Mit mehr Professionalität in die Saison 2015

Isabel Schneider
Isabel Schneider
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ob die tropische Pazifikküste Mexikos, ob Fuzhu an der subtropischen Südostküste Chinas am Indischen Ozean oder das sonnendurchflutete Long Beach in Kalifornien – es sind Traumstrände für Touristen aus aller Welt.

Ottfingen..  Aber auch die Metropolen Berlin und vor allem Moskau: sie sind ebenfalls mehr als nur einen Besuch wert. Die Geschäftsreisen haben Beach-Volleyballerin Isabel Schneider aus Ottfingen auch in diesem Jahr in alle möglichen Regionen der Erde geführt.

Aber eben Geschäftsreisen, keine Touri-Touren. Für die U23-Weltmeisterin von 2013 hat eine neue Zeit begonnen, in der die Konkurrenz nicht mehr jahrgangsweise sortiert wird. „Bei den großen internationalen FIVB-Turnieren, vor allem den Grand Slam, tummeln sich Olympioniken und Weltmeister, um Weltranglistenpunkte zu sammeln“, erzählt die sympathische Ottfingerin von ihren globalen Reisen. Da weht ein anderer Wind.

Gleich an drei Grand Slam hat sie teilgenommen, schaffte es aber bei diesen höchstkarätigen Veranstaltungen noch nicht, über die Gruppenphase hinauszukommen. Dabei war sie mehrfach nah dran am Einzug ins Achtelfinale. Doch allein der Einzug über die Qualifikationsphase ins Hauptfeld der besten 32 ist schon ein toller Erfolg.

Dagegen war sie auf europäischer wie deutscher Ebene regelmäßig unter den Top-Fünf zu finden, darunter vier Mal auf dem Podium und einmal ganz oben (Köln).

Bei den nationalen Titelkämpfen in Timmendorfer Strand erzielte sie mit ihrer Partnerin Teresa Mersmann mit Rang 5 ihr bisher bestes Resultat bei den „Deutschen“. Und da ist alles, was Rang und Namen im DVV hat, vertreten.

Im Gegensatz zum Vorjahr haben Schneider/Mersmann ab September eine Auszeit genommen. „Wir mussten mal Abstand gewinnen, Abstand vom Sand, Abstand von der Partnerin“, verrät Isabel Schneider.

Spagat zwischen Sport und Studium

In dieser Zeit absolvierte sie ein mehrwöchiges Praktikum im Rahmen ihres BWL-Studiums. „Dieses Praktikum wurde von der Sportstiftung NRW unterstützt, um Leistungssportlern den Spagat zwischen Sport und Beruf oder Studium zu ermöglichen.“ Ihr Studium hofft sie „demnächst“ mit dem Bachelor abschließen zu können. Demnächst? „Vielleicht schon Ende kommenden Jahres“, gewährt sie Einblick auf den langfristig wohl wichtigeren Teil des Lebens.

Der Abstand zu ihrer Partnerin Teresa Mersmann war aber nur vorübergehend. Aus diesem Abstand wurde nun weitere Nähe und deutet auf die wachsende Professionalität hin, mit der das Duo ins neue Jahr startet.

„Teresa zieht jetzt von Münster nach Leverkusen um, damit wir wesentlich mehr gemeinsame Trainingseinheiten absolvieren können“, weist Isabel Schneider auf eine wichtige Veränderung hin. „Dazu kommt ein Trainerwechsel. Hatten wir bisher zwei Trainer, waren aber bei den Turnieren ohne eigene Betreuung, so wird sich das ab sofort ändern. Wir erhoffen uns einen weiteren Schub nach vorne.“

Mit Kersten Holthausen haben sich die Beiden einen international renommierten Trainer „an Land gezogen“. Er wird die Gegner beobachten und nach jedem Spiel eine Analyse vornehmen. Trotz derzeitiger Fokussierung auf das Studium – die zumindest temporäre Vollprofessionalität nimmt konkrete Formen an.

Mit Bayer Leverkusen 2. Liga

Derzeit heißt es drei Mal im Sand, drei Mal Athletik und zwei Mal Halle. „Ja, wir spielen derzeit mit Bayer Leverkusen auch in der Zweiten Liga, das ist alles abgesprochen“, erzählt Isabel Schneider von dem gemeinsamen Auftritt mit ihrer Beach-Partnerin sowie ihrer Schwester Laura. Mit Erfolg: derzeit belegt Bayer in der Zweiten Liga Rang 2 knapp hinter dem VfL Oythe.

Das neue Jahr wird also unter Profibedingungen durchgeführt werden. Das setzt natürlich klare Ziele voraus. „2014 war ein Übergangsjahr. Wir haben viele wichtige Erfahrungen gesammelt, da waren die internationalen Platzierungen nur sekundär“, so Isabel Schneider weiter, „da kann man nicht ankommen und glauben, jetzt schießt man die durch die Decke.“

Jetzt wollen Mersmann/Schneider angreifen, aber Isabel Schneider schränkt bei aller Vorfreude sofort ein: „Wir sind 2020 im besten Beach-Alter.“ Hört man da Olympia heraus, Tokio 2020? „Ja, man darf träumen. Natürlich wäre Rio auch super, aber bis dahin können wir kaum die nötigen Weltranglistenpunkte sammeln“, ist Isabel Schneider realistisch.

Sie ordnet sich erst einmal hinter dem deutschen Spitzentrio ein. Eins wird aber im Gespräch deutlich: Isabel Schneider hat von ihrer nächsten Zukunft klare Vorstellungen, bleibt dabei aber auf dem Boden der Tatsachen.