Nach dem Abstiegs-Schock muss die SpVg Olpe nun um Irfan Buz zittern
29.05.2012 | 16:55 Uhr 2012-05-29T16:55:00+0200
Olpe. Der große Frust sitzt tief und muss noch weiter verarbeitet werden. Auch am Tag nach dem brutalen Absturz in die Landesliga tragen die Fußballer der SpVg Olpe Trauer. Der Weg zurück zur Normalität fällt schwer.
Vier Jahre Westfalenliga, vier Jahre Abstiegskampf mit einem folgenschweren Ende. Das Aushängeschild des Kreises Olpe liegt am Boden.
Als einer der Ersten stand gestern Björn Schneider auf und machte sich mit Hochdruck an die Zukunftsplanungen. ,,Es war ganz bitter, zu Hause abzusteigen”, erklärte der sportliche Leiter 20 Stunden nach der 1:2-Niederlage gegen Westfalia Wickede und ging auch gleich in die Offensive: ,,Wir werden eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen und nur noch nach vorne blicken.”
Leichter gesagt als getan, denn am Kreuzberg brennt es an vielen Stellen. Was wird aus Trainer Irfan Buz? Was wird aus der Mannschaft? Die Vereinsspitze wird in den nächsten Tagen intern und intensiv die Gründe für den Abstieg analysieren.
Unmittelbar nach der 1:2-Niederlage hatte der Coach selbst die Verantwortung übernommen. Eine höfliche Geste, aber nicht die ganze Wahrheit. ,,Der komplette Verein ist verantwortlich, nicht ein Einzelner”, stellt Björn Schneider fest und resümiert selbstkritisch: ,,Wir waren nicht konkurrenzfähig.”
Was insbesondere den finanziellen Bereich anbetrifft. Der 35-Jährige bezeichnet seinen Klub in diesem Zusammenhang als den ,,FC Augsburg der Westfalenliga”. Ein wichtiger Unterschied besteht allerdings: Der FC Augsburg bleibt in der Liga.
In Olpe steht zunächst die Hauptperson, Irfan Buz, im Fokus. ,,Wir wünschen uns sehr, dass er bleibt”, sagt Björn Schneider, der gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Jörg Hennecke, Ludger Heuel und Uwe Gebauer ,,möglichst schnell“ mit dem Meinerzhagener sprechen will. Spätestens bis Samstag, möglicherweise schon bis zum Training am Donnerstag, soll eine Entscheidung fallen.
Es wird ein schwieriges Gespräch, denn Irfan Buz, den der Abstieg bis ins Mark traf, erklärte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung: ,,Wenn Sie mich heute fragen, würde ich sagen: Ich höre auf!” Der Trainer ist nach eigener Aussage ,,leer und ausgebrannt”. Buz: ,,Die Saison hat mich viel Kraft gekostet. Ich muss mich erst sortieren.” Nach dreijähriger Tätigkeit am Kreuzberg denkt er über eine Pause nach.
Es wird der Führungscrew schwer fallen, den Meinerzhagener zu überzeugen, denn es müssen viele Weichen in die richtige Richtung gestellt werden.
Wer bleibt, wer kommt? Diese Frage will Björn Schneider zeitgleich mit dem Rätsel um Trainer Irfan Buz lösen: ,,Unser Ziel ist es, mit dieser Mannschaft weiterzuarbeiten.” Bis Ende dieser Woche soll so auch Klarheit hinsichtlich des Spielerkaders herrschen. Ein Abstieg hinterlässt eben viel Arbeit.
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