Johannes Ohm: 24 Trainerjahre und nicht ein einziger Abstieg

Altenkleusheim..  „Grundlegend geändert“ habe sich sein Leben, berichtet Johannes Ohm heute. Dies sei eingetreten, nachdem er seine Trainerlaufbahn im Sommer 2000 aus gesundheitlichen Gründen beendet habe.

Johannes Ohm. Geläufiger: Hannes Ohm. Ein Name, der jahrzehntelang für Erfolg im Fußball stand und noch steht. Vier Aufstiege gelangen ihm, dazu sechs Vizemeisterschaften - und ein weiteres Kunststück: In 24 Trainerjahren ist er nie abgestiegen. Auf seine Art hat er immer das Optimale aus seinen Mannschaften herausgeholt.

Den großen Wurf schaffte Hannes Ohm mit seinem FSV Gerlingen, als er in den Jahren von 1989 bis 1992 von der Kreisliga bis in die Landesliga aufstieg.

Mit 17 Jahren kam Hannes Ohm in der A-Jugend von Grün-Weiß Lütringhausen mit dem Vereins-Fußball in Berührung. Ein erstes einschneidendes Erlebnis bescherte ihm aber die Schule: Es war der Gewinn der Westfalenmeisterschaft des Städtischen Gymnasiums Olpe 1964. Sportlehrer war Werner Schumacher. „Er überredete mich, mit ihm zum FSV Gerlingen zu wechseln. Die Gerlinger waren gerade in die Bezirksliga aufgestiegen“, erinnert sich Ohm. „Erst war ich sein Schüler, dann sein Spieler. Anschließend spielten wir gemeinsam und erfolgreich in der Lehrermannschaft des Kreises Olpe.“ So wie unter anderem die Größen Hubert Kümhof, Joachim Pfeiffer, Franz Rotter und Helmut Damm.

1972 stieg Hannes Ohm beim FSV Gerlingen erstmals als Trainer ein und sollte dort seine zweite Heimat finden. Am Bieberg hat er quasi mit drei Fußballgenerationen gespielt oder sie trainiert.

Ohne Stress und Zeitdruck

Doch wer seinen „tabellarischen Lebenslauf“ betrachtet, sieht Lücken. Die hat er bewusst gesetzt. Hannes Ohm: „Mir war es immer wichtig, Fußballpausen einzulegen, Abstand zu gewinnen, mich neu zu orientieren und zu motivieren. Das ist empfehlenswert für jeden Trainer. Fußball ist nicht alles.“

Das gilt heute erst recht. Nach seiner langen Spieler- und Trainerlaufbahn hat der Fußball für Hannes Ohm nicht mehr den hohen Stellenwert. Lieber genießt er die Entwicklung seiner Enkelkinder (7 und 5 Jahre). „Zeitdruck und Stress gehören weitgehend der Vergangenheit an,“ sagt er.

Dennoch: Seine Kontakte pflegt er bei regelmäßigen Treffen und Unternehmungen mit früheren Mitstreitern des FSV Gerlingen, SV Heggen und SC Drolshagen.

Wichtig sind ihm die Menschen, die ihn in den letzten 30 bis 40 Jahren begleitet haben. Für Ohm waren der legendäre Obmann Gerd Büdenbender vom FSV Gerlingen, Willi Schürholz vom SC Drolshagen und Alland Breidebach vom SV Heggen wertvolle Ansprechpartner - und das nicht nur während seines Engagements bei diesen Vereinen.

Wie gut Johannes Ohms „Schule“ gewesen sein muss, davon zeugt die Tatsache, dass etliche seiner Spieler erfolgreiche Trainer wurden: Irfan Buz, Jörg Rokitte, Paul-Heinz Brüser, Thomas Breidebach, um nur einige zu nennen.

Obwohl sich seine Interessen verändert haben, findet er „je nach Lust und Laune“ den Weg zum Sportplatz, meist natürlich zum Gerlinger Bieberg, dort trifft er die meisten ehemaligen Weggefährten, wie Uli Eich, Konrad Brüser und viele andere.

Vieles hat sich verändert

Einen attraktiven Fußball bietet seiner Ansicht nach die Spielvereinigung Olpe: „Sie ist zurzeit die beste Mannschaft im Kreis.“

Klar, dass Hannes Ohm die Spiele immer noch mit den Augen eines Trainers sieht: „Für mich gab und gibt es auch sicher heute noch wesentliche Bausteine, um mit einer Mannschaft voranzukommen.“ Und es gibt für ihn Prinzipien, die in ihre Gültigkeit beibehalten haben: Kameradschaft, Identifikation von Trainern und Spielern mit ihrem Verein und das Eingespieltsein. Ein absolutes Muss.

Doch musste auch er miterleben, wie sich vieles verändert hat. Das sind Details wie die Geburt der Viererkette, aber auch das Drumherum: Häufigere Vereinswechsel, Spielen für mehr Geld aber weniger Herzblut für den Verein, Nachwuchsmangel und Fusionen.

Hubertus Zielenbach, früherer Vorsitzender des FSV Gerlingen, sagt zum Menschen und Trainer Hannes Ohm: „Ich kenne Hannes schon aus Kindheitstagen. Er ist geradlinig, forderte Disziplin von sich und seinen Spielern und hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet. Bei ihm zählt das Wort.“