Knall am Kreuzberg: Griffel hört bei der SpVg Olpe auf

Ottmar Griffel verlässt die SpVg Olpe schon zum Ende dieser Saison.
Ottmar Griffel verlässt die SpVg Olpe schon zum Ende dieser Saison.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein feststehender Meister lässt die Saison normalerweise beschaulich ausklingen. Das hatte die Spielvereinigung Olpe auch gewiss so vorgehabt.

Olpe..  Doch daraus wird nichts. Denn beim Landesliga-Meister und Westfalenliga-Aufsteiger platzte eine Bombe, deren Druckwelle bis in die Sommerpause hineinreichen wird. Konkret: Das letzte Spiel der Kreuzberg-Elf am kommenden Sonntag gegen die Sportfreunde Siegen II wird zugleich das letzte von Ottmar Griffel auf der Trainerbank der SpVg Olpe sein.

Griffel hört auf. Am 30. Juni endet die Zusammenarbeit. „Die Entscheidung ist gefallen,“ bekräftigte der 56-jährige Trainer am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe nochmals drüber geschlafen, dann sei der Entschluss, der schon länger gereift sei, zur Tatsache geworden.

Geplant war das Gegenteil. So besagte die Vereinbarung zwischen Verein und Trainer: Bei Nicht-Aufstieg geht Ottmar Griffel nach der Saison. Erreicht er indes die Westfalenliga, dann bleibt er mindestens bis 2016.

Die Chemie stimmt nicht

Nun sind die Olper aufgestiegen, souverän aufgestiegen, und der Trainer geht trotzdem. Wie das? „Ich habe für die SpVg Olpe alles gegeben und hatte nachweislich sportlichen Erfolg,“ antwortete er. Fakt ist, dass es interne Vorfälle gegeben hat, die schließlich bis zu diesem Siedepunkt hochgekocht sind. Details mochte Ottmar Griffel gestern nicht ausbreiten. Doch: „Solche Dinger muss ich mir nicht bieten lassen,“ sagte er.

Und ein paar Sätze später wird klar, dass diese „Dinger“ nicht aus der sportlichen Führung gekommen sind. Die sei mit seiner Arbeit „zufrieden gewesen“, versicherte Ottmar Griffel. Doch: „Einige Leute kommen mit Hierarchien nicht klar. Sie wissen alles besser. Sie nehmen sich selber wichtiger als den Verein,“ so zürnte Griffel, „das muss ich mir nicht antun.“

Nach unseren Informationen hat es erhebliche Kommunikations-Störungen gegeben. „Die Chemie zwischen Mannschaft und Trainer war nicht so, dass es eine gedeihliche Zusammenarbeit ergibt,“ bestätigte Vorstandsmitglied Ludger Heuel am Montag.

Rat, sich zusammenzusetzen

So seien Beschwerden aus Teilen der Mannschaft gekommen, was Griffels Training angeht und der Wunsch, einiges zu verändern. Diese seien auch an die Führung herangetragen worden. „Ja, das hat’s gegeben,“ bestätigte Björn Schneider, sportlicher Leiter, „wir haben das auch weitergegeben an Ottmar.“

Ansonsten habe sich der Vorstand nicht eingemischt. Vielmehr habe er den Beschwerdeführern geraten, sich „zusammenzusetzen, und dann kommt alles auf den Tisch,“ gibt Ludger Heuel die Unterredung wider.

Aber genau so sei es eben nicht gelaufen. Heuel: „Einige Leute haben Dinge draußen ‘rumposaunt, die nicht nach draußen gehören.“ Der Lauf der Dinge habe sich dann verselbstständigt. Über den Umweg der Öffentlichkeit seien diese Interna dann Ottmar Griffel zu Ohren gekommen. Und das nicht nur vereinzelt, sondern vermehrt. Dass diese „Infos“ wenig schmeichelhaft für Griffel waren, darf man annehmen. „Das ist keine Art des Umgangs,“ kritisierte Björn Schneider, „von einigen bin ich maßlos enttäuscht.“

„Respektlosigkeiten“

Griffel selbst sei nach dem Spiel beim FC Lennestadt zu dem Entschluss gekommen, dass es „so nicht weitergehen“ könne. Der Trainer gestern: „Das sind Respektlosigkeiten, die sind nicht mehr zu überbieten.“ Er setzte daraufhin den Vorstand über seinen bevorstehenden Rücktritt in Kenntnis.

Dabei war alles ganz anders vorgesehen. Ludger Heuel: „Noch vor sechs Wochen kam die Aussage aus der Mannschaft. Wir spielen auf jeden Fall für Olpe, ob unter Trainer Griffel oder Trainer XY.“ Eine Alternative habe sich für die Verantwortlichen ohnehin nicht gestellt. „Wir hätten uns nicht erpressen lassen,“ sagt Heuel, „wir hätten Ottmar Griffel nie entlassen. Er arbeitet akribisch, er geht auf jeden ein.“

Heuel: Jetzt stehen wir da...

Trotzdem obliegt dem SpVg-Vorstand nun die Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Einen, der die Herausforderung Westfalenliga anpackt. Eine Sommerpause stellt man sich anders vor. Angenehmer. Denn viele Trainer sind natürlich zu diesem Zeitpunkt schon gebunden. Heuel: „Jetzt stehen wir da...“

Auch Ottmar Griffel steht wohl vor einer Pause, seiner ersten seit etlichen Jahren. Die Früchte seiner Arbeit wird er nicht ernten. Bitter, aber, so Griffel: „Ich konnte mir diesen Schritt nicht ersparen.“