Nach einer Stunde geht nichts mehr

Olpe..  Es war eine neue Erfahrung für den Fußballfan aus dem Kreis Olpe: „Ausverkauft!“ Ein Schild mit dieser Botschaft dürfte noch nie den Eingang einer heimischen Sportstätte geziert haben.

Bis Sonntag. Da sahen sich die Organisatoren des Hallenfußball-Kreismasters in Olpe gezwungen, die Notbremse zu ziehen. Schon um 13.05 Uhr, eine Stunde nach Turnierbeginn, ging nichts mehr. Der Andrang auf das höchste Parkett-Spektakel in unserem Kreis war derart groß, dass Besucher abgewiesen werden mussten.

Besonders ärgerlich war das für Weitgereiste. „Wir können verstehen, dass die Leute böse waren, die nicht reingekommen sind,“ bedauerte Oliver Prinz, Geschäftsführer des Ausrichters SC Drolshagen.

Nicht nur das: Wer es ins Innere der Halle geschafft hatte, aber zunächst keinen Sitz fand, sah im schlechtesten Fall durch das allgemeine Gedränge hindurch nur die Turn-Ringe und die Anzeigetafel.

Wie in der Bahn

Das Szenario erinnerte an eine voll besetzte Bahn. „Entschuldigung, ich müsste mal eben hier durch...“ Oliver Prinz zeigte Verständnis: „Klar ist das ärgerlich, fünf Euro bezahlt zu haben und dann kaum etwas von den Spielen zu sehen. Wir wollten eigentlich gern nach Wenden, aber das ging nicht.“

Logistisch hätte das für den SC Drolshagen kaum einen Unterschied gemacht. Schon Olpe war ja ein Ausweich-Ort für den Ausrichter, weil die Halle in der Drolshagener „Wünne“ zu klein war.

Die enorme Anziehungskraft des Kreismasters ist das eine, die Hallenkapazität das andere. Zweiteres war diesmal das vorherrschende Thema unter den Fans und Offiziellen. Doch diesen Höhepunkt des Winterkicks nur noch in Hallen mit hoher Zuschauerkapazität auszutragen, widerspricht der Philosophie dieses Turniers.

Thema im Kreisvorstand

Das sagt Joachim Schlüter, Vorsitzender des FLVW-Kreises. „So einfach ist das nicht. Wir wollen mit dem Masters-Turnier in allen Kommunen vertreten sein.“ Aber er kündigte auch an: „Wir werden uns auf der nächsten Vorstandssitzung dieses Themas annehmen. Doch ich kann gleich sagen: Es ist kein einfaches Thema.“

„480 Zahlende“ waren laut Oliver Prinz am Sonntag in der Halle. Allein gut 100 Spieler verbrachten die Pausen zwischen ihren Einsätzen auf der Tribüne. Zumindest dies soll beim nächsten Masters-Turnier in Finnentrop entzerrt werden. Joachim Schlüter verriet: „Da haben wir die Option, dass 80 bis 100 Spieler einen Platz auf dem Parkett finden.“

Magnet Masters. Das war in allen Jahren so. Auch dank der Aufwertung durch die Krombacher Brauerei (siehe Kasten). Offenbar war diesmal auch die Mischung ein Grund für den exorbitanten Andrang: Alle fünf Landesligisten, dazu die Sportfreunde Albaum, für die dieser Tag ein Höhepunkt gewesen sein dürfte und die mit einem Bus angereist waren wie auch Serkenrode/Fretter. Logisch, dass Ausrichter SC Drolshagen ebenfalls viele Fans mobilisierte.

Und viele Helfer. 60 von ihnen waren beim Masters im Einsatz und leisteten großartige Arbeit.

Entsprechend glücklich war Oliver Prinz, als alles gut verlaufen war, hatte sein Verein doch nicht „nur“ das Senioren-Masters, sondern auch die Kreisturniere der A- und B-Junioren tags zuvor ausgerichtet. Was ihn zudem freute, war das hohe Interesse am Vereins-Liveticker. Den hatten, wie Prinz berichtete, bis zum Finale mehr als 2100 User angeklickt.

Nicht auszudenken, wenn die alle in die Halle gewollt hätten...