und Bezirksligisten werden mit jeweils 300 Euro bestraft. Für die Kreisligisten (A- bis D-Klasse) sind 250 Euro fällig. In der neuen Spielordnung wird der drohende Aufschlag auf das Ordnungsgeld mit einem Beispiel erläutert: Ein Verein benötigt vier Schiedsrichter und hat nur einen Unparteiischen gemeldet. Damit ist der Klub weit von der 60-prozentigen Mindesterfüllung des SR-Solls entfernt und muss für die drei fehlenden Referees ein um 50 Prozent erhöhtes Ordnungsgeld bezahlen. Das „Freikaufen“ aus dem SR-Soll wird ab dem 1. Juli also erheblich teurer.