Maik Wolf: „Ich bin meinen Jungs unendlich dankbar“

Ausgelassen feiert der SV Rothemühle den Pokalsieg. Die Hand am Pokal hat auch Sedat Adiller (schwarzes Trikot), Held im Elfmeterschießen. Rechts Trainer Maik Wolf, links Pokalspielleiter Ulrich Keine.
Ausgelassen feiert der SV Rothemühle den Pokalsieg. Die Hand am Pokal hat auch Sedat Adiller (schwarzes Trikot), Held im Elfmeterschießen. Rechts Trainer Maik Wolf, links Pokalspielleiter Ulrich Keine.
Foto: WP
War das eine Überraschung! Mit 6:5 (2:0, 2:2) nach Elfmeterschießen besiegte der momentan nicht vom Erfolg verwöhnte SV Rothemühle den dicht vor dem Westfalenliga-Aufstieg stehenden Landesliga-Tabellenführer SpVg Olpe im Kreispokalfinale (wir berichteten).

Rothemühle..  Der dritte Kreispokalsieg war ein tolles Abschiedsgeschenk für den am Saisonende nach zwölf Jahren scheidenden Maik Wolf. Wir sprachen mit dem Rothemühler Trainer.

Hand aufs Herz, hatten Sie mit diesem Ausgang gerechnet?

Nein. Gerade nach den letzten schweren Wochen nicht. Vom Spiel gegen Ottfingen abgesehen, haben wir zuletzt viele schwache Spiele gezeigt. Dass wir gegen Olpe so gut gespielt haben, darauf habe ich gehofft, aber damit habe ich nicht gerechnet. Umso schöner ist es, dass es mit dem Pokalsieg geklappt hat.

Wie haben Sie das Finale erlebt?

Die erste Halbzeit war überragend von uns. In der zweiten Halbzeit hat Olpe pausenlos gedrückt und war bei Standards sehr gefährlich. Davon haben wir leider zu viel zugelassen. Dass wir in der 90. Minute noch das 2:2 kassiert haben, war bitter, aber es ist ja noch mal gut gegangen.

Was haben Sie gedacht, als in der 90. Minute das 2:2 fiel?

Was denkt man da? Mist! Da ist Enttäuschung pur. Ich habe mir natürlich Sorgen gemacht, ob meine Jungs noch genug Körner für weitere 30 Minuten haben. Die letzten Wochen haben viel Kraft gekostet. Weil wir nach den Suspendierungen einen kleinen Kader haben, mussten fast alle Spieler ohne Pause spielen. Und einige Spieler, auch Torwart Sedat Adiller, haben in der Verlängerung Krämpfe bekommen.

Woher hat Ihre Mannschaft in der Verlängerung neue Kraft bekommen?

Ich denke, das war der unbändige Wille, den Pokal in Rothemühle zu behalten. In der Verlängerung haben meine Jungs um jeden Meter Kunstrasen am Rothenborn gekämpft. Sie haben gefightet bis zum Umfallen.

Was haben Sie empfunden, als Torwart Sedat Adiller den letzten Elfmeter verwandelte?

Das war ein unbändiges Glücksgefühl. Ich weiß nicht, ob ich in den letzten sechs oder sieben Jahren schon mal so schnell 50 Meter gelaufen bis wie beim Jubeln nach der Entscheidung.

Wie haben Sie gefeiert?

Wir sind noch länger am Rothenborn geblieben und dann noch in einer Disko gewesen. Die letzten feiern wohl jetzt noch. Die letzte Meldung habe ich am Freitagmorgen um 2 Uhr erhalten…

Sie haben in zwölf Jahren SV Rothemühle drei Pokalsiege gefeiert. Ist das auch Genugtuung für die letzten etwas mageren Jahre, vor allem für den bitteren Abstieg 2014 in letzter Minute in Bamenohl?

Ja natürlich. Der Pokalsieg ist eine super Sache, gerade nach den letzten beiden mageren Jahren. Ich bin meinen Jungs unendlich dankbar, dass sich so rein gehängt haben. Ich freue mich sehr darüber.

Ein kurzer Ausblick auf die Meisterschaft. Sie haben aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt geholt und sind auf Platz 9 abgerutscht. Wie sehen Ihre Ziele für den Rest der Saison und für das Derby gegen Drolshagen aus?

Gegen Drolshagen haben wir ein Derby gegen eine abstiegsbedrohte Mannschaft. Wir müssen die Euphorie des Pokalsieges mitnehmen und noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Wir müssen noch gegen mehrere abstiegsbedrohte Mannschaften spielen. Ich will mir nicht nachsagen lassen, dass wir die Zügel haben schleifen lassen. Und dann wollen wir auch noch den ein oder anderen Platz nach oben klettern.

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