Loreley und Liga drei

Ein knappes Dutzend junger Damen, in bester Modelpose in der kleinen Turnhalle. Auf Turnkästen thronend wie Loreley auf dem Felsen hoch über dem Rhein. Nicht nur langhaarige Blondinen, auch brünette und dunkelblonde Schönheiten können verwirren.

Und auf den imaginären Strudeln des legenden-umwobenen Stromes schwimmen Bälle, Volleybällen ähnlich. Riffe ragen aus den gefährlichen Untiefen des Gewässers heraus, braune, gefährlich wirkende Klippen.

„Neun a“ ist in Aktion. Junge Akteure des Foto-Shootingteams legen Hand an die Nixen, eine mehr Loreley als die andere. Die schwarze Strähne mehr nach links, den Unterarm mehr anheben, die goldene schulterlange Mähne locker fallen lassen, nachkämmen. Rouge auflegen, etwas Puder, und lächeln. Es dauert Stunden. Spätestens dann rätselt der Chronist: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten.

Bei so viel Glanz sind die Volleyball-Damen des VC SFG Olpe kaum wiederzuerkennen. Der Sportinteressierte weiß natürlich: die Mädels spielen in der Dritten (Bundes-)Liga. Doch in diesen Posen, bei dem Styling sind sie ohne Zweifel schon erstligareif.

Ob sie der Versuchung widerstehen können, ihr sportliches Hobby gegen den Model-Beruf einzutauschen, ist ungeklärt.

Doch die Loreley-Exemplare wollen nicht die Schiffer auf dem Rhein ins Verderben führen. Sie wollen vielmehr ihre Gegnerinnen mit Selbstbewusstsein schwindelig spielen.

Vor allem den männlichen Fans wird also im neuen Jahr in doppelter Hinsicht eine Menge geboten. Am 24. Januar erwarten sie im ersten Heimspiel des neuen Jahres den RC Sorpesee. In den Sorpestrudeln sind die SFG-Damen gewaltig untergegangen. Die Loreley-Connection will nun, von Angriffswellen beflügelt, das Sorpe-Schiff in der Bigge versenken. Sirenengesang allein reicht aber nicht für den Untergang. Volkher Pullmann