Kristina Tille hängt im belgischen Schlamm alle Konkurrentinnen ab

Andreas Geyer und Kristina Tille.
Andreas Geyer und Kristina Tille.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In großer Vorfreude auf Natur pur, meldeten sich Kristina Tille und Andreas Geyer vom TV Attendorn zum 65 Kilometer langen Landschaftslauf (Trail) im belgischen Braine-le-Comté.

Attendorn..  Die erste Schwierigkeit des Wettkampftages bestand darin, den Startort zu finden. Irgendwo, mitten im Wald, im belgischen „Nirgendwo“, sollten sich die Ultraläufer frühmorgens einfinden. Von moderner Technik navigiert, landeten Andreas Geyer und Kristina Tille jedoch entweder vor gesperrten Straßen oder unbefahrbarem Gelände. Schon vor Beginn des Ultratrails hatten die zwei Attendorner Sportler somit schon reichlich Adrenalin im Blutkreislauf.

Unbarmherzige Streckenführung

Bereits kurz nach dem Start war klar, dass die belgischen Trails nicht umsonst bekannt sind für ihre unbarmherzige Streckenführung. Hier ist wirklich „Trail“ drin, wenn „Trail“ drauf steht. Das Rennen führte die Läufer über grob gepflügte Äcker und arg löchrige Wiesen. Frostige Temperaturen hatten diese zu harten, unberechenbaren Buckelpisten geformt. An ein typisches Wettkampftempo war hier keinesfalls zu denken. Zu hoch wäre die Verletzungsgefahr gewesen.

Den Wettkampfgedanken hatten die sauerländischenLäufer erst gar nicht mit an den Start genommen. Nur das bewusste Erleben sollte im Vordergrund stehen.

Während des Laufes warteten tatsächlich immer neue Herausforderungen auf die Teilnehmer des Trail des Bosses. Im Laufe des Tages wanderten die Temperaturen in den Plusbereich und wandelten die Strecke in eine Schlamm- und Sumpflandschaft. Lehmig, schmierige Abhänge, die nur mit Hilfe von Seilen bewältigt werden konnten, wechselten mit groben Anstiegen, die die Läufer nicht selten auf „alle Viere“ zwang.

Verlaufen ist vorprogrammiert

Das versehentliche Verlaufen während des Wettkampfes ist immer wieder besonders ärgerlich und bedeutet Zusatzkilometer. Jedoch wird kaum einer davon verschont.

Konzentriert man sich auf den schwierigen Untergrund, läuft man konzentriert, um sich nicht zu verletzen, geschieht es schon hin und wieder, dass man eine Wegmarkierung verpasst. So auch erging es den unabhängig voneinander laufenden Andreas Geyer und Kristina Tille. Jedoch fanden beide recht schnell die Orientierung zurück und konnten das Rennen jeweils weiterführen. Der Landessprache nicht mächtig, verstand Kristina Tille während des Rennens keinerlei Zurufe noch Informationen zum Zwischenstand der Platzierung.

Gesamtwertung: Platz 15 und 32

Selbst beim Zieleinlauf erkannte sie nicht, dass sie die 65-Kilometer-Distanz dominiert hatte. Erst, als knapp 15 Minuten später die Zieleinläufe der niederländischen zweit- und drittplatzierten Frauen gefeiert wurde, ahnte Kristina, dass sie sich offensichtlich platziert hatte. Ein Blick in die Computer der Veranstalter verriet, dass die Attendorner Läuferin auf dem 15. Platz der Gesamtwertung und auf dem ersten Platz bei den Damen gelandet war. Mit einer Zeit von 6 Stunden und 42 Minuten ließ Kristina Tille sämtliche internationale Konkurrenz hinter sich. Andreas Geyer erreichte das Ziel nach sieben Stunden und 19 Minuten als 32. der Gesamtwertung und Vierter seiner Altersklasse.