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SG Finnentrop/Bamenohl

„Natürlich habe ich Fehler gemacht, doch wer ist schon unfehlbar?“

13.11.2012 | 17:32 Uhr
„Natürlich habe ich Fehler gemacht, doch wer ist schon unfehlbar?“
Marco Riili, SG Finnentrop BamenohlFoto: op

Finnentrop/Bamenohl. Marco Riili wird als 1. Vorsitzender der SG Finnentrop/Bamenohl aufhören. Auf der außerordentlichen Versammlung der SG am Freitag ist Schluss.

Seit 2009 gehört der 32-Jährige zum SG-Vorstand. Er startete als 2. Vorsitzender. Nachdem der damalige erste Mann, Udo Rohde, aus gesundheitlichen Gründen kürzer trat, übernahm Marco Riili dessen Amt. Riili: „Udo Rohde hat die Geschicke des Vereins mit Fachverstand geleitet. Den Erfolg, sprich Landesliga-Aufstieg, hat er maßgeblich mitgeprägt.“

Fünf Vereine vertreten den Kreis Olpe in der höchsten heimischen Fußballklasse, die SG Finnentrop/Bamenohl gehört dazu. Im Oktober feierte der Verein sein 100-Jähriges. Unsere Zeitung besuchte Marco Riili in Bamenohl.

Frage: Steht Ihr Entschluss?

Marco Riili: Ja, ich höre auf. Doch für das Traineramt der zweiten Mannschaft stehe ich weiterhin zur Verfügung, zusammen mit Frank Rottstock. Aber ob man uns behalten will, wird sich im Verlauf der nächsten Wochen zeigen.

Frage: Warum ist Schluss?

Primär sind das private und berufliche Gründe, die nun einmal vorgehen. Sportlich ist es mir einfach zu viel geworden, so ein Amt raubt einem mehr Zeit, als man es sich vorstellt. Zum Schluss war ich 1. und 2. Vorsitzender, sportlicher Leiter und Trainer der Zweiten in einer Person. Es mussten Prioritäten gesetzt werden.

Frage: Wie stehen Sie zur SG?

Natürlich blutet mir das Herz. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre. Würde man mich aber heute fragen, ob ich mich für weitere vier Jahre aufstellen lasse, so müsste ich mit ,Nein‘ antworten. Ich bin einfach zu oft enttäuscht worden, vieles wurde von Einigen kaputt geredet. Ich setze mich gern mit Kritik auseinander, doch sie sollte fundiert und fair sein. Natürlich habe ich Fehler gemacht, doch wer ist unfehlbar?

Frage: Eine besondere Stärke beweist die SG in der Jugendarbeit. In den letzten Jahren konnte die Seniorenabteilung zur Genüge davon profitieren. Gehörte das mit zu ihrem Konzept?

Zunächst: Eine Riesenarbeit macht sich jeder Jugendtrainer, von den Kleinsten bis zur A-Jugend. Doch ein besonderer Dank muss an Philipp David, unseren Jugendvorsitzenden, ausgesprochen werden, der für den Erfolg in der Jugendarbeit zeichnet. Er ist unermüdlich, wenn es sich um die Belange von jungen Spielern geht.

Frage: Wie stehen Sie zu Matthias Kremer, Trainer der 1. Mannschaft?

Stünde ich noch einmal vor der Entscheidung, wäre Matthes Kremer erneut meine erste Wahl. Im Kreis Olpe gibt es vielleicht drei, vier Sportler, die sportlich das erreichten, was Matthias Kremer als Spieler und als Trainer erreichte. Außerdem verfügt er über unschätzbare Kontakte und daraus resultierend hohe Erfahrungswerte. Bei der zeitweise herrschenden Kritik bin ich mir oft vorgekommen, als wenn wir uns einen Bademeister bei den Wasserfreunden Finnentrop ausgeliehen hätten, um das Fußballtraining zu leiten. Das lasse ich nicht auf Matthias Kremer sitzen, das ist unfair. Man muss einem Trainer eine Chance geben und nicht sofort von Beginn an dagegen reden.

Frage: Wie steht es um Sponsoren? In der Landesliga werden die Karten doch bestimmt anders gemischt.

Das ist richtig. Wir sind froh, dass wir noch Sponsoren haben. Doch einen festen Jahresetat einplanen, welcher Verein kann das noch? Nochmals: Ich bin froh, dass wir auf eine intakte Jugend und auf eine erfahren zweite Mannschaft zurückgreifen können. Die zwei, drei Abgänge waren finanzieller Natur. Die Kritiker können sich ja zusammenschließen und für einen Etat zum Kauf und zum Halten einiger Spieler gründen.

Frage: Vielen Dank für das angenehme Gespräch und alles Gute auf ihrem privaten und sportlichen Weg. Eine letzte Frage: Wer wird neuer Vorsitzender?

Das wird die Vorschlagsliste am Freitag zeigen. Jedenfalls wünsche ich dem neuen Vorsitzenden, damit verbunden dem gesamten Vorstand, von ganzen Herzen ein gutes Gelingen.


Mit Marco Riili sprach Günter Klandt



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