Klaus Kraß: Das war korrekt

Regel ist nicht gleich Regel. Oder besser gesagt: Jede Sportart hat für eine Szene verschiedene Regeln. Zum Beispiel beim Fußball und Handball.

Die deutsche Nationalmannschaft eilt bei der Handball-WM von Erfolg zu Erfolg. Doch man bekommt davon leider kaum etwas mit, da die Spiele ja nicht im frei empfangbaren TV zu sehen sind.

Aber im Internet sorgt eine Szene für Diskussionen. Im Spiel Deutschland gegen Dänemark wehrt Torwart Heinevetter einen Ball ab und wirft ihn im Sitzen zum Tempogegenstoß nach vorne. Daraus entsteht sogar ein Tor für Deutschland.

Aber: Der Ball war bei Heinevetters Ausholbewegung klar hinter der Torlinie. Im Fußball wäre das ein eindeutiges Eigentor gewesen. Dafür hätte man nicht einmal das „magische Auge“ benötigt.

Nicht so im Handball.

Klaus Kraß, Trainer der SG Attendorn/Ennest, klärt auf: „Kein Tor. Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert hat. Da es sich allerdings gemäß Regel 12:1 („auf Abwurf wird entschieden, wenn der Torwart den Ball im Torraum unter Kontrolle gebracht hat...“) um einen Abwurf handelt, kann gemäß Regel 15:2 kein Eigentor erzielt werden. Daher ist die Situation von den Schiedsrichtern richtig entschieden worden.“
Michael Meckel